Bibellese-Material für Ihren Hauskreis

1. Petrus 4,12-19

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese zu 1. Petrus 4,12-19

Erklärungen
In diesem Abschnitt geht es um die Frage, was in unserem Leben Priorität hat: Gottes Willen zu tun und Jesus Christus öffentlich zu bezeugen oder unser eigenes Glück und Wohlbefinden an die erste Stelle zu setzen. Bei uns geht beides, aber in vielen Ländern der Welt nicht: Dort werden Christen bis heute diffamiert, benachteiligt, verfolgt, gequält, getötet … Was wir hier lesen, ist somit hochaktuell!

12-13: Die Gemeinden, an die Petrus schreibt, hatten unter schweren Verfolgungen um ihres Glaubens willen zu leiden. Petrus greift liebevoll die damit verbundenen Fragen auf, wie zum Beispiel: Warum beendet der allmächtige Gott mein Leiden nicht? Diese Leiden, so macht er klar, sind für Nachfolger des Gekreuzigten nichts Fremdes, sondern etwas, über das man sich freuen sollte. Warum? Wer heute im Leiden mit Christus verbunden ist, der bleibt es auch bei der Offenbarung der Herrlichkeit Christi (also bei seiner Wiederkunft). Und dann wird jubelnde Freude herrschen.

14: Petrus geht noch weiter. Er greift eine der Seligpreisungen Jesu auf und zitiert sie fast wörtlich (vgl. Mt 5,11). Was für ein Trost! Und er sagt möglicherweise noch mehr: Unabhängig davon, dass jeder Christ beim seiner Bekehrung den Heiligen Geist bereits bekommen hat (Eph 1,13), hält Gott für die um ihres Glaubens willen Leidenden eine besondere Erfahrung des Heiligen Geistes bereit: Auf ihnen ruht der Geist der Herrlichkeit und Gottes. Was für eine Verheißung! Wohl die Erklärung dafür, dass unterdrückte Christen oft von erstaunlicher Kraft erfüllt sind (vgl. auch Mt 10,19-20; Apg 6,15) und die verfolgte Gemeinde Jesu wächst.

15-16: Straffällig soll kein Christ werden (Mörder, Dieb, Übeltäter). Was mit in ein fremdes Amt eingreifen gemeint ist, bleibt dunkel. Vielleicht sind Machtkämpfe in der Gemeinde gemeint, die ja auch leidvoll sein können. Aber das sind dann nicht Leiden um Christi willen. Nicht das Leid als solches hat Verheißung, sondern nur das Leiden als Christ (diese Bezeichnung für Jesu Nachfolger kommt im Neuen Testament ausschließlich hier vor und in Apg 11,26). Christen haben keinen Grund, sich zu schämen, denn sie ehren mit ihrem Zeugnis Gott.

17-18: Für Zeit steht hier im Griechischen „kairos“, was eine bestimmte, von Gott festgesetzte Zeit meint. Das Gericht beginnt am Hause Gottes (vgl. Jer 25,29; Hes 9,6). Gott hasst die Sünde und bestraft sie. Deshalb darf sie gerade in der Gemeinde keinen Raum mehr haben. Allerdings hat die Sünde für Christen durch das Opfer Jesu ihre tödliche Wirkung verloren. Wenn Gott die Sünde so ernst nimmt, was steht dann erst der Welt bevor (vgl. Spr 11,31)!

19: Das Tun des Guten, die Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat, hat für Christen Vorrang vor Glück und Wohlbefinden – auch wenn Nachteile oder Leiden daraus erwachsen. Aber keine Angst! Gott, der Schöpfer, bleibt den Seinen treu.

Fragen

Beobachten

* Mit welchem Bild beschreibt Petrus das Leiden um Christi willen?
* Welche Seligpreisung Jesu wird hier genannt?
* Worüber sollen verfolgte Christen sich freuen?
* Welche Leidensgründe sind eines Christen unwürdig?
* Was sollen verfolgte Christen tun?

Verstehen
* Warum preist Petrus die um Christi willen Geschmähten selig?
* Warum soll wohl das Gericht bei dem Hause Gottes anfangen (17)?
* Warum will Gott, dass bestimmte Gläubige leiden (19)?

Anwenden
* Eigentlich haben wir keinen Grund, Christus nicht öffentlich zu bekennen. Warum schämen wir uns manchmal trotzdem?
* Welche Personen aus der Kirchengeschichte waren vorbildlich in ihrem Leiden für Christus?
* Inwiefern macht uns der Text Mut, Christus klar(er) in Wort und Tat zu bekennen?
* Wie können wir Gott als Christen ehren (16)?

Anregungen
Wir planen eine Gebetsinitiative für die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking.
Ein Jahr vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Peking steigt bei den chinesischen Machthabern die Sorge vor regimekritischen Demonstrationen. Einem Bericht der US-Zeitung „Christian Post“ (Washington) zufolge stellt der chinesische Geheimdienst derzeit Listen mit Namen potenzieller Störer zusammen. Darauf sollen neben Menschenrechtsaktivisten und Mitgliedern humanitärer Hilfsorganisationen auch evangelikale Christen genannt sein.

Christliche Gruppen haben bereits angekündigt, dass sie während der Olympischen Spiele trotz eines von der chinesischen Regierung verhängten Missionsverbotes die christliche Botschaft verbreiten möchten. Das Missionswerk „Jugend mit einer Mission“ plant eine „Olympia-Jüngerschaftsschule“ in Brasilien im Vorfeld der Spiele. Das Hilfs- und Missionswerk für verfolgte Christen „Open Doors“ hat eine Initiative mit dem Titel „Hüllt China in Gebet“ angekündigt. Dabei soll zwölf Monate lang bis zum 8. August 2008 – dem ersten Tag der Olympischen Spiele – für „einen geistlichen Wandel“ in China gebetet werden.

Klaus Rösler für DIE GEMEINDE, Oncken Verlag, Kassel


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