Erfahrungsbericht

Aufruf zur Freude trotz der Eitelkeit des Lebens

Christen sollen dies nicht, dürfen das nicht, sie können keinen Spaß haben, weil ihnen alles verboten ist.

Bevor ich mich entschied, Jesus Christus nachzufolgen, begegnete ich außergewöhnlichen Menschen, die dies bereits taten. Sie hatten eine Lebensfreude, die mich anzog, und sie waren so ganz anders, als andere Christen, die mir früher begegnet waren. Letztere waren definitiv Gott ergeben, aber sie durften so vieles im Leben nicht genießen. Ich hingegen bin ein fröhlicher Mensch, der gerne laut lacht und der seine Sieben Sachen sehr genießt.

Ich liebe vielerlei Musik, und ich höre sie gerne auch so laut, dass es richtig kracht. Tanzen - ob mit Partner oder in der Gruppe in einer Disco - ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich besitze seit 14 Jahren einen MGB - das ist ein Oldtimer-Cabrio. Der ist auch nicht gerade leise und mein Fahrstil ist zügiger als der mancher Männer. Außerdem ziehe ich mich gerne attraktiv an und lass mir meine Haare gut schneiden. Das Tragen von Parfum ist für mich so selbstverständlich wie das Tragen von Kleidung. All dies entsprach so gar nicht den Gewohnheiten jener Christen, die ich früher kennen lernte.

Nun könnte man meinen, ich tue diese Dinge, weil ich gerne damit angebe oder gern im Mittelpunkt stehe. Sicherlich stimmte das auch ein wenig in meinem Leben vor meiner Zeit mit Jesus Christus. Ich bin nie ein großspuriger Mensch gewesen, aber ich habe es schon genossen, ein bisschen Aufsehen mit einem Oldtimer zu erregen. Ein größerer Faktor am Auto fahren aber war der Spaß an der Sache: Gas geben, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen... Was die Musik betrifft, so ist es ein großer Genuss, sie zu hören und sich dazu zu bewegen... Und ich kann es nicht ausstehen, schlecht zu riechen. (Ich habe den leisen Verdacht, dass es nicht meine Berufung ist, in den Slums von Kalkutta zu arbeiten. Aber Jesus möge mich eines Besseren belehren, wenn es so sein sollte.)

Dann lud ich Jesus Christus in mein Leben ein. Und ich überdachte viele Bereiche meines Lebens. Ich brach nichts übers Knie, sondern es geschahen leise Veränderungen in meinem Leben. Hier und da war eine Verbesserung in meinem Charakter zu erkennen. Nicht, dass ich vorher so ein schrecklicher, ungenießbarer Mensch gewesen wäre, aber jeder Mensch hat ja Fehler, an denen er arbeiten sollte.

Natürlich hörte ich dabei auch auf meine älteren Glaubensgeschwister. Dazu zählten nicht nur die außergewöhnlichen, lebenslustigen Menschen, die ich im ersten Satz erwähnte, sondern auch Geschwister aus anderen Kirchengemeinden und Glaubensgemeinschaften. Ich hatte das Gefühl, ich müsste noch Vieles lernen und hatte einen großen Hunger nach Erklärungen über Gottes Wort - die Bibel. Ich hörte mir allerlei Kassetten mit Predigten an und ging auch zu Konferenzen, wo viel über die Bibel gelehrt wurde. Meine Versuche, alleine in der Bibel zu lesen, scheiterten meist an einem Frust, den ich hinterher verspürte, weil ich meinte, nichts richtig verstanden zu haben. Mein Verständnis von vielen Versen war, im Gegensatz zu dem Verständnis anderer Christen, zu einfach und begrenzt, so dachte ich.

Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Ich habe mir auch eine Menge Müll angehört und angeeignet. Mein Leben veränderte sich somit auch in anderer Beziehung. Ich hörte auf, Spaß zu haben. Wenn ich einmal Spaß hatte, dann bekam ich ein schlechtes Gewissen. „Wenn du jetzt mit dem MG fährst, dann willst du ja nur, dass die Leute hingucken!" hörte ich meine innere Stimme klagen. Das MG-Fahren war für mich damit zum Stress geworden, denn eine Angeberin wollte ich nicht sein. Als dann eines meiner älteren Glaubensgeschwister auch noch sagte, „Du solltest diesen Wagen verkaufen!" hätte ich es sofort getan, wenn es sich damals finanziell gelohnt hätte.

Ich kleidete mich weiterhin attraktiv und benutzte Parfum, aber nicht ohne jedes Mal darüber nachdenken zu müssen, ob das Gott gegenüber demütig genug sei. Irgendwann las ich im Buch der Bücher den Abschnitt in Prediger 9, 1-10. Besonders, „So geh hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen." (Vers 7).

Huch! Was las ich denn da? Spaß haben ist erlaubt? Genießen soll ich mein Leben mit frohem Mut? Und dann las ich weiter: „Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu." in Vers 18. Diese Zeilen in der Bibel schlugen bei mir wie ein Blitz ein! Ich dachte erneut über meinen Lebensstil nach und stellte fest, dass meine Lebensfreude mir tatsächlich abhanden gekommen war. Wie konnte das nur passieren?

Ich hatte zu viel auf Andere gehört und zu wenig selbst in der Bibel gelesen. Gott wollte mir das sicherlich längst klar machen, aber ich vertraute nicht auf mein eigenes Gehör, sondern auf das anderer Menschen für ihr eigenes Leben.

Ich höre immer noch gerne zu, wenn andere Christen mir von ihren Erkenntnissen aus der Bibel erzählen. Aber heute überprüfe ich Erkenntnisse Anderer im Gebet und freue mich über die zweite Befreiung, die Jesus Christus mir geschenkt hat: Es gibt nicht nur ein Leben nach dem Tod, sondern auch ein Leben vor dem Tod. Entscheidend ist, dass ich beide Leben mit Jesus verbringe. Der Rest ergibt sich von selbst.

Ich habe übrigens mit dem Fliegen von Privatflugzeugen angefangen, und hatte schon vor meiner ersten Flugstunde den Eindruck, als wenn mein himmlischer Vater mich mit Freude anschaute und sagte, „So gefällst du mir schon viel besser; so hatte ich mir dich gedacht!


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