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Was bedeutet Gebet?

Beten erscheint manchem als notwendiges Übel, das irgendwie zum Christsein gehört, anderen als Selbstgespräch. Warum also überhaupt beten?


Was charakterisiert das Gebet?

Beten kann – wie jedes andere Gespräch auch – viele Formen haben: Es gibt die liturgischen Gebete, das sind Gebete die im Gottesdienst vorkommen und immer denselben Wortlaut haben. Diese Form des Gebetes hat ihren Platz, wo viele gemeinsam laut beten wollen. Hilfreicher erlebe ich dagegen die freien Gebete: Da bespreche ich mit Gott, was ich auf dem Herzen habe.

Sicher, diese Gespräche sind im Vergleich mit einem zwischenmenschlichen Gespräch oft einseitiger ausgeprägt – und wenn da ein anderer zuhören würde, der nicht wüsste worum es geht, müsste er den Eindruck bekommen, dass es sich um ein Selbstgespräch handelt.
 

Könnte man nicht genausogut schweigen?

Ich möchte es mit dem Gespräch zwischen zwei Menschen vergleichen, die sich sehr gut kennen. Denn beten ist - wie das Reden miteinander – der Ausdruck der Beziehung, die man zueinander hat. Es gibt keine funktionierende Beziehung, in der man sich anschweigt! Das Gespräch unter Verliebten ist ebenso selbstverständlich wie das unter Freunden. Wo das Schweigen herrscht, ist die Beziehung tot.

Es kommt in gut funktionierenden Beziehungen häufig vor, dass einer lange redet – und der andere ebenso lange liebevoll und geduldig zuhört. So hört Gott gerne und geduldig zu, wenn wir im Gebet unser Herz vor ihm ausschütten. Er ist auch ein geduldiger Zuhörer, wenn ich meine Pläne und Überlegungen, meine Fragen und Erlebnisse vor ihm ausspreche, mich mit ihm berede.
 

Zuhören

Auf der anderen Seite gehört zum Beten auch das Hören - wie im normalen Gespräch. Gott hat uns dazu sein Wort, die Bibel, gegeben. Wenn wir darin lesen, so hören wir - auch konkret und alltagsrelevant -, was Gott uns heute sagen will. Darum gehört auch das "vor Gott stille sein" - das Nachdenken über das, was er redet, zum Beten.
 

Beten: eine Einladung Jesu

Jesus selber ist nun "der Ansprechpartner" für uns. Jesus hat es uns überhaupt erst ermöglicht, immer und überall mit Gott reden zu können. Er ist auf die gleiche, menschliche, Stufe hinabgestiegen und lädt nun alle Menschen ein, wieder in eine "lebendige Beziehung" zu Gott zu kommen. So ist Jesus das "Beziehungsangebot" an uns Menschen. Und da sind wir wieder an dem Punkt, wo es um die Ausgestaltung einer lebendigen Beziehung geht: Im miteinander reden - bzw. beten. Darum ist keine Beziehung zu Gott ohne ein entsprechendes Gespräch (Gebet) mit ihm möglich.


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