Bibellese-Material für Ihren Hauskreis

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese vom 23.-bis 25. Februar, entnommen aus Orientierung Plus, dem Bibellese-Magazin mit Anregungen für Haus- und Bibelkreise.

Erklärungen zu Römer 4,1-25 (23. - 25. Februar)

In diesem Kapitel verdeutlicht Paulus an Abraham, dass schon im Alten Testament Werke nicht die Heilsgrundlage bilden. Jakobus 2,21-24 scheint dem paulinischen Rechtfertigungsverständnis auf den ersten Blick zu widersprechen. Doch wenn Paulus den Werken jede rechtfertigende Wirkung aberkennt, meint er die Taten, durch die Nichtchristensich selbst erlösen wollen. Jakobus dagegen redet von den Werken, die bei den Christen aus dem Glauben an Christus erwachsen. Auch Paulus würde sagen, dass ohne die guten Werke, die der Heilige Geist bewirkt, der Glaube tot ist. Diese Werke der Christen bezeichnet Paulus als Frucht des Glaubens (Tit 3,14).
 
17: … ruft das, was nicht ist, dass es sei.
Hier ist Gottes Schöpfermacht gemeint, durch die er die Welt aus dem Nichts erschuf. Abraham vertraute also auf Gott, der unabhängig von irgendwelchen Vorgaben Neues entstehen lassen kann.
 
Fragen
 
Beobachten
* Was schreibt Paulus in Vers 1-8 über Abraham und David? Welche Schriftzitate benutzt er dabei?
* Was sagt Paulus in Vers 9-12 über Beschneidung und Unbeschnittenheit im Hinblick auf Abraham, die Juden und die Heiden?
* Wie wird Abraham in Vers 11.12.16-18 bezeichnet?
* Wie äußert sich Paulus über das Gesetz im Unterschied zum Glauben (13-16)?
* Welche besondere Fähigkeit Gottes nennt der Apostel in Vers 17?
* Wie würden Sie die Spannung beschreiben, in der sich Abraham befand (18-21)?
* Was lehrt Paulus hier über Zweifel, Verheißung und Glaube?
* Wer oder was gab Abraham trotz hoffnungsloser Lage die Kraft, unerschütterlich auf Gott zu vertrauen (17.21)?
 
Verstehen
* Inwiefern wird die Kernaussage von Kapitel 3,28 in Kapitel 4,1-5 auf Abraham angewendet?
* Warum gehören die Rechtfertigung Abrahams (3) und die Seligpreisung Davids (7-8) sachlich zusammen?
* Wegen welcher Werke hätte sich Abraham rühmen können (siehe z. B. 1. Mose 22) und vor wem?
* Wie würden Sie die Regel in Vers 4 und 5 mit eigenen Worten formulieren?
Tipp: Lesen Sie die beiden Verse in der Übersetzung „Hoffnung für alle“ nach.
* Wodurch ist Abraham vor Gott gerechtfertigt – nach paulinischem und nach jüdischem Denken?
* Was folgert der Apostel aus der zeitlichen Reihenfolge: Rechtfertigung – Beschneidung (11-12)?
* Weshalb ist Paulus’ Deutung Abrahams (Vater aller Glaubenden) nicht einfach das Gegenteil der jüdischen Auffassung (Vater allein der Beschnittenen)? Welche Juden sind nach Paulus Abrahams Kinder (12)?
* Welche Funktion hat das Gesetz (15; vgl. auch Gal 3,19-24)? Welche Folge hätte es für den Glauben, wenn die Gesetzeserfüllung Bedingung für das Heil wäre (14)?
* Welche Verbindung sieht Paulus zwischen Abraham und der römischen Gemeinde, und welche Rolle spielt Jesus dabei (23-25)?
 
Anwenden
* Wie reagieren Sie auf ein Geschenk (Freude, Dankbarkeit, Gegengeschenk oder …)?
* „Ich leiste, also bin ich.“ So oder ähnlich könnte ein Perfektionist sein Lebensmotto auf den Punkt bringen. Liebe nur über Leistung. Welche Entlastung bietet in dieser Hinsicht Römer 4?
* Wie wirken sich Verheißungen (Altes oder Neues Testament) auf Ihr Glaubensleben aus?
* In manchen Städten gibt es die „Thomas-Messe“, einen Gottesdienst für Zweifler. Wie gehen Sie mit Glaubenszweifeln um?
* Welche Gefühle haben Sie beim Lesen von Vers 18-21?
* Welche Vorbilder stärken Ihr Gottvertrauen?
* Was bedeuten Ihnen persönlich Tod und Auferweckung Jesu (23-25)?
 
Anregungen
* Einstieg: Kleine Geschenke hübsch verpackt für jeden hinlegen, Reaktionen abwarten. Grund noch nicht erklären, Spannung erhöhen, erst unter „Anwenden“, Frage 1, Sinn der Aktion offen legen.
 
* Gegenüberstellung vor dem Fragenteil „Anwenden“:
Man könnte groß zwei einfache schematische Männchen aufzeichnen und in den einen Kopf „Moderner Leistungsmensch“ und in den anderen Kopf „Abraham, Vater des Glaubens“ eintragen. Dann würde die Gruppe in die Körper schreiben, welche Leitgedanken den modernen Leistungsmenschen und welche Abraham prägen.
 
* Zum Nachdenken:
Um es bildlich zu sagen: Gott ist uns in Christus nicht neun von zehn Schritten entgegengekommen, sodass wir nun den einen Schritt von uns aus und allein auf ihn zuzugehen hätten, indem wir an ihn glauben, sondern er kam uns alle zehn Schritte entgegen, damit wir jetzt jeden unserer Schritte, den wir gehen sollen, mit ihm zusammen – das heißt: ‚im Glauben’ – gehen können.
Hans-Joachim Eckstein
 
* Liedvorschlag: „Allein deine Gnade genügt“ (Text und Melodie: M. Nystrom)
 
* Hoffnung in hoffnungsloser Situation
Laden Sie jemanden ein, der der Gruppe erzählt, wie er in einer aussichtslosen Lage neue Zuversicht durch den Glauben bekommen hat.

 

Quelle: Das Bibellese-Material für Hauskreise stammt aus Orientierung PLUS, der Bibellese-Zeitschrift des Bibellesebundes mit 32 Extraseiten für die Hauskreis-Arbeit