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„Mir geht´s ja soo schlecht“

Jammern, Mitleid erregen, heulen und schwarzmalen - Vor allem wir Deutschen haben es dabei zu einer gewissen Perfektion gebracht. Wir schlagen die Hände vors Gesicht und glauben auch noch, dass es uns schlecht geht. Dabei gibt es zu viele Dinge, die wir für selbstverständlich halten und schon gar nicht mehr drüber nachdenken, was wäre, wenn das alles ncih tmehr so wäre - und damit meine ich nicht unseren "Luxus"!

Mir geht´s ja soo schlecht“, jammert er und wenn man ihn ansieht, kann man´s fast glauben. „Zeig mal Deinen großen Zeh“ entgegne ich. Er versteht zwar nicht, was das sollt, zieht aber gehorsam Schuh und Strumpf aus.

„Na also, ich sehe, Du bist heute Morgen aus dem Bett gekommen ohne Dir die Zehen am Nachtschränkchen blau zu schlagen. Vermutlich bist Du auch noch in beiden Pantoffeln gelandet ohne auszurutschen und mit dem Steiß an der Bettkante hängen zu bleiben.“ Er nickt.

„Dann hast Du die Kaffeemaschine angestellt ohne einen elektrischen Schlag zu bekommen.“ „Stimmt.

„Zum Duschen kam warmes Wasser aus der Leitung, im Handtuch steckte keine Giftspinne, der Kamm ist Dir nicht an den Ohren hängen geblieben. Kein Einbrecher hat Dir heute Nacht die Wohnung leer geräumt. Gefrühstückt hast Du, ohne Dir den Daumen abzuschneiden oder Dich zu verbrühen, die Zähne geputzt ohne Dir ins Auge zu stechen und bist die Treppe herunter gegangen ohne auch nur eine einzige Stufe zu verfehlen. Stramme Leistung.“

„...“

„Und denk nur was auf der Fahrt hierher alles hätte passieren können! Hunderte von Autos hätten Dich an- oder überfahren können. Ein Flugzeug oder ein Meteor hätte abstürzen und Dich unter sich begraben können. Aber nicht mal ein Radfahrer hat Dich gestreift. Kein Erdbeben, kein Bürgerkrieg. Kein Hund hat sein Beinchen an Deinem Hosenbein gehoben. Sogar die Sonne scheint heute. Es ist erst Elf Uhr und Du hast den ganzen Vormittag unversehrt überlebt.“

Er legt die Stirn in Falten und sieht mich nachdenklich an.

„Treffen wir uns um 17 Uhr auf einen Cappuccino? Dann erzähle ich Dir wie der Tag weitergegangen ist.“

Keine Ahnung was er noch alles erleben wird. Ich weiß nicht mal ob er den Tag bis 17 Uhr erlebt. Aber ich weiß, dass es unendlich viel gibt für das wir Danke sagen können:
Unsern Ehepartnern, Eltern und Kindern, unserm Hausarzt, der Kassiererin im Supermarkt, unserer Regierung, der unscheinbaren Person, die uns auf der Straße im Vorübergehen freundlich anlächelt...

Wir wissen, dass bei denen die Gott lieben, alles gut wird.“ steht in der Bibel, im Römerbrief, Kapitel 8, Abschnitt 28.

Sogar Arbeitslosigkeit, Schicksalsschläge und Krankheit können (erst dann?) Grund zum Danken sein. Wir kommen zur Besinnung und überdenken das Selbstverständliche, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist.

Vor allem wir Deutschen jammern auf hohem Niveau. Ich finde, es wird Zeit, uns bei dem zu bedanken, der uns jeden Tag – trotz allen Leides – so viel Gutes schenkt und der würdig ist, dafür geehrt zu werden:

Danke, Jesus!


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