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Bibellese-Material für Ihren Hauskreis

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese vom 9. - 15. März, entnommen aus Orientierung Plus, dem Bibellese-Magazin mit Anregungen für Haus- und Bibelkreise.

Erklärungen zu Römer 8,18-30 (9. - 15. März)

18-21: Herrlichkeit bezeichnet im Neuen Testament Gottes Wesen als Lichtglanz, Ehre, Macht und Ruhm. In Christus ist diese Herrlichkeit erschienen (Mt 6,13b; 17,1-2; Joh 1,14b) und den Kindern Gottes verheißen (Kol 1,27; Tit 2,13; 1. Joh 3,2).
Hoffnung für alle umschreibt das „Offenbarwerden der Kinder Gottes“ mit: „Gott nimmt seine Kinder in diese Herrlichkeit auf.“
 
20: Hier erklärt Paulus, warum die ganze Schöpfung leidet. Gott hat dieses Schicksal nach dem Sündenfall der Menschen über sie verhängt (1. Mose 3; Röm 5,12; vgl. 1. Mose 6,5-7; Jes 24,1-6).
 
24: Gerettet auf Hoffnung besagt nicht, dass auch die Kinder Gottes wie die übrige Kreatur noch erlöst werden müssen. Sie warten vielmehr sehnlich auf ihr eigenes Offenbarwerden, weil damit auch die Erlösung der Schöpfung verbunden ist.
 
26-27: Schwachheit meint nicht ein gelegentliches Schwachsein, sondern ein absolutes Unvermögen (vgl. 8,3; Gal 4,9).
Vers 26b sagt, worin die Schwachheit besteht, was aber nicht heißen soll, dass Christen nicht beten können. Nur im Hinblick auf die unsäglichen Leiden verschlägt es ihnen oft die Sprache. Hier hilft Gottes Geist „richtig“ zu beten.
 
28-30: Dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, darf nicht so verstanden werden, als würde Gott im Leben derer, die ihn lieben, alles – auch ihr Versagen, ihre Sünden … – zum Guten wenden, sondern alle Leiden dieser Zeit dienen zum „Besten“, nämlich der mit Jesus Christus verheißenen Herrlichkeit (2. Kor 4,17).
Mit der Aussage die nach seinem Ratschluss berufen sind macht Paulus deutlich: Dass wir Gott lieben, geht nicht auf unser Wollen zurück. Nein, Gott hat den Anfang gemacht, indem er seine Liebe durch den Heiligen Geist in unsere Herzen „ausgegossen“ hat (Röm 5,5). Damit verbunden ist eine hohe Berufung (vgl. 2. Tim 1,9).
 
Die Verse 29-30 werden von Schriftauslegern die „goldene Kette“ genannt, weil die Aussagen wie die Glieder einer Kette ineinander greifen. Paulus entwickelt aber keine Prädestinationslehre in dem Sinne, als habe Gott nur bestimmten Menschen das Heil zugedacht. Ansatzpunkt ist vielmehr die in Christus erfolgte Gnadenwahl (11,32; vgl. Eph 1,4).
Erstgeborener bezeichnet den höheren Rang (vgl. Mt 23,8; Joh 13,13). Er ist der „große Bruder“ in der Familie Gottes.
Paulus spricht mit die hat er auch verherrlicht (= herrlich gemacht) so, als sei das bereits geschehen. Erklärung: Worauf wir noch hoffen, das ist für Gott schon vollendet.
 
Fragen
 
Beobachten
* Was wird gegenüber der kommenden Herrlichkeit nicht ins Gewicht fallen?
* Wonach sehnt sich die ganze Schöpfung in ihrem jetzigen Zustand?
* Warum ist alles zeitliche Leben der Vergänglichkeit unterworfen?
* Wonach sehnen sich alle, in denen der Geist Gottes wirksam ist?
* Wie hilft Gottes Geist denen, die nicht wissen, wie sie so beten sollen, dass sie erhört werden?
* Welche Erfahrung machen Menschen, die Gott lieben?
 
Verstehen
* Was erfahren wir in der Bibel über den ursprünglichen Zustand der Schöpfung?
* Worauf führt Paulus die große Veränderung zurück?
* Wer ist letztlich dafür verantwortlich, dass alles Leben ein „Sein zum Tode“ ist?
* Was sollen wir uns unter der erhofften Freiheit der Kinder Gottes vorstellen?
* Mit welchen Bildern versuchen die Autoren der Bibel die kommende Herrlichkeit zu beschreiben?
Tipp: Denken Sie zum Beispiel an Offenbarung 21.
* Worin besteht der Unterschied zwischen jammern und seufzen?
* Was bedeutet es, #gerettet auf Hoffnung# zu sein (24)? Wie ist es zu verstehen, dass sich Gottes Kinder, die doch durch Christus erlöst sind, noch nach Erlösung sehnen?
* Woran erkennen Christen, dass ihnen mit dem Geist Gottes ein Helfer gegeben ist?
* Welche biblischen Beispiele bestätigen, dass #denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen#?
Tipp: Beispiel Josef (1. Mose 50,20).
* Was heißt, nach dem #Bild des Sohnes Gottes# gestaltet werden (29)?
 
Anwenden
* Wie erfahren wir heute als Christen die Leiden der Zeit?
* Wozu motiviert uns das himmelschreiende Elend der unmündigen Kreatur?
* Wie erleben wir die Gebetshilfe des Geistes Gottes?
* Wann und wie haben wir erlebt, dass Gott persönliche Leidenserfahrungen in Segen verwandelt hat?
 
Anregungen
* Einstieg 1: Im Kindergottesdienst schildert der Lehrer die Herrlichkeit der neuen Welt nach Offenbarung 21. Ein Junge fragt: „Kann ich meinen Hund da auch mitnehmen?“ – „Auf keinen Fall“, lautet die Antwort, „Hunde haben da nichts zu suchen.“ – „Dann will ich auch nicht in den Himmel kommen“, erklärt der Junge entschieden.
Welche Antwort hätten Sie als Lehrer auf dem Hintergrund von Römer 8 gegeben?
 
* Einstieg 2: Malen Sie auf eine große Pappe eine Schalen-Waage. Schreiben oder malen Sie in die linke Schale alles „Leiden“ dieser Welt (alternativ Bilder und Überschriften aus mitgebrachten Zeitungen und Zeitschriften ausschneiden und aufkleben). Was könnte man Frohmachendes als Gegengewicht auf die rechte Schale schreiben, malen, kleben?
Frage: „Was legt Paulus im Römerbrief auf die rechte Schale, um sie gegen die Leiden aufzuwiegen?“
Quelle: Das Bibellese-Material für Hauskreise stammt aus Orientierung PLUS, der Bibellese-Zeitschrift des Bibellesebundes mit 32 Extraseiten für die Hauskreis-Arbeit