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Bibellese-Material für Ihren Hauskreis: 1. Korinther 6,12-20

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese zu 1. Korinther 6,12-20


30. April

Erklärungen
12: Das Schlagwort Alles ist mir erlaubt diente den Korinthern offensichtlich als Rechtfertigung für Unmoral. Möglicherweise beriefen sie sich dabei fälschlicherweise auf Predigten des Paulus von der christlichen Freiheit (vgl. Röm 6,18-22; 8,20-21; Gal 5,1.13). Paulus schränkt sie so ein, dass sie das Heil in Christus festigen.

13-14: Anscheinend ein weiteres Schlagwort, mit der manche Korinther ihr unmoralisches Verhalten zu rechtfertigen suchten. Ihre Argumentationskette: Wenn ihr Bauch Hunger meldet, essen sie, um ihn zufriedenzustellen. Wenn ihr Körper sexuelle Bedürfnisse hat, muss er befriedigt werden. Dahinter steht die platonische Philosophie, nach der Seele und Leib voneinander getrennt sind. Deshalb kann man mit dem vergänglichen Leib tun, was man will, es berührt die unsterbliche Seele nicht.
Wer sich jedoch Christus zuwendet, der hat eine innige Gemeinschaft mit ihm, die die ganze Person einschließt: Leib, Seele und Geist. Die Nachfolge Christi geschieht nicht ohne den Leib oder sie wird schwärmerisch (vgl. Ps 84,3; Mt 6,22-23; 27,52; Röm 8,11.23; 12,1; 2. Kor 4,10-11; Gal 6,17; Phil 1,20; 3,21; 1. Thess 5,23).

Ein zweites muss dabei bedacht werden: Das Grab war leer (vgl. 15,1-8). Die Verheißung der Auferstehung gilt dem ganzen Menschen. Wir werden in einem neuen Leib in der Herrlichkeit Gottes leben und nicht als körperlose Geistwesen umherschweben (1. Kor 15,44).

15-18: Mit dem Zitat aus 1. Mose 2,24 macht Paulus deutlich: Wo sich zwei Menschen geschlechtlich vereinigen, vollzieht sich mehr als ein triebhafter Körperkontakt. Es werden zwei Personen zu einer Einheit verschmolzen, wörtlich „verleimt“. Nichts anderes dokumentierten die Tempeldirnen der Aphrodite, der Liebesgöttin. Sie wollten ja eben solche Gemeinschaft in der Vereinigung mit der Göttin selbst vollziehen, wenn sie sich zum religiösen Geschlechtsakt anboten.
Dass der außereheliche Geschlechtsakt kein Kavaliersdelikt ist, zeigen auch die drastischen Strafen, die Gott in 5. Mose 22,13-29 ausspricht.
Auf die Versuchung zur Hurerei sollen die korinthischen Christen reagieren wie Josef (1. Mose 39,12).

19-20: Der Leib kann nicht vergöttert werden. Sein Wert liegt nicht in ihm selbst. Er kann aber auch nicht verachtet werden. Gott erwählt uns eben in unserer Leiblichkeit. Der Heilige Geist, der in uns wohnt, kommt von Gott. Wenn aber Gott in uns wohnt, gehören wir nicht mehr uns selbst. Der Heilige Geist macht, da er heilig ist, aus einem Körper einen Tempel. Der soll eine angemessene Wohnstätte für Gott sein.

Fragen

Beobachten

* In welchem Zusammenhang geht Paulus auf die Frage nach der Sexualität ein?
Tipp: Vers 9-11.
* Wie definiert Paulus die christliche Freiheit?
* Welche Argumente gebraucht Paulus gegen die Leibfeindlichkeit und auf der anderen Seite gegen die Hurerei?
* Welche angemessene Reaktion nennt Paulus im Kampf gegen die Hurerei?

Verstehen
* Beurteilen Sie Leibfeindlichkeit anhand von 1. Mose 1,27.28.31!
* Die Sexualität ist ein Gebiet, auf dem Leibfeindlichkeit zum Ausdruck kommen kann, wo noch?
* Absolute Freiheit, Selbstbestimmung und freie Sexualität in allen Spielarten sind Forderungen unserer heutigen Gesellschaft. Wie sieht Paulus’ Antwort darauf aus?
* Welche Bedeutung hat die Bezeichnung „Tempel“ für den Leib?
* Welchen Wert misst Gott Ihnen und damit auch Ihrem Leib bei?

Anwenden
* Sexualität und Körper: Wie sieht es da mit der Freiheit konkret aus, die Ihnen Jesus geschenkt hat? Gibt es Grenzen? Wo liegen sie? Wie finden Sie sie heute?
* Wann haben Sie Gott zuletzt für Ihre Sexualität gedankt? Welche Bedeutung hat Sexualität für Sie als Single? Und welche für Sie als Verheiratete(n)? Können Sie mit Ihrer Frau / Ihrem Mann offen über intime Dinge reden, über Erwartungen, Erfahrungen und auch Enttäuschungen? Was möchten Sie da eventuell ändern?
* Wie gehen Sie mit möglichen Heimlichkeiten in Bezug auf Ihre Sexualität um (z. B. Pornoseiten im Internet)?
* Wie kann die Aufforderung des Paulus in Vers 18 konkret umgesetzt werden?
* Was lieben Sie an Ihrem Körper, was lehnen Sie ab? (Achten Sie auf Ihre Kleidung oder ist Ihnen das völlig egal? Warum benutzen Sie als Frau Make-up bzw. keins?
* Wie gehen Sie mit Ihrem Körper um in Bezug auf Essen, Trinken, Sport, Ruhe und Entspannung? Haben Sie unbewusst vielleicht Angst, zu kurz zu kommen? Wie stehen Sie zu Genussmitteln wie Tabak, Alkohol, Drogen?
* Wie kommen Sie mit Ihrem Alter zurecht?
* Was hilft Ihnen zu akzeptieren, dass Krankheit zu Ihrem Körper gehört?
* Was hilft Ihnen loslassen zu können – auch Ihren Körper, um einen neuen zu erhalten (2. Kor 5,1-10)?
* Was können Sie tun, um auch Ihren Körper in Ihr geistliches Leben einzubeziehen? Wie preisen Sie Gott mit Ihrem Körper praktisch?

Anregungen
Ein Hauskreisfest, bei dem das Festmahl gemeinsam (mit den Männern!) vorbereitet wird. Achten Sie dabei auf „gesundes“ Essen und „gesunde“ Getränke. Alternativ dazu: Verabreden Sie sich am Wochenende zu einer zünftigen Wanderung.

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