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„Maske auf“ und durch….?!

Wie Deutschland mitten in der Corona-Krise ein Ort zum Wohlfühlen bleiben kann.

 

Aktuell-Redakteurin Regina König (Foto: Carsten Meier / ERF Medien)
Aktuell-Redakteurin Regina König (Foto: Carsten Meier / ERF Medien)

Beherbergungsverbot, erweiterte Maskenpflicht, Reduzierung der sozialen Kontakte – die neuen Anti-Corona-Maßnahmen machen nicht gerade Lust auf Herbst und Winter. Doch mit einfachen Mitteln können wir viel erreichen, ist ERF-Reporterin Regina König überzeugt. Ein Kommentar.
 

Oh Sommer, wo bist du hin? Mit Wehmut geht der Blick zurück: Wie schön war es, als wir bei der Ferienplanung noch die Qual der Wahl hatten: Nordsee- oder Ostseeküste, Schwarzwald, Dänemark und Südtirol – die Welt schien nur auf uns zu warten.
 

„…und sie hatten keine Herberge“ zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen

Doch jetzt steigen die Fallzahlen und Kölner, Berliner, Erzgebirger oder Sauerländer sind im eigenen Land keine willkommenen Gäste mehr. „Und sie fanden keine Herberge“ – die Weihnachtsgeschichte scheint in diesem Jahr im Herbst statt zu finden und zwar zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen.

Keine Frage: Das Beherbergungsverbot trifft die ohnehin geplagte Tourismusbranche hart und so erwartet der Hotel- und Gaststättenverband eine baldige Klagewelle.

Die Sinnhaftigkeit dieses Verbots wird nicht nur von Hoteliers angezweifelt. Doch der Streit macht deutlich: Je stärker sich Corona ausbreitet, desto mehr wird dieses Virus wieder unser privates Leben bestimmen und Einfluss nehmen auf den Wohlstand in unserem Land.

Härter noch als die geplatzte Urlaubsreise werden uns allerdings im Alltag die Kontaktbeschränkungen treffen, die die Länderchefs mit der Bundeskanzlerin vereinbart haben: Wird die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner überschritten, sollen höchstens noch zehn Personen an Feiern im öffentlichen Raum teilnehmen dürfen.
 

Wie werden wir Weihnachten feiern?

Im privaten Raum wird die Teilnehmerzahl auf zehn Menschen begrenzt aus höchstens zwei Haushalten. Dann wird das Rechnen also wieder losgehen beim Schreiben von Einladungskarten, und die Bestimmungen wirken sich natürlich auch aus auf Veranstaltungen in Kirchen und Gemeinden. Schon jetzt fragen sich Pfarrer, Kirchenvorstände und Gemeindeälteste: Wie wird das Weihnachtsfest aussehen?

Das Virus rückt uns wieder auf die Pelle und immer mehr Menschen kennen privat jemanden, der an Corona erkrankt ist. Die lauen Sommerabende sind vorbei, Herbstwinde stürmen um die Häuserecken. Und der Braunschweiger Immunologe Michael Meyer-Hermann warnt: „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern bereits zwölf.“
 

Ist das alles Panikmache?

Ein Blick in unsere Nachbarländer sollte uns nachdenklich stimmen. In den Niederlanden mussten in dieser Woche kurzfristig Notaufnahmen schließen, Frankreich hat den „Gesundheitsnotstand“ ausgerufen und Tschechien steht kurz vor einem erneuten Lockdown, das Land hat Schulen und Restaurants geschlossen.

Bis jetzt ist die Zahl der Corona-Intensivpatienten in unserem Land recht gering (etwa 650, Stand Freitagmittag). Doch Virologen weisen darauf hin: Wer sich heute mit Corona infiziert, wird frühestens in zwei oder drei Wochen bei einem schweren Verlauf der Krankheit auf einer Intensivstation behandelt.
 

Schluss mit Jammern über Masken und Desinfektionsmittel

Ja, wir sind bis jetzt gut durch die Krise gekommen. Die Akzeptanz der Anti-Corona-Maßnahmen ist grundsätzlich hoch in Deutschland und damit auch deren Umsetzung - denn so ticken wir Deutschen: Wenn wir etwas als vernünftig erkannt haben, schreiten wir zur Tat, und zwar gründlich.

Diese Mentalität sollten wir uns bewahren, gerade jetzt mitten in der Krise. Und besonders als Christen Schluss machen mit dem Jammern über Masken, die wir beim Singen im Gottesdienst zu tragen haben, oder über Desinfektionsmittel im Kirchenportal.
 

Herzensanliegen: Dass Deutschland ein Ort zum Wohlfühlen bleibt

„Sie hatten keine Herberge“ – ob Weihnachtsferien im Schnee möglich sein werden oder auf einer stürmischen Nordseeinsel, weiß heute niemand. Allen Urlaubshungrigen wünsche ich das und noch viel mehr den notleidenden Hoteliers.

Aber „Herberge geben“, das können wir auch schon jetzt mitten im Herbst: indem wir Verantwortung übernehmen, Hygieneregeln befolgen und so mit einfachsten Mitteln helfen, dass Deutschland mit seinen relativ geringen Fallzahlen ein Ort zum Wohlfühlen bleibt; eine sichere Herberge mitten in der Krise. Als Christin ist mir das ein Herzensanliegen. Also: „Maske auf und durch…!“



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Kommentare

Von Jörg am .

Wer auf den dpa-Faktencheck verweist, der bezieht vermutlich auch sämtliche Informationen von dort und verzichtet auf eigene Recherche. Das zeigt sich auch im Artikel, wenn es etwa um Corona-Regeln der Landeskirchen geht. Ich unterstelle der Autorin, dass sie diese nicht kennt. Somit hat Harry sicher recht. Es waren letztendlich dpa-gestützte Medien, die seit 10 Jahren zu allen Ereignissen diametral daneben lagen. Ob der sogenannte Arabische Frühling, die "demokratischen Kräfte" in Libyen, der mehr

Von Hildegard am .

Danke liebe Regina König .
Also: „Maske auf und miteinander und gemeinsam mit Jesus durch…!“ diese Zeit.
Liebe Grüße
Hildegard

Von Die Redaktion am .

@ Harri F.
Sie werfen der Redakteurin vor, sich nicht ausreichend informiert zu haben, um ihr im gleichen Atemzug den Glauben abzusprechen. Wir verzichten an dieser Stelle auf biblische Bezüge, was das Bewerten und Beurteilen des Glaubens anderer Personen angeht. Dass in Ihrem Bekanntenkreis nur wenige Menschen an Corona erkrankt sind, freut uns für Sie. Vielen anderen Menschen geht es nicht so. Das Corona ein harmloser Virus sei, ist Ihre Ansicht. Gleiches gilt für Ihre Vermutung, dass sich mehr

Von Harri F. am .

Es ist Besorgens erregend, dass Menschen die an Gott glauben (das nehme ich an , dass es die Frau König ist) in die gleiche Falle tappen wie Adam und Eva zu ihrer Zeit. Ich habe ein Bekanntenkreis von über 10000 Menschen und keiner kennt einen infizierten mit dem harmlosesten Virus (Corona) unserer Zeit. Informieren Sie sich bitte bei echten Virologen, die nicht unter der Decke des Lügners sich befinden. Informieren Sie sich bei den Bestatter, ironischerweise müssen die Kurzarbeit anmelden. Ich bitte Sie, denken Sie darüber nach. Der Herr segne Sie!


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