Bibellese-Material für Ihren Hauskreis

1. Petrus 3,18-22

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese zu 1. Petrus 3,18-22

Erklärungen
Petrus bohrt mit diesem Text sozusagen ein Loch in die uns umgebende Weltwirklichkeit und gewährt einen Blick in Gottes Wirklichkeit. Er zeigt uns den Weg Christi – wie er leidet, von den Toten aufersteht, im Totenreich predigt, alle Mächte bezwingt, in den Himmel auffährt, zur Rechten Gottes sitzt – und was das für die Gemeinde Jesu und die Welt bedeutet.

18: Das Opfer Jesu versöhnt uns ein für allemal mit Gott. Nichts muss da noch mal getan, nichts muss da wiederholt werden (wie die alttestamentlichen Opfer). Die Folgen der Sünde – Trennung von Gott und ewiger Tod – beseitigte Jesus durch sein Leiden und Sterben ein für allemal. Den Weg zu Gott, den alle Religionen suchen, aber nie finden, öffnete Jesus für uns (Joh 14,6). Er selbst ist dieser Weg.

19-20: Als Gott Jesus aus dem Tod riss, verlieh er ihm so viel Macht, dass er imstande war, die Schranken des Totenreiches zu überwinden, um auch den Verstorbenen seinen Sieg zu verkündigen. Ein Hinweis darauf, dass der Mensch beim Sterben zwar seinen Körper verliert, etwas von der Person aber doch erhalten bleibt (vgl. Lk 16,19-31). Die Bibel gibt uns da manchen Hinweis (vgl. „Verstehen“), vieles bleibt aber auch verborgen. Diesen Toten zur Zeit von Noah, die die Rettung durch Christus zu ihren Lebzeiten nicht erfassen konnten, wird die Möglichkeit gegeben, sie anzunehmen.

21: Gottes Heilstaten haben „Vorbild“-Charakter. Und so ergibt sich aus der Rettung Noahs durchs Wasser hindurch (20) ein Hinweis auf die christliche Taufe. Auch sie ist Symbol für einen neuen Weg, den der Glaubende beschreitet, oder besser für eine Art Durchzug: durchs Wasser (des Gerichtes) auf den Berg der Rettung (Noah und seine Familie); durch das Schilfmeer aus der Knechtschaft ins Land der Verheißung (Mose und das Volk Israel, vgl. 1. Kor 10,1-2); durchs Sterben (mit Christus) in ein neues Leben mit ihm (vgl. Röm 6,3-4), vom alten zum neuen Menschen …

22: Jesus steht weiter im Mittelpunkt. Er ist aufgefahren gen Himmel, in den Machtbereich Gottes. Alle Mächte sind entmachtet und ihm untertan. Jesus ist der Herr. Gott hat ihn über alles erhöht, nur nicht über sich selbst (vgl. das Christuslied in Phil 2,6-11). Von so einem Herrn wie Jesus geht eine gewaltige Kraft aus, genug, um in jeder Situation klarzukommen, gehorsam seinen Weg zu gehen (vgl. 2,21), sogar in der Verfolgung auszuharren (vgl. 4,12-19).

Fragen

Beobachten

* Welche Zahlwörter kommen vor? (Was machen sie klar?)
* Was wissen Sie noch von der Geschichte über Noah und die Arche? Tipp: 1. Mose 6–8.
* Was lernen wir hier über die Taufe?
* Welche Stationen des Weges Jesu werden benannt?
* Welchen Ehrentitel erhält Jesus?

Verstehen
* Worin besteht der grundlegende Unterschied zwischen den Tieropfern des Alten Bundes und dem einmaligen Opfer Jesu?
Tipp: Hebräer 10,11-18. Die alttestamentlichen Opfer blieben ungenügend, das einzigartige Opfer Jesu reicht für immer (vgl. auch Röm 6,10; Hebr 7,27).
* Was erfahren wir hier über das Totenreich?
Hinweis: Lesen Sie die Sacherklärungen zu „Gefängnis“ im Anhang der Lutherbibel. Vergleichen Sie Lukas 16,19-31. Aber auch dort gibt es Unterschiede, denn nicht alle Toten sind am Ort der Qual. Die in Christus Entschlafenen werden bei ihm sein (vgl. 2. Kor 5,8; Phil 1,23).
(Eine alternative Auslegung finden Sie in Orientierung auf Seite 12-13 unter dem Titel „Gepredigt den Geistern im Gefängnis“.)
* Besteht nach dem Tod für unsere Zeitgenossen die Möglichkeit, sich noch zu bekehren? Tipp: Hebräer 9,27.
* Was bedeutet das einmalige Opfer Jesu für uns?

Anwenden
* Was hat Jesus durch seinen einzigartigen Weg für uns erwirkt – und wie wirkt sich das ganz praktisch in Ihrem Leben aus?
* Was bedeutet Ihnen Ihre Taufe?
* Welchen Unterschied macht es für Sie, ob Ihnen das in Vers 22 Berichtete bewusst ist oder nicht?

Anregungen
Vor der Zusammenkunft einen offenen Karton besorgen (evtl. die Deckel abschneiden) und mit der offenen Seite nach unten auf einen Tisch stellen. Unter den Karton zur Beleuchtung eine Taschenlampe legen (vorher testen!).
In eine der Kartonseite ein Loch bohren, groß genug, um mit einem Auge hindurchschauen zu können. Auf die innere, dem Loch gegenüberliegende Seite, folgende, auf weißes Papier geschriebene Sätze kleben:

Danke, Jesus, für dein Opfer.
Danke, Jesus, für den Weg zum Vater.
Danke, Jesus, für das Geschenk der Taufe.
Danke, Jesus, für deine Herrschaft.


An entsprechender Stelle im Stundenverlauf die Taschenlampe einschalten und jeden durch das Loch in den Karton schauen lassen. Anschließend Gebetsgemeinschaft.


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