Der ultimative Witz

Britische Wissenschaftler haben die Psychologie des Humors erforscht. Auf einer Seite im Web wurden Witze gesammelt, die später von Testpersonen beurteilt wurden. Die Wissenschaftler haben auch die Reaktionen der Testpersonen bewertet.

Britische Wissenschaftler haben die Psychologie des Humors erforscht. Richard Wiseman von der "University of Herthfordshire" hat dazu die Internetseite "Laughter Lab" eingerichtet, auf der Witze eingetragen und beurteilt wurden. Jeder, der sich auf dieser Seite anmeldete, wurde zu Alter, Geschlecht und Nationalität befragt und musste einen Fragebogen ausfüllen. Diese Informationen sollten beantworten, ob etwa die Art des Humors geschlechts- oder länderabhängig ist oder regionale Unterschiede aufweist. "Bestimmte Arten von Witzen dominieren in bestimmten Ländern, andere werden offensichtlich von der ganzen Welt verstanden", so Wiseman in "BBC News Online".

Studien hatten gezeigt, dass Menschen mit einer Verletzung der rechten frontalen Gehirnhemisphäre über Witze nicht lachen. "Einen Witz zu verstehen und diesen lustig zu finden bedarf einer nicht zu unterschätzenden Gehirnleistung", erklärt Wiseman.

Am Ende des Experiments dann der große Test: Eine freiwillige Versuchsperson wurde dem lustigsten Witz "ausgesetzt", während gleichzeitig die Gehirnströme gemessen wurden. Anschließend wollten Forscher dann die Wirkung von Humor auf das Gehirn näher beleuchten. Dabei untersuchte ein Scanner die Aktivität in verschiedenen Teilen des Gehirns. Ende September 2002 wurde der lustigste Witz enthüllt und der Autor zum "King of Comedy on the Internet" gekürt. 

Der Gewinner-Witz

Nach sehr sorgfältiger und genauer Überprüfung können wir stolz den Gewinner-Witz zu präsentieren. Dieser Witz erreichte die höchste Wertung von allen:

Eine Gruppe von Jägern aus New Jersey waren im Wald, als einer von ihnen zusammensinkt und die Augen verdreht. Er scheint nicht zu atmen. Ein anderer Jäger holt sein Handy raus und ruft einen Notarzt. Er keucht ins Telefon: „Mein Freund ist tot, was kann ich tun?“ Der Mann der Notrufzentrale versucht ihn zu beruhigen und spricht mit sanfter Stimme: „Keine Panik, ich kann ihnen helfen. Zuerst versichern Sie sich, dass ihr Freund tot ist.“ Zunächst ist Stille in der Leitung, dann fällt ein Schuss. Der Mann im Wald kommt wieder ans Telefon und sagt: „Okay, was jetzt?“

Der Gewinnerwitz wurde von einem 31jährigen Psychiater aus Manchester, Großbritannien vorgeschlagen. Er hat „LaughLab“ erzählt:

„Ich mag den Witz, weil sich Leute besser fühlen, da er sie daran erinnert, dass es immer jemanden gibt, der etwas verrückteres tut, als sie selbst.“

Warum also hat der Witz nun wirklich so gut abgeschnitten?
Dr. Richard Wiseman, der Psychologe von „LaughLab“ sagt:

„Dieser Witz ist interessant, weil er in vielen verschiedenen Sprachen funktioniert, weil er Frauen und Männer, Jung und Alt gleichsam anspricht. Viele der vorgeschlagenen Witze haben bei bestimmten Personengruppen höhere Punktzahlen erreicht, aber dieser war irgendwie universaler. Außerdem werden Witze aus den verschiedensten Gründen als lustig empfunden: Manchmal fühlen wir uns anderen überlegen, sie senken das emotionale Gefühl der Angst, provozierend wirkenden Ereignissen oder sie überraschen uns einfach wegen einer Unstimmigkeit oder fehlender bzw. übertriebener Logik. Der Jägerwitz beinhaltet alle drei Elemente: Wir fühlen uns dem dummen Jäger überlegen, wir realisieren das Missverständnis zwischen ihm und den Man am Telefon und der Witz hilft uns, über die eigene Sorge der Sterblichkeit zu lachen.“
www.laughlab.co.uk/winner.html

Es mag nicht der tollste Witz sein, was witzig ist und was nicht, ist ja bekanntlich auch Geschmackssache. Dass Lachen aber gesund ist, behauptet nicht nur der Volksmund, sondern mittlerweile auch die Wissenschaft. „Gelotologie“ heißt die Lehre vom Lachen. Sie erforscht die heilsame Wirkung des Lachens und deren Gründe.

„Ein fröhlicher Mensch lebt gesund; wer aber ständig niedergeschlagen ist, wird krank und kraftlos.“ 

Sprüche 17, 22 


Kommentare

Von Werner am .

naja - der Brithumor war auch schon besser.


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