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Ein Pfarrer und das Seuchengebet

Wie Helmut Kautz aus Brück den Gemeinschaftssinn im Angesicht von Corona stärkt.

 

Vater im Himmel! Wende von uns in Gnaden ab alle wohlverdienten Landplagen, Krieg, Hunger und teure Zeiten. Ja, wir trauen auf dich, denn du bist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns treffen. Auch jetzt, wo Corona uns mit Gefahren und Trübsalen bedroht, wirst du es an deiner Gnade und Erbarmung nicht fehlen lassen, und uns ein treuer Helfer sein. Lehre uns sozial zu sein ohne uns zu berühren.

 

 

Pfarrer Helmut Kautz aus Brück in Brandenburg hat dieses alte Seuchengebet von 1829 wiederentdeckt. Gemeinsam mit seiner evangelischen Gemeinde spricht er es jetzt jeden Abend – nicht in der Kirche. Denn Versammlungen sind ja inzwischen verboten.
 

Telefonkonferenz statt Fernsehgottesdienst

Die Abendandachten und den Sonntagsgottesdienst in Brück gibt es ab sofort per Telefonkonferenz. „Gegen eine ordentlichen Stream oder Fernsehgottesdienst können wir nicht anstinken. Unser großes Pfund ist das Lokale. Wir sind miteinander in einem virtuellen Raum. Du nimmst den Anderen wahr als Störung oder als Bereicherung wie im richtigen Gottesdienst.“

Wenn Helmut Kautz nicht mit seiner Gemeinde vernetzt ist, dann ist er in Kontakt mit den übrigen Menschen im Brandenburgischen Brück.

„Stimmt’s Herr Pfarrer, die Plage hat Gott geschickt!“ Diesen Satz hört Helmut Kautz  jetzt des Öfteren. Und zwar von Menschen, die sonst eher wenig mit Kirche am Hut haben. Dennoch nimmt der Pfarrer diese Anfragen ernst. „Da sage ich, die Strafe liegt auf Christus. Gott straft uns nicht mehr. Das hat er schon mit seinem Sohn gemacht. Aber durch die Not und Krise hindurch ruft er dich. Und dieser Ruf kommt bei den Menschen an.“
 

Ein Netz der Hilfe im „Postsozialismus“

Anders kann sich Kautz die vielen Gespräche, die er gerade führt, nicht erklären. Der Pfarrer aus Brück will deshalb auch sichtbares Zeichen der Liebe Gottes in seinem Ort setzen. Helmut Kautz betont, dass es ihm wichtig war, „dass Amtsdirektor, Bürgermeister und Pfarrer auch in einer postsozialistischen Kleinstadt wie Brück zusammenstehen.“ Davon gehe das Signal gehe davon aus: „Wir kümmern uns.“ Auf einen Aufruf zur Nachbarschaftshilfe hätten sich viele Menschen gemeldet. „Aber bisher hat sich noch keiner gemeldet, der Hilfe haben möchte.“

Ändern kann sich das schnell, spätestens wenn es Ausgangsbeschränkungen im Brandenburgischen Brück geben sollte.


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