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Bibellese-Material für Ihren Hauskreis: 1. Korinther 15,1-19

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese zu 1. Korinther 15,1-19


30./31. Mai

Erklärungen
2: Selig werden – Im griechischen Grundtext steht an dieser Stelle „gerettet sein“.

3: Was ich auch empfangen habe – Vielleicht hat Paulus die Botschaft in Vers 3-5 von den Christen in Antiochia oder Jerusalem erhalten.

3-4: Nach der Schrift – In Vers 3 könnte Jesaja 53,5-6 zugrunde liegen, in Vers 4 wohl Jona (Mt 12,40), der am 3. Tag wieder ans Tageslicht kam.

5: Und dass er gesehen worden ist … von den Zwölfen – Es gibt mehrere Belegstellen über Jesu Erscheinungen vor den elf Jüngern (Mt 28,16-20.; Lk 24,33-53; Joh 20,19-29; 21,1-22), aber nicht vor den Zwölfen. Denn Judas’ Selbstmord ist bereits vor Jesu Tod und Matthias’ Nachwahl als zwölften Apostel erst nach Jesu Himmelfahrt geschehen (Apg 1,26). Vielleicht wird mit dem Ausdruck „die Zwölf“ einfach der enge Jüngerkreis um Jesus bezeichnet, auch wenn diese Gruppe vorübergehend (für wenige Wochen) nur aus elf Mitgliedern bestand.

Paulus erwähnt hier nicht, dass die allererste Person, die Jesus nach seiner Auferstehung gesehen hatte, Maria von Magdala gewesen war (Mk 16,9). Warum tut er das nicht? Wahrscheinlich weil das Zeugnis von Frauen vor Gericht wenig Gewicht hatte.

8: Unzeitige Geburt – Im Grundtext steht hier wörtlich „Fehlgeburt“. Ob dieser Ausdruck möglicherweise ein Schimpfwort gewesen ist?

12: Wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? – Es ist nicht sicher, wie die Gruppe in Korinth die hier von Paulus zitierte Aussage gemeint und begründet hat. Zumindest könnte es sich um eine heidenchristliche Überzeugung gehandelt haben. Judenchristen nämlich war die Vorstellung, dass Gott Tote zu neuem Leben erweckt, geläufig (vgl. z. B. den täglich gesprochene Lobpreis im Achtzehnbittengebet, dass Gott Tote auferweckt). Heidenchristen war die Vorstellung einer leiblichen Auferstehung dagegen fremd.

In Kapitel 4,8 scheint Paulus den falschen Überschwang der Korinther zu kritisieren, schon jetzt in der himmlischen Herrlichkeit zu leben. Vielleicht glaubten sie aus diesem Grund nicht an die Auferweckung der Toten? Allerdings hielten sie die Auferstehung Christi für wahr. Deshalb zeigt Paulus in Vers 13-19, dass ihre Leugnung der Auferstehung der Toten auch die Auferweckung Jesu betrifft und macht sie auf die fatalen Folgen aufmerksam.

Fragen

Beobachten

* In welchen Versen ist ausdrücklich von der Verkündigung oder Predigt des Evangeliums die Rede?
* Wie würden Sie die Schritte auf dem Weg zum Glauben in Vers 1 beschreiben?
* Unter welcher Voraussetzung können die Korinther selig werden (2)?
* Welchen Inhalt hat die Botschaft, die Paulus in Vers 3-5 zitiert?
* Welche Zeugen des Auferstandenen nennt Paulus in Vers 5-8?
* Was sagt der Apostel in Vers 8-10 über sich selbst (vgl. Gal 1,13-24; Apg 9,1-31)?
* Welches Schlüsselwort entdecken Sie in Vers 10 (vgl. Gal 1,15)?
* Einige Korinther glauben, es gäbe keine Auferstehung der Toten (12). Welche Folgen hätte dies für Christus, die Korinther und uns (13-19)?

Verstehen
* Wer ist mit Kephas gemeint (5; vgl. Joh 1,40-42)?
* An welchen Jakobus denkt Paulus in Vers 7?
Tipp: An einen von den Zwölf oder an den Halbbruder Jesu (Mt 13, 55)?
* Welche Bedingungen musste jemand erfüllen, um ein Apostel Jesu Christi zu sein (7; vgl. Apg 1,21-22)? Inwiefern erfüllt der Apostel Paulus diese Kriterien (8; vgl. 9,1-19; Gal 1,12.15.16)?

Anwenden
* Der Glaube kommt nach Vers 1, 2 und 11 aus der Predigt. Welches Gewicht hat in unseren Gottesdiensten die Predigt? Welches Zentrum und welches Ziel hat sie? Welche Bedeutung hat sie für Sie persönlich?
* Welche Rolle spielen für uns Traditionen, wie zum Beispiel das Glaubensbekenntnis? Welche Aussagen aus Vers 3-5 finden Sie im Glaubensbekenntnis wieder?
* Wie haben Sie Gottes Gnade in Ihrem Leben erfahren?
* Wie haben Sie in einem Gespräch mit einem Menschen, der nicht an die Auferstehung der Toten glaubt, reagiert und argumentiert?
* Welche Bedeutung hat der Glaube an die Auferstehung Jesu für Sie?
* Wie denken Sie über Paulus’ hartes Urteil in Vers 19?

Anregungen
Gesprächseinstieg:
Osterglaube ohne leibhaftige Auferstehung Jesu?
Der Theologieprofessor Gerd Lüdemann hat 1994 in seinem Buch „Die Auferstehung Jesu“ behauptet, dass das Grab Jesu voll gewesen sei. Ob nun die Auferstehung der Toten wie in Korinth damals oder die Auferstehung Jesu von Lüdemann heute bestritten wird, beide Haltungen führen nach Paulus in Vers 13-19 zu einem leeren Glauben.

Schon in den 60er Jahren wurde in der evangelischen Theologie die leibhaftige Auferstehung Jesu fast ohne Widerspruch der Kirche geleugnet. Nach Rudolf Bultmann ist Jesus nur „in die Verkündigung des Evangeliums hinein auferstanden“, nach Willi Marxsen bedeutet Auferstehung Jesu nur noch: „Die Sache Jesu geht weiter.“

* Was hat dies für Folgen, dass Generationen von Theologiestudenten solche Thesen in ihrem Studium gelernt haben?
* Aus welchen Gründen könnte es den Theologen schwergefallen sein, an die leibhaftige Auferstehung Jesu zu glauben?

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