Bibellese-Material für Ihren Hauskreis: 1. Korinther 3,9-17

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese zu 1. Korinther 3,9-17


21. April

Erklärungen
Nachdem Paulus sich gegen die Parteiungen in der Gemeinde gewandt hat (3b-8), stellt er das Verhältnis von Gemeinde, Mitarbeitern und Methoden in drei Bildern dar.

9: Zunächst sieht er die Gemeinde als Gottes Ackerfeld. Paulus selbst hat auf diesem Acker als Sämann gearbeitet, Apollos hat für die Bewässerung des Gesäten gesorgt. Wichtig ist: Paulus sieht, anders als die Gemeinde in Korinth, keinen Konflikt und keine Konkurrenz zwischen sich und Apollos, sondern nur eine unterschiedliche Rollenverteilung. Vers 9 beendet diesen Abschnitt.

In Vers 10-15 verwendet Paulus dann ein neues Bild, nämlich das des Hausbaus. Das Fundament, die Gnade Gottes in Jesus Christus, hat Paulus durch seine Verkündigung gelegt. Andere bauen darauf weiter. Das kann in einer guten, sorgfältigen und dem Fundament angemessenen Weise geschehen (Gold, Silber, kostbare Steine) oder in einer ungenügenden, dem Fundament nicht angemessenen Weise (Holz, Heu, Stroh). Was der Bau wert ist, wird das Gericht Gottes zeigen. Paulus sagt nicht, dass der Mitarbeiter gerichtet wird, wohl aber seine Arbeit. Mit der Fegefeuerlehre hat der Abschnitt nichts zu tun. Falsche Methoden und vor allem falsche Lehren können zu falschen Bekehrungen führen oder zu falschen Verhaltensweisen bei den Gemeindemitgliedern. Doch Gott wird es letztlich offenbar machen.

Mit Vers 16 beginnt Paulus das dritte Bild. Nun sieht er die Gemeinde als Tempel, in den die Gläubigen als Steine eingefügt sind. Der Tempel ist Ort der Gegenwart Gottes, er muss ihm und seiner Heiligkeit entsprechen. Es gibt Mitarbeiter, die nun alles verderben, indem sie falsche Lehren einführen, die vom Fundament in Jesus Christus wegführen. Andere verderben den Tempel Gottes dadurch, dass sie Menschen an sich selbst binden und nicht an Christus.

Paulus’ Fazit: Der Verkündiger hat völlig hinter dem, den er verkündigt, zurückzutreten, sonst ist er sich entweder seiner Stellung nicht bewusst oder sucht nur den sichtbaren (möglichst schnellen) Erfolg – oder hat selber keine Beziehung zu Christus.

Fragen

Beobachten

* Auf welches Problem geht Paulus mit diesen Versen ein?
Tipp: Kapitel 3,1-8.
* Womit vergleicht Paulus die Gemeinde?
* Wie beschreibt Paulus seine Rolle im Gemeindebau?
* Wie sah das Fundament aus, das der Apostel gelegt hatte?
* Welche Rolle spielt das Feuer am Tag des Gerichts?
* Später werden die einen Mitarbeiter „Lohn empfangen“. Und die anderen?

Verstehen
* Auf welche Weise wird das Fundament einer Gemeinde gelegt?
* Was könnten konkrete Beispiele für Holz, Heu, Stroh und was für Gold, Silber und Edelsteine sein?
* In der Verkündigung Jesu begegnen uns ebenfalls die Bilder vom Ackerfeld und Hausbau (siehe Mt 7,24-26; 13,3-9; 13,18-30; 13,36-43 und Mk 4,26-29). Was tragen diese Stellen zum Verständnis des Paulustextes bei?
* Vom Tempel ist noch die Rede in Epheser 2,19-22 und vom Gericht am Haus Gottes in 1. Petrus 4,17-18. Wie helfen sie, uns die entsprechenden Aussagen in Kapitel 3 zu verstehen?
* Wenn Sie als Mitarbeiter(in) daran denken, dass Ihre Arbeit einmal durchs Feuer muss, wie beeinflusst das Ihre Einstellung zu Ihrer Arbeit?
* Welche Beispiele finden Sie aus dem Alltagsleben, wo Arbeit geprüft wird?
* Wie wird schon heute Gemeinde und ihre Substanz geprüft und nicht erst im Endgericht?
* Wer von uns könnte sagen, ob sich sein Glaube oder seine Gemeinde im Feuer der Verfolgung bewähren würde?
* Wozu sind Tempel da? Was sagt dieses Bild über den Sinn von Gemeinde aus?
* Welche Beispiele aus der Bibel kennen Sie, wie der Tempel Gottes in Jerusalem „verdorben“ wurde? Wie hat Gott darauf reagiert?

Tipp: Jeremia 7,1-15; Matthäus 21,12-13.
* Worin wird der „Lohn“ (14) später wohl aussehen?

Anwenden
* Welches Bild spricht Sie am meisten an: Acker, Hausbau oder Tempel? Warum?
* Falls Sie Mitarbeiter sind: Wie beeinflusst Sie das Wissen, dass die Gemeinde heilig ist (16-17)?
* Was kann man als Mitarbeiter(in) tun, damit „das Werk“ bleibt (14)?
* Welche Arten des Gemeindebaus haben sich für uns vielleicht jetzt schon als Holz, Heu und Stroh erwiesen, also als kurzlebig und ohne dauerhafte Ergebnisse? Welche haben sich als wertvoll und dauerhaft erwiesen? Auf was können wir also in Zukunft verzichten, weil es nur Zeit und Kraft kostet, aber nichts bringt?
* Was können wir tun, um unsere Arbeit für Jesus hier und heute schon zu überprüfen, um nicht im Gericht Gottes beschämt dazustehen?
* Welche Arten von Anbetung, Verkündigung, Evangelisation und Gemeinschaft können die Heiligkeit der Gemeinde als Tempel Gottes zum Ausdruck bringen? Wie können wir erreichen, dass Gäste nicht nur von unserem Programm beeindruckt sind, sondern auch von der Gegenwart Gottes unter uns?
* Wie vermeiden wir es, uns von Menschen abhängig zu machen?

Anregungen
* Ein Modell oder ein Bild vom Jerusalemer Tempel besorgen (zum Beispiel aus dem Handbuch zur Bibel) und erläutern, was in diesem Tempel besonders auf die Heiligkeit Gottes hinwies – etwa das Gold.

* Einer könnte den ganzen Zusammenhang von 1. Korinther 1–4 untersuchen und unter dem Stichwort referieren: Was Paulus beim Gemeindebau wichtig ist.


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