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Was tun, wenn es kriselt?

Neue Sendereihe gibt in Kuba Rat bei Familienproblemen. Doch die Pandemie erschwert die Produktion.


Dass es in einem Land schwer ist, an christliche Inhalte zu kommen, in dem 65 Prozent der Bevölkerung Christen sind, scheint ein Widerspruch zu sein. Doch in Kuba ist genau dies der Fall. Ein Internetanschluss ist dort sehr teuer. Auch Druckkosten sind im Vergleich zu Deutschland relativ hoch. Umso besser, dass es dort christliches Radio gibt. Jeden Abend zwischen acht und elf Uhr sind landesweit christliche Programme in spanischer Sprache über Mittelwelle zu hören. Möglich macht es die TWR Sendestation auf Bonaire. Seitdem deren Sendestärke im Februar 2018 erhöht wurde, kann man die christlichen Inhalte endlich in ganz Kuba hören.

Das Programm umfasst beliebte Sendereihen wie „Women of Hope“ oder TTB („Durch die Bibel“), aber auch einige Sendungen speziell für kubanische Zuhörer. Diese produziert der Leiter von RTM Kuba, Alberto Gonzales, zusammen mit einem kleinen engagierten Team. Seit 2005 arbeiten sie in der kubanischen Hauptstadt Havanna an christlichen Programmen für Kuba. Diese sind dort mehr als willkommen. Da alle landesinternen Medien staatlicher Leitung unterstehen, gibt es keine anderen christlichen Radiosender in Kuba. Die Mittelwellensendungen, die TWR von Bonaire ausstrahlt, sprechen daher viele Menschen an, die sich für biblische Inhalte interessieren.
 

Neue Sendung mit Erziehungs- und Ehetipps

Alberto Gonzales
Alberto Gonzales leitet das christliche Radioteam in Kuba (Bild: Brad Swanson / TWR)

Im letzten Jahr kam Alberto Gonzales die Idee, ein neues Programm für Kuba zu gestalten. Die neue Sendereihe „Our Home“ möchte eine Hilfe sein, bessere familiäre Beziehungen aufzubauen. Sie gibt Rat für schwierige Familiensituationen wie Krisen in der Partnerschaft, Untreue, Probleme bei der Kindererziehung oder der Pflege eines Angehörigen.

Alberto Gonzales ist überzeugt, genau solch ein Programm brauchen die Menschen in Kuba gerade: „Viele Menschen in Kuba sind verwirrt. Sie brauchen eine Sendung, die ihnen Orientierung für ihr Leben gibt. Orientierung bei Themen wie Scheidung, Kindererziehung, Umgang mit Süchten sowie anderen ethischen Fragen. Ich erhalte viele Fragen von Zuhörern zu solchen Themen. Und ich bin sicher, dass eine solche Sendung auch viele Nichtchristen interessieren wird.“

Viele Menschen in Kuba sind verwirrt. Sie brauchen eine Sendung, die ihnen Orientierung für ihr Leben gibt. Orientierung bei Themen wie Scheidung, Kindererziehung, Umgang mit Süchten sowie anderen ethischen Fragen. – Alberto Gonzales, Leiter RTM Kuba

 

Ähnlich sieht das auch Annabel Torrealba, die als Programmdirektorin für Lateinamerika bei TWR arbeitet: „Dieses Programm wird die Herzen vieler kubanischen Zuhörer tief bewegen.“ Anfang November 2019 startete die neue 15-minütige Sendereihe. Seitdem geht das neue Programm immer Freitagabend um 10 Uhr über den Sender. Nicht nur in Kuba ist es zu hören, sondern auch in Venezuela, Mexiko und dem südlichen Teil der USA, wo viele spanisch sprechende Menschen als Migranten leben. Auch auf der Onlineplattform TWR 360 kann man sich die Programme anhören.
 

