Flüchtlingskrise Lesezeit: ~ 2 min

„Die Hotspots müssen aufgelöst werden!“

Augenzeugen berichten über Flüchtlingssituation auf griechischer Insel Chios

Ein Dach oder immerhin eine Zeltplane überm Kopf. Dazu tägliche