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© Sane Sodbayar / unsplash.com

11.03.2021 / ERF GlobalHope / Lesezeit: ~ 6 min

Autor: Rebecca Schneebeli

Öl, Zucker, Mehl und Radio

Mit Care-Paketen und neuen digitalen Angeboten weisen Radioteams in Zentralasien auf Jesus hin.


Die Corona-Pandemie beschäftigt weiter die Menschen. Das ist in Deutschland nicht anders als in Zentralasien. Anders als in Deutschland bewirkten dort die verschiedenen Lockdowns einen großen Preisanstieg bei Lebensmitteln. Viele Menschen, vor allem ältere, stehen nun vor dem Problem, wie sie weiter an bezahlbare Grundnahrungsmittel kommen sollen.

Auch waren die Bewohner in Alten- und Pflegeheimen mit großer Einsamkeit konfrontiert, weil sie keine Besucher mehr empfangen konnten: eine Situation, die wir auch in Deutschland erlebt haben und weiter beobachten. Jobverluste führten zu weiterer Not bei vielen Menschen.
 

Spontane Care-Pakete öffnen Herzen

Das christliche Radioteam, das im Auftrag von ERF Medien und unserem internationalen Partner TWR in Zentralasien tätig ist, sah die Not der Menschen in ihrem direkten Umfeld und hatte Mitleid. Sie spürten: Jetzt ist es dran, unseren Nachbarn und Bekannten ganz praktisch die Liebe Jesu zu zeigen. Einige Bewohner der Pflegeheime waren schließlich treue Zuhörer.
 

Zusammen mit TWR hat ERF Medien vor circa 20 Jahren die christliche Medienarbeit in Zentralasien aufgebaut. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns dabei, weiter in diese Region zu investieren. Erfahren Sie mehr über unsere Medienprojekte in Zentralasien.

Schon in der Vergangenheit hatte das Team mit ihren Gemeinden soziale Hilfsaktionen durchgeführt. Doch um jetzt zu helfen, brauchten sie selbst Unterstützung von außen. Sie teilten ihr Anliegen einer deutschen Partnergemeinde mit. Durch eine Spendenaktion kam genug Geld zusammen, sodass die zentralasiatischen Gemeinden Essenspakete für eine Verteilaktion schnüren konnten. Die Pakete enthielten lang haltbare Grundnahrungsmittel wie Öl, Mehl, Zucker, Reis und Konserven. Neben den Lebensmitteln enthielt jedes dieser Care-Pakete aber auch ein kleines Radio samt einer oder mehrerer Speicherkarten mit christlichen Programmen.

Zusammen mit ihren Gemeinden verteilte das Radioteam die Hilfspakete an besonders arme Familien in ihren Dörfern und an ältere Menschen in Pflegeheimen. Dabei erlebten sie, dass diese kleine Aufmerksamkeit eine große Veränderung im Leben dieser Menschen bewirkte. Wenn sie sie mit ihren Care-Paketen besuchten, schlugen ihnen Dankbarkeit und große Freude entgegen. Durch die praktische Hilfe zur rechten Zeit erlebte das Team eine neue Offenheit für ihre Medienarbeit in dieser für das Evangelium sonst schwer zugänglichen Region. Dadurch dass sie ihre Liebe zu ihren Mitmenschen sichtbar machten, brachten sie ihnen auch Gottes Liebe näher.

Durch die praktische Hilfe zur rechten Zeit erlebte das Team eine neue Offenheit für ihre Medienarbeit.  Durch das Zeigen ihrer Liebe zu ihren Mitmenschen brachten sie ihnen auch Gottes Liebe näher.

 

Christliches Radio wird in Pandemiezeiten noch wichtiger

Auch auf die Sendungen bekommen die regionalen Radioteams in den Ländern Zentralasiens viel positives Feedback und das, obwohl sich dort über viele Monate hinweg das Radiomachen zum Teil als durchaus schwierig erwies. Wie auch hier in Deutschland mussten Aufnahmen zum Teil daheim produziert werden – und das bei einer deutlich schlechteren technischen Ausstattung, als Radiostationen in Westeuropa sie kennen. Doch die Teams haben diesen Herausforderungen immer wieder getrotzt und die Hörer haben es ihnen gedankt.

Viele der Stammhörer haben die Zeit der Pandemie sogar genutzt, um anderen ganz bewusst von den mutmachenden christlichen Sendungen zu erzählen. So berichtet ein Hörer: „Als das Virus sich ausbreitete und alle Menschen voller Panik und Sorge waren, gab ich ihnen die Adresse eures Radiosenders. Denn ich selbst habe in dieser schwierigen Zeit Hoffnung und Frieden in euren Programmen gefunden.“

Ich habe in dieser schwierigen Zeit Hoffnung und Frieden in euren Programmen gefunden. – Zuhörer aus Zentralasien

 

In Depressionen Jesus gefunden

Nicht in vielen Fällen erfahren unsere Teams vor Ort, was aus solchen Begegnungen wird. Briefe und E-Mails wie diese sind ziemlich ungewöhnlich. Denn die Menschen in Zentralasien sind eher verschlossen. Zudem passt es wenig zu ihrer oralen Kultur, Briefe oder Emails zu schreiben. Umso erstaunlicher ist jede positive Rückmeldung, jeder ermutigende Brief oder aufmunternde E-Mail für die regionalen Teams, besonders wenn dadurch deutlich wird, wie sehr sich das Leben eines Menschen durch den Glauben verändert hat. Ein weiterer Hörer schrieb folgende eindrückliche Geschichte:

