Bibellese-Material für Ihren Hauskreis

1. Korinther 1,18-31

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese zu 1. Korinther 1,18-31


14./15. April

Erklärungen
18: Die zerbrechende korinthische Gemeinde (10-12) soll auf ihren Ursprung und gemeinsamen Inhalt Jesus Christus, der am Kreuz alles Trennende überwunden hat, zurückverwiesen werden. Torheit bedeutet einen Mangel an Verstand, Dummheit, aber auch rein menschliches Vernunftdenken. Erst durch die verändernde Kraft Gottes (griech. dynamis), die am Kreuz zu erkennen ist, kann der Mensch Gottes rettende Hilfe erfahren.

19: Gott spricht dieses Wort an das blinde, verblendete Israel, das nur scheinbar Gott verehrt. Es geht um mehr als das Einhalten von Regeln. Rettung erfährt, wer Gott von Herzen dient.

20-23: Weltweisheit ist gebildetes Diskutieren über Gott, ohne Gott wirklich im Blick zu haben. Echte Weisheit ist ein Geschenk Gottes und erkennt diesen als Schöpfer und Herrn. Deshalb wird Rettung im Glauben erfahren. Die Juden sehen zu sehr auf das Erfüllen des Gesetzes, die Griechen zu sehr auf ihr Wissen, ihre philosophische Welterklärung – gerade in der Weltstadt Korinth. Für beide kann ein schwacher Gott am Kreuz als Mitte des Glaubens nur ein Skandal sein.

24-26: Gott beruft zum Glauben durch die Verkündigung seines Wortes unabhängig von Stand und Herkunft. In Christus wird für Paulus Gottes Kraft und Weisheit greifbar. Schwachheit und Torheit bekommen eine von Gott geprägte, veränderte Bedeutung.

27-29: Gottes Erwählen ist gegen alle menschliche Vernunft. Dreimal wird das Zunichtemachen betont. Schon immer hatte Gott das Schwache im Blick (Israel als unbedeutendes Volk, Mose, der nicht reden kann, Jesus in der Krippe …).

31: Alles Handeln Gottes hat nur ein Ziel: ihn rühmen durch Christus. Die zerstrittenen Korinther rühmten sich selbst (29), wie das Volk Israel, an das das Prophetenwort ursprünglich gerichtet war.

Fragen

Beobachten

* Wie bestimmt Paulus Torheit und Weisheit näher?
* Wozu sind Christen berufen?
* Was ist die Quelle christlicher Weisheit?
* In welchem Zusammenhang stehen die alttestamentlichen Aussagen von Jesaja 29,14 und Jeremia 9,22-23?
* Welche Wirkung wird dem Wort bzw. der Predigt vom Kreuz zugeschrieben?
* Wie denken die Klugen und Weisen dieser Welt in der Regel über die Botschaft vom Gekreuzigten?

Verstehen
* Warum schreibt Paulus diese Worte gerade den Korinthern? In welcher Gemeindesituation befinden sie sich?
* Warum argumentiert er mit alttestamentlichen Bibelzitaten?
* Was ist so ärgerlich an der Predigt vom Kreuz? Was stört Sie selbst möglicherweise daran?
* Wie passen ein allmächtiger Gott und die Botschaft seiner Schwachheit zusammen?
* Welche Rolle spielt das Kreuz in den Predigten Ihrer Gemeinde?
* Wen oder was rühmen Sie? Wofür werden Sie gelobt und anerkannt?
* Was verbirgt sich hinter den Begriffen Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung?
Tipp: Suchen Sie doch anhand einer Konkordanz Bibelstellen mit diesen Worten. Beispiel:
Weisheit: Kolosser 2,3; Jakobus 3,17
Gerechtigkeit: Psalm 119,137; Römer 1,17; 3,22-26
Heiligung: Epheser 5,25-27; 1. Thessalonicher 4,3-7
Erlösung: Lukas 1,68; Galater 3,13; Epheser 4,30; Kolosser 1,13-14

Anwenden
* Welche Rolle spielt das Kreuz Jesu in Ihrem Glauben?
* Worauf sind Sie stolz: in Ihrem Leben, im Glauben; in der Gemeinde?
* Welche Rolle spielen Glauben und Verstand in Ihrem Christsein?
* Wie gehen Sie mit Schwäche um? (Überspielen Sie sie? Können Sie dazu stehen? Bringen Sie sie im Gebet vor Gott?)
* Wie äußert sich bei Ihnen die Gewissheit, dass Gott in Jesus Christus alles für Sie getan hat?
* Wie bekommt man solch eine starke Gewissheit wie Paulus?

Anregungen
* Ein Wissensquiz ermittelt den Klügsten. Wie fühlt sich der Sieger? Wie füllt sich der Verlierer oder der Durchschnittsrater? Dann ein paar sportliche Übungen. Gewinnt wieder der Klügste oder hat ein anderer die Nase vorn. Im Anschluss kann man sich über Stärken und Schwächen austauschen. Worauf ist jeder stolz? Danach den Abschnitt aus der Bibel lesen und bedenken.

* Auch in neuerer Zeit haben sich viele Menschen am Kreuz Jesu gestört, sich darüber geärgert, es für unnötig gehalten. Welche Beispiele kennen Sie dafür?

- Der bekannte Theologe Rudolf Bultmann bezeichnete den stellvertretenden, sühnenden Tod am Kreuz als Unsinn.

- Feministinnen lehnen jede „Opfertheologie“ als Gewaltverherrlichung rundweg ab.

* Eine Teilnehmerin stellte auf einer Tagung zum Kreuz die Frage: „Wie soll ich meinem Kind erklären, was ich selbst als Mutter kaum akzeptieren kann, nämlich, dass ein Vater seinen Sohn zur Schlachtbank führt? Was ist das für ein Gott?" Eine andere fügte hinzu: „Für mich das Blutvergießen? So schlimm soll ich sein, dass ein Mensch geopfert werden muss ... wegen mir? Hätte es denn keine andere Möglichkeit gegeben, die Welt zu erlösen?“ (aus einem Vortrag von Doris Strahm).

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