Biblischer Impuls Lesezeit: ~ 3 min

Chefsache Turmbau

Schauplatz: Die Stadt Babel in einer Ebene im Lande Sinear. Die Menschheit war noch ein einziges Volk und hatte nur eine Sprache. Friede, Freude, Eierkuchen. Ab

Schauplatz: Die Stadt Babel in einer Ebene im Lande Sinear. Die Menschheit war noch ein einziges Volk und hatte nur eine Sprache. Friede, Freude, Eierkuchen. Aber wie das so ist: Auf Dauer ohne Herausforderung zu leben, ist auch öde. Wenn´s der Kuh langweilig wird, geht sie aufs Eis.

Dabei war es noch gar nicht so lange her, dass die ganze Erde von riesigen Wassermassen überflutet worden war – schlappe drei Generationen bloß. Und das war kein Tsunami, den wir uns aus sicherer Distanz per Sattelitenschüssel angesehen haben! Die Sintflut war noch so lebendig in der Erinnerung, um sich die Geschichte immer wieder zu erzählen.

Vielleicht war das der Grund, weshalb sich ein paar schlaue Kerle zusammengesetzt haben: „Das darf nie wieder passieren“, könnten sie gesagt haben, „aber wie sollen wir das verhindern?“ Der Urahne aller erfolgreichen Maurer hatte schließlich die zündende Idee: „Wir formen Lehmziegel und bauen einen Turm der bis in den Himmel reicht. Darin sind alle vor den Fluten sicher und wir sind...“, er warf einen gewichtigen Blick in die Runde, „...bei der nächsten Katastrophe die Helden und werden wie Gott sein!“ Ergriffenes Schweigen. Dann wurde aus dem Einfall die Tat.

Die Bibel berichtet davon im elften Kapitel ihres ersten Buches:
Die Menschen bauten einen Turm der bis in den Himmel reichte.“ Viele Maler haben versucht, sich vorzustellen wie er ausgesehen haben mag. Mit Wendeltreppe, Holzgerüst und Leitern. Es kostete immer mehr Mut, mit den nächsten Ziegeln hinaufzuklettern. Bloß nicht nach unten sehen!

Bevor aber der Statiker zugeben konnte, dass es dem Ganzen doch langsam etwas an Stabilität gebrach, greift der allmächtige Gott selber ein: „Seht nur, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie. Und dies ist erst der Anfang ihres Tuns . Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein was sie sich auch vornehmen. Auf, steigen wir hinab und verwirren wir dort ihre Sprache, so dass keiner mehr die Sprache des andern versteht.“ Und Gott kam herab um sich Stadt und Turm anzusehen – heißt es.

Der letzte Schwindelfreie hatte noch nicht das Handtuch geworfen, da schwingt sich der dreieinige Gott auf die Erde herunter. Scheint wohl doch noch ein Stück gefehlt haben zwischen der aktuellen Turmspitze und Gottes Wohnzimmer. Trotz der ernsten Lage behält sich die Bibel ein Augenzwinkern vor.

Im Laufe der Menschheitsgeschichte passiert es übrigens immer wieder, dass Gott sich besondere Interventionen zur Chefsache macht:
Er teilt Abraham persönlich mit, dass er mit seinen 100 Jahren noch Vater eines unzählbar großen Volkes werden wird.
Später spricht er aus einem brennenden Dornbusch und beauftragt Mose, sein Volk aus der Sklaverei zu führen.
Zuletzt und als größtes Ereignis aller Zeiten kommt Er selbst als Baby zu Welt.

Und was ist aus Babel geworden? Der Turm sollte verhindern, dass die Menschen in alle Winde zerstreut werden. Ob nun durch eine erneute Flut oder durch andere Naturkatastrophen. Und Gott erschuf kurzerhand die Fremdsprachen, um die Menschen tatsächlich an ihrem Vorhaben zu hindern und sie in alle Winde zu zerstreuen. Ironisch komisch, dieser Gott... 

Und wie stellen wir uns das mit den neuen Sprachen vor?

  „He, Josef, gib mir mal wacker den nächsten Stein hoch!“
„Comment?“
„Hey folks, what about the next stone?“
„Zeg jongens, hoe zit dat nou met die volgende steentjes daar beneden?“
„Come çi ciama questo?"
„Jetzele, was isch denn dooh unne loos?“
يوجد هنا مكان جيد النبيذ الاحمر؟
„Sugar in the mooorning...“


Ok, der letzte hatte noch nicht mitgekriegt, dass es Verständigungsprobleme gibt...


Seitdem müssen sich weltweit Generationen von Schülern jahrelang mit Vokabeln herumärgern. Der Prediger hat das Thema noch Mal aufgegriffen:
Wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämen und wer viel lernt muss viel leiden.

Vielen Dank auch, ihr lieben Babylonier!


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