Ich bin Christ und höre eure Sendungen schon sehr lange. Die Geschichte, von der ich euch jetzt erzähle, geschah während des landesweiten Lockdowns. Ich habe einen jüngeren Bruder und er hatte Probleme mit seiner Familie. Als seine Frau ihn mit den Kindern verließ, wollte er Selbstmord begehen. Er rief mich an und sagte: „Ich bringe mich jetzt um.“

Natürlich fuhr ich so schnell wie möglich zu ihm. Ich nahm mein Radio. Mein Bruder war hochgradig depressiv. Ich erzählte ihm von der Hoffnung, die ich in Jesus habe, aber er wollte nichts von Jesus wissen. Dann erzählte ich ihm von euren christlichen Sendungen. Ich sagte ihm: „Ich möchte dir mein Radio schenken.“ Aber er wollte es nicht. Ich redete lange mit ihm, aber irgendwann fuhr ich wieder heim.

Einige Zeit später rief er mich erneut an. Er fragte, ob ich ihm nun doch das Radio vorbeibringen könne. Ich tat es und er begann tatsächlich, sich die Programme anzuhören. Einige Wochen später hörte ich erneut von ihm. Er bat mich, noch einmal zu kommen. Ich fuhr zu ihm. Schon als ich gerade ankam, sagte er mir, er wolle seine Sünden bekennen. Wir beteten zusammen und er nahm Jesus als seinen Herrn an. Ich bin euch so dankbar!
 

Digitaler Aufbruch: Da sein, wo die Hörer sind

Rückmeldungen wie diese motivieren die christlichen Radioteams in Zentralasien immer neu für ihre Arbeit. Aktuell haben sie vor allem einen Verbreitungsweg neu in den Blick genommen: Die digitale Verbreitung über Apps und Social Media-Kanäle. Denn auch wenn Radio in der Region ganz entscheidend ist, da Mittelwellensendungen über weite Strecken empfangbar sind, steigt der Anteil an Smartphone-Nutzern auch dort stetig an.

Über 70 Prozent der Bevölkerung Zentralasiens sind unter 35 Jahre alt. Diese Menschen sind unterwegs auf verschiedenen Social Media-Kanälen wie Facebook, WhatsApp oder Instagram. Deswegen wollen die christlichen Radioteams ihre Präsenz in diesen Kanälen ausbauen. Neben der eigenen App möchten sie auch in den Netzwerken präsent sein, in denen die jungen Erwachsenen schon aktiv sind.

Schulungen, Produktionen von Kurzclips und der Aufbau eines Youtube-Kanals sind erste Schritte, um die junge Generation Zentralasiens noch besser mit dem Evangelium zu erreichen. Unterstützung erhalten die Teams vor Ort von christlichen Radioteams aus Russland und der Ukraine, die mit digitalen Angeboten schon positive Erfahrungen gemacht haben. Als Partner der Medienarbeit in Zentralasien hoffen und beten wir dafür, dass sich so mehr Kontakte zur jüngeren Generation ergeben. Unser Ziel mit den Teams vor Ort ist eine digitale Community, in der Suchende Antworten auf ihre Fragen finden und Interessierte Schritt für Schritt in bestehende christliche Gemeinden integriert werden.

Erste Rückmeldungen über soziale Netzwerke machen Mut, dass dies ein lohnender Weg ist:

Wir haben euren YouTube-Kanal entdeckt. Wir teilen den Link mit vielen Bekannten, auch mit Freunden, die Jesus noch nicht kennen. Euer Kanal hat einen guten Einfluss auf sie. – Youtube-Nutzer aus Zentralasien

 

Großartige Worte! Wenn ich sie lese, bekomme ich neue Kraft für mein Leben. – Instagram-Feedback

Gottes Wort ist großartig. Es prägt mein Fühlen und Denken und motiviert mich. – Facebook-Feedback

 

Gebetsanliegen:

  • Wir sind dankbar für die erfolgreiche Verteilaktion der Care-Pakete. Beten Sie für weitere kreative Möglichkeiten, wie unsere Radioteams vor Ort ganz praktisch die Liebe Jesu zu ihren Nachbarn und Bekannten bringen können.
  • Wir sind dankbar, dass trotz aller Einschränkungen durch die Pandemie die Produktion und Ausstrahlung von christlichen Sendungen in Zentralasien in 2020 möglich war. Wir beten dafür, dass die Impulse gerade in diesen Krisenzeiten viele Suchende erreichen.
  • Wir bitten um Wegweisung und finanzielle Mittel für den Ausbau digitaler Angebote in Zentralasien, um so noch mehr junge Menschen mit dem Evangelium erreichen zu können.
 Rebecca Schneebeli

Rebecca Schneebeli

  |  Redakteurin
Schätzt an Ihrem Beruf, mit vielen verschiedenen Menschen und Themen in Kontakt zu kommen. Sie ist verheiratet und begeistert sich für englische Serien, Krimis und Fotografie.

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