Gott führt in Krisen – und wieder heraus

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag „Danke für die Krise“ nennen. Doch wer hätte mich verstanden? Diese Aussage kann ich erst treffen, wenn ich durch die Krise hindurch bin und ihr etwas Gutes abgewinnen kann. So war es bei mir auch, als ich gerade aus einer Kur heimkehrte und mich mein damaliger Freund verließ. Ich hatte mich auf einen neuen, schönen Lebensabschnitt gefreut – der nie kam. Heute sage ich: „Gott sei Dank!“

Nach einer Kur kam ich wieder zurück nach Hause. Ich war glücklich und voller neuer Lebensmotivation. Ich hatte lange auf diese Kur gewartet. Meine ganze Hoffnung hatte ich darauf gelegt, denn ich litt – und leide – unter Depressionen.

Als mein Freund mich vom Bahnhof abholte – ich sprudelnd vor Aufregung, gespannt auf den neuen Lebensabschnitt mit ihm – sagte er mir, er hätte eine andere Frau kennen gelernt und dass er mich verlassen würde. Das war nicht meine erste Beziehung, aber bis jetzt wurden die Beziehungen hauptsächlich von mir beendet. Mein neuer Enthusiasmus und meine Welt brach zusammen.

Depressiv, ausgebrannt, apathisch

Ich leide seit meinem 15. Lebensjahr an Depressionen. Ich habe sie meist gut unter Kontrolle und nehme auch keine Medikamente. Seit einigen Jahren leide ich auch an dem so genannzen Burnout-Syndrom. Die Kombination Depression und Burnout machte mich für einige Monate apathisch. Er wusste das, konnte damit aber nicht umgehen.

Ich hatte gehofft, dass die Kur mir helfen würde, aus diesem Teufelskreis raus zu kommen. Das war auch der Fall. Der Tapetenwechsel tat mir gut, die gesunde Ernährung und viel Sport. Leider hatte mein Freund nicht auf mich gewartet. Ein Grund für seine Entscheidung war auch meine Depressionen und die Apathie.

Was er mir bedeutete

Trotzdem: Dieser Mann war etwas Besonderes. Nach über sieben Jahren in Deutschland, wollte ich in meine amerikanische Heimat zurück. Ich hatte mich sogar schon um einen Job gekümmert. Ich wollte in Deutschland nur noch „schnell“ den Motorradführerschein machen; dabei lernte ich ihn kennen: Meinen Fahrlehrer.

Wir hatten viel gemeinsam und er brachte mich oft zum Lachen. Wir machten gemeinsame Motorradtouren. Er feierte mit mir meinen 40. Geburtstag und tröstete mich, als mein Kater überfahren wurde. Bis ich ihn kennen lernte, war ich lang allein – auch, weil ich bei Männern sehr wählerisch bin. Doch bei ihm wusste ich: Diesen Mann will ich heiraten. Er war mein bester Freund. Ich wollte ihm eine gute, liebende Ehefrau sein. Ich wollte ihn verwöhnen. Ich wollte, dass es ihm gut geht.

Doch dann: Plötzlich Schluss. Mein erster Impuls: „Nur weg von hier! Zurück in die USA!“ Doch Emotionen sind keine guten Ratgeber – also entschied ich mich, vernünftig zu sein und mindestens ein Jahr abzuwarten.

Und wo war Gott eigentlich?

Oh ja, Gott... Für Gott hatte ich währenddessen kaum Zeit gehabt. Er war zwar immer da, aber ich war nur in seiner Gegenwart, wenn es mir passte.
Nun – jetzt brauchte ich ihn.
Oft habe ich mir eingeredet, dass ich Gott nah war. Aber ich habe nur so getan, als ob. Tatsächlich war ich meilenweit von ihm entfernt. Aber Gott war mir nah! Gott stellte mir Leute zur Seite, die für mich beteten und die sich um mich gekümmert haben.

Er stellte mich vor die Wahl: Ich konnte mich in meine Depression zurückziehen – schließlich neige ich dazu, oder ich konnte etwas daraus machen. Ich habe mich entschieden, etwas daraus zu machen. Ich nahm mir Zeit, andere Leute besser kennen zu lernen. Ich nahm mir aber vor allem mehr Zeit für Gott, um ihm wieder nah zu sein.

Dabei entdeckte ich einen Abschnitt in der Bibel. Dort stand: „Sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Ich verstand: Diese Krise war meine Chance.

Ich wurde daran erinnert, dass ich in jeder Krise einen Grund finden kann, Gott dankbar zu sein. Und manchmal zeigt Gott uns auch, warum diese Krise sein musste. 

Übrigens war die Beziehung meines Ex-Freundes zur seiner „Neuen“ schon nach sieben Monaten wieder beendet.


Kommentare

Von Carola am .

Hallo, super Zeugnis! Alles Gute weiterhin und Gottes Segen.
Bin im Moment, nach zwei grossen OP`s (Seit April2014), mit hohen Blutverlusten, in einer grossen Krise. ( Depression mit Ängsten ) Hoffe, dass ich mit Gottes Hilfe da auch schnell wieder raus komme. Denn Gott ist da und hat mir in so manchen schwierigen Zeiten schon sehr geholfen. Dafür danke ich unseren grossen Schöpfer sehr und dass er mich, mich Schaf (Määäh.....) ausgesucht hat und errettet hat. Danke du grosser Gott!. Alles Liebe und Gottes Segen von Carola aus B.

Von Janine M. am .

wunderbar mutmachendes Zeugnis. Vielen Dank! Gott segne Sie.
Janine M.


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