Bibellese-Material für Ihren Hauskreis: 1. Korinther 12,1-11

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese zu 1. Korinther 12,1-11


20. Mai

Erklärungen
In den Kapiteln 12–14 geht es um die Gaben, die der Heilige Geist den Christen in der Gemeinde schenkt. Zu diesem Thema herrschte unter den Gläubigen in Korinth viel Unklarheit, gekoppelt mit Unordnung und Überheblichkeit, was sich offenbar sehr negativ auf das Klima in der Gemeinde auswirkte. Spannungen waren entstanden und es drohte eine Spaltung. Als guter Seelsorger und Lehrer greift der Apostel Paulus gerade dieses Thema auf.

1: Es ist Paulus ein Anliegen, dass Unklarheiten und Unwissenheit in der Gemeinde durch eine klare Lehre überwunden wird. Obwohl räumlich getrennt, verfolgt er doch die Entwicklung in der korinthischen Gemeinde.

2-3: Die an Götzen bindende Macht ist durch die Wiedergeburt und das Geschenk des Heiligen Geistes gebrochen. Der Heilige Geist ist für das Christsein und das Bekenntnis zu Jesus unverzichtbar. Es tut auch Christen von heute gut, sich von Zeit zu Zeit deutlich zu machen, welchen bindenden und niederdrückenden Mächten sie durch die Hinwendung zu Jesus entkommen sind.
Eine besondere Wirkung des Heiligen Geistes besteht darin, dass er Jesus groß macht (vgl. Joh 16,14). Nur wer Gottes Geist empfangen hat, kann Jesus seinen Herrn nennen. Es gibt also keinen Ersatz für das Geschenk des Heiligen Geistes.

4-6: In heidnischer Religion wurden unterschiedliche Gaben, Dienstbereiche (Ämter) und Kräfte verschiedenen Gottheiten zugeschrieben. Wo dagegen Jesus der Herr ist, kommt alles von dem dreieinigen Gott.

7: Die Gaben sind nicht für den „geistlichen Eigenbedarf" gegeben. Jede Form persönlicher geistlicher Stärkung führt zum Dienst an anderen. Allen sollen die Geschenke des Heiligen Geistes nutzen.

8-10: Der Apostel listet einen Teil der Geistesgaben auf. Im nächsten Kapitel wird er von der Gabe sprechen, die alle anderen übertrifft: die Liebe (13,13).

11: Paulus betont die Souveränität des Heiligen Geistes, der Gaben austeilt wie er will. Es bleibt offen, nach welchen Kriterien der Heilige Geist beschenkt oder seine Gaben vorenthält.

Fragen

Beobachten

* Kann jemand, der zu Jesus gehört, den Heiligen Geist nicht haben? Begründung?
Tipp: Vers 3.
* In welchen Versen schimmert die Dreieinigkeit Gottes durch?
Tipp: Vers 4-6.
* Welche Geistesgaben nennt Paulus hier?
* Zu welchem Zweck gibt der Heilige Geist Gaben?

Verstehen
* Warum betont Paulus immer wieder, dass es nur einen Geist gibt (4.9.11)?
Tipp: Kapitel 1,10-13.
* In welchem Verhältnis stehen Gaben des Heiligen Geistes und unsere natürlichen Begabungen?
* Warum schenkt der Heilige Geist heute einige Gaben anscheinend nicht (oder nur vereinzelt)? Benötigen wir sie in unseren Gemeinden vielleicht nicht? Oder sind wir nicht „reif" genug dafür?
* Welche Bedeutung haben die Gaben des Heiligen Geistes für unseren Glauben?

Anwenden
* Wieso kommt es gerade bei dem durch und durch positiven Thema der Geistesgaben bis heute zu vielen Missverständnissen und Reibereien?
* Welche der aufgezählten Gaben haben wir in unserer Gemeinde? (Sind sie eventuell vorhanden, werden aber nicht eingebracht?)
* Nehmen wir, wie Paulus es tat (1), in unserer Gemeinde Stellung zu Fragen, die tatsächlich vorhanden sind? Was sollte unter uns geklärt werden und warum haben wir dies bis jetzt noch nicht getan?
* Wie soll die Gabe der Krankenheilung angewendet werden? Geschieht dies in gesonderten Veranstaltungen oder eher im Sinne von Jakobus 5,14-16?
* Wie bekommen wir Geistesgaben?
Tipp: Vers 11 und 31.
* Wie und wodurch können wir die Gabe entdecken, die Gott uns gegeben hat?
* Welche Möglichkeiten gibt es in unserer Gemeinde, Begabungen auszuprobieren?
* Welche Gaben des Heiligen Geistes möchten Sie gern haben? Vor welchen haben Sie eventuell eine Scheu?
* Wie können wir eventuell vorhandene Ängste vor bestimmten Gaben des Heiligen Geistes überwinden?

Anregungen
In einem Rundgespräch benennen wir die Gaben, die wir an anderen erkannt haben. Wird die eigene Beobachtung von anderen und auch von dem Betreffenden selbst geteilt oder gibt es unterschiedliche Einschätzungen?

Die im Text erwähnten Geistesgaben auf ein Blatt Papier schreiben. Jeder darf zwei der hier erwähnten Gaben auswählen, die er für sich wünscht. Feststellen, welche Gabe die meisten Wünsche auf sich vereint hat und er darf über das Ergebnis sprechen. Warum werden einige Gaben bevorzugt, andere nicht? Kann es sein, dass einige Gaben des Heiligen Geistes in unserer gemeindlichen Situation verzichtbar sind? Welche? Warum ist das so? Was ist zu tun?

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