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Die Chance über dem Chaos

„Und die Erde war(d) wüst und leer (geworden) und es war finster auf der Tiefe – und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.“ - Sieh mal an! Dachte ich bei mi

Und die Erde war(d) wüst und leer (geworden) und es war finster auf der Tiefe – und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

Sieh mal an! Dachte ich bei mir: Die Leidensgeschichte unseres Schreibtisches! Der Erde ist es nicht besser ergangen als unserem Papierkram.

Ausleger biblischer Texte haben herausgefunden, dass es bei dem Satz aus der Bibel sowohl „war“ als auch „ward“ oder „war wüst und leer geworden“ heißen kann. Für „wüst und leer“ wird im O-Ton das uns nicht ganz unbekannte Wort »Tohuwabohu« benutzt. Mit der Tiefe kann das echte Meer oder auch das Völkermeer gemeint sein, in dem die Finsternis vorherrscht und somit der Durchblick fehlt. Ganz kühne Theologen meinen auch herausgefunden zu haben, wer das Chaos damals verursacht hatte. Denn, so schließen sie messerscharf, ein Gott der Ordnung und Harmonie, der den Sternenhimmel so kalkuliert hat, dass die Sterne hübsch umeinander herum fliegen und sich nur ganz selten in die Quere kommen, kann es ja schlecht gewesen sein.

Sie fanden den Bösewicht im Buch Jesaja im Kapitel 14. Der Lichtbringer, der Morgenstern, der Superstar unter den Engeln, Luzifer, jetzt Teufel, wurde aus dem Himmel geworfen, weil er sich anmaßte, Gott gleich zu sein. Nach seiner Landung hat er „den Erdkreis zur Wüste gemacht und die Städte zerstört“.
Da haben wir also den Salat! Deshalb müssen wir immer selber aufräumen und können nicht wie die „Bezaubernde Jeanie“ nur die Arme verschränken und mit den Augen zwinkern.

Im Zusammenhang berichtet diese Bibelstelle noch, dass der Teufel nach der „Erdung“ nicht begraben wird. Er hat bis heute nicht aufgehört Unordnung und Missverständnisse zu verursachen, das kann nicht nur unser Büro bezeugen.

Eva ließ sich überreden, die verbotene Frucht zu probieren und flog dafür mitsamt ihrem Adam definitiv aus dem Paradies. Hiob verlor seinen Besitz, seine Kinder, die Sympathie seiner Frau und seine Gesundheit. Alles Luzifer schuld... Und wer sich über das Leid in der heutigen Welt informieren möchte, braucht nur die Medien befragen. Wo man auf die Anweisungen des »Diabolos«, des „Durcheinanderbringers“ eher hört als auf die des Schöpfers, sind Schmerz und Unheil vorprogrammiert. 

Gott sei Dank, der Vers geht noch weiter! Erleichtert und zur Hoffnung aller verzweifelten Non-Stop-Sucher steht da: „und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser“. Gottes Geist bewacht die Welt. Er lässt uns nicht mit unserm Chaos allein. Auch nicht mit dem in unserm Herzen. Er hat die Übersicht. Es gilt den Blick nach oben zu richten.

Petrus hat das ausprobiert. In seiner impulsiven Art wollte er Jesus auf dem Wasser ein Stück entgegenkommen. Das hat er auch geschafft, bis er dem aufgewühlten Wasser und den hohen Wellen mehr Aufmerksamkeit schenkte als Jesus, auf den er zuging. Fast wäre er abgesoffen. Zum Glück fiel ihm das beste ein, was er tun konnte: Er schrie nach Jesus. Und der zog ihn wieder hoch.

Gott hat damals beschlossen, der Leere und Finsternis ein Ende zu machen:
Zuerst hat er das Licht angemacht. Dann hat er aufgeräumt und eine wunderschöne Erde erschaffen. Wenn Musiker oder Komiker zusammensitzen und brainstormen kommen die verrücktesten Dinge heraus. Als JHWH die Welt erschuf scheint er mindestens genauso viel Spaß dabei gehabt zu haben. Achten wir nur mal auf den Ideenreichtum bei Tarnfarben bei Pflanzen, der Musterung der Fische und welche Hilfsmittel Vögel bei der Nahrungssuche gebrauchen. Da passt alles zusammen und wenn wir Menschen nicht dazwischenfunken, könnte es auch dabei bleiben.

Wenn Du merkst, dass Dein Leben wüst und leer (geworden) ist und mal eine gründliche Inventur braucht, dann bitte Gott um Hilfe. Er räumt auch Dein Tohuwabohu auf.


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