Gefängnisinsassen wurden zu begeisterten Hörern

Doch das ist noch nicht alles. Neben der neuen Sendereihe hat RTM Kuba auch begonnen, eine Gefängnisarbeit aufzubauen. Über Brief und Telefon haben sie Kontakt zu 25 Inhaftierten aus vier Gefängnissen aufgebaut. Schon seit einiger Zeit gab es eine gut organisierte Gruppe von Geistlichen, die Gefängnisse besuchte. Alberto lernte den Leiter dieser Arbeit kennen und gab ihm christliche Literatur, die dieser an die Häftlinge verteilen konnte.

Da es in einigen Haftanstalten in Kuba erlaubt ist, ein eigenes Radio zu besitzen, erzählten die Seelsorger den Gefangenen auch, wie sie die christlichen Programme hören können. Viele Häftlinge waren so begeistert von den Sendungen, dass sie sich an das Team von RTM Kuba wandten und die Mitarbeiter baten, christliche Literatur und Informationen zu den Sendungen auch an ihre Verwandten weiterzugeben.
 

Herausforderungen und Rückschläge bleiben nicht aus

ERF Medien unterstützt die neue Sendereihe „Our Home“. Ihre Spende hilft uns, dieses und andere christliche Medien-Projekte in Südamerika zu ermöglichen.

Doch neben all den positiven Entwicklungen gibt es auch Rückschläge. Im Dezember brach Alberto Gonzales sich das Bein. Und dann im Frühjahr 2020 kam mit der Pandemie die nächste deutlich größere Hürde für das Team in Kuba.

Wie auch in anderen Ländern der Welt schlossen Mitte März alle Schulen, Universitäten, Gemeinden, Freizeitanlagen, Restaurants und Fitnessstudios in Kuba. Der öffentliche Verkehr kam zum Erliegen und vielen Menschen war es nun nicht mehr möglich zwischen den Städten und Provinzen hin- und herzureisen. Denn in Kuba – wie in vielen anderen Ländern Lateinamerikas – spielen öffentliche Verkehrsmittel noch eine weitaus größere Rolle als in Westeuropa. Auch der Post- und Warenversand erlebte einen Stillstand.

Dadurch war es dem Team in Kuba lange unmöglich, das Büro aufzusuchen, geschweige denn Briefe an Hörer zu senden oder von diesen zu empfangen. Alberto arbeitete bis in die Sommermonate hinein komplett von Zuhause aus, beantwortete von dort am Telefon Hörerfragen und schrieb Skripte für neue Programme.

Die Lage in seinem Land betrachtet er mit Sorge: „Es ist abzusehen, dass uns wirtschaftlich sehr schwere Zeiten bevorstehen. Wir erwarten, dass es zu einem Mangel an Nahrungsmitteln kommen wird. Es ist schon jetzt traurig zu sehen, wie viele Menschen vor den Geschäften Schlange stehen und darauf warten, endlich Essen kaufen zu können. Dennoch hat Gott uns immer mit dem versorgt, was wir brauchten. Wir erwarten und vertrauen darauf, dass er uns zur rechten Zeit mit allem Notwendigen versorgen wird – so wie er es schon immer getan hat.“

Gott uns immer mit dem versorgt, was wir brauchten. Wir erwarten und vertrauen darauf, dass er uns zur rechten Zeit mit allem Notwendigen versorgen wird – so wie er es schon immer getan hat. – Alberto Gonzales, RTM Kuba

 

Wir beten …

  • dass viele Menschen in Kuba die neue Sendereihe „Our Home“ hören und davon angesprochen werden.
  • für gute Ideen für die Produzenten, um dieses Programm weiterzuentwickeln.
  • dass viele Inhaftierte durch die christlichen Sendungen und den Kontakt zum Team Jesus Christus kennenlernen.
  • für Bewahrung und Schutz für das Team in Kuba während der Pandemie.
  • für Weisheit und Gesundheit für Alberto Gonzales, der das Team in diesen schweren Zeiten leitet.

 

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