Naher Osten Lesezeit: ~ 2 min

Johannes Gerloff:„Niemand in Israel will Krieg!“

Am 9. April wird im Heiligen Land die neue Knesset gewählt.

 

 

Am 9. April wählt Israel sein Parlament neu. Die Abstimmung zur Knesset ist eine vorgezogene Wahl. Was ist der Grund dafür? Der Theologe und Journalist Johannes Gerloff lebt in Jerusalem. Er ist mit Menschen verschiedenster Religionen und ethnischer Prägungen im Gespräch. Sein Eindruck: „Niemand in Israel will Krieg!“ Der Grund für die Neuwahlen sei der Rückttrott von Verteidigungsminister Liebermann, „weil er im Gaza-Streifen richtig durchgreifen wollte.“ Im Gegensatz dazu sei Benjamin Netanjauhu jemand, der in letzter Zeit einige Kriege verhindert hat.“
 

Netanjahu: ein Kriegsverhinderer?

Benjamin Netanjahu als der Kriegsverhinderer? Der amtierende Premier als einer, der besonnen auf die jüngsten Raketen-Angriffe aus dem Gaza-Streifen reagiert? Tatsächlich geht Johannes Gerloff noch weiter. Die Korruptions-Verfahren gegen Netanjahu seien auf die Zeit nach der Wahl vertagt worden. Sein Standing im eigenen Land sei sehr gut. Der Mann auf der Straße mache sich lustig über das, was derzeit auf der politischen Bühne passiert. Als Beispiel erzählt Gerloff aus einer persönlichen Begegnung: „Kürzlich hat mir ein Parkwächter vorgerechnet, wie lange Netanjahu Tag und Nacht die Zigarren rauchen müsse, die er als Bestechung angeblich empfangen habe.“ Tatsache sei, dass Netanjahu der populärste Premierminister ist, „den es in Israel jemals gab.“
 

Erfolge als Wirtschaftsminister

Johannes Gerloff betont, er hege keine besonderen Sympathien für Benjamin Netanjahu. Er stütze sich vielmehr auf die Stimmung im Land und auf das, was den amtierenden Regierungschef so beliebt macht: seine Zeit als Wirtschaftsminister, als Israel weitgehend unbeschadet durch die internationale Bankenkrise gekommen ist. Auch wenn die Schere zwischen Arm und Reich in Israel größer geworden ist, habe dies dem amtierenden Premier nicht geschadet.

Am 9. April werden also die Menschen in Israel zu den Wahlurnen schreiten und das Parlament der einzigen funktionierenden Demokratie im Nahen Osten wählen. Wie das Votum ausfallen wird, dazu wagt Johannes Gerloff angesichts von 43 Parteien, die antreten, keine Prognose.


Weitere Beiträge zum Thema

 

 

 

 


Kommentare

Von Jörg am .

Das ungläubige Staunen des Autors über die Beliebtheit Netanjahus ebenso wie über die Beurteilung Gerloffs, die - abgesehen von der typisch deutschen pflichtgemäßen Distanzierung - ebenso positiv ausfällt, ist auf zuviel Konsum von deutschen Qualitätsmedien zurückzuführen. Diese sind nämlich grundsätzlich Anti-Israelisch und antisemitisch eingestellt. Das gleiche gilt für die deutsche Politik, die zwar großspurige Lippenbekenntnisse zu Israel ablegt, aber in Wahrheit bei jeder Gelegenheit gegen mehr


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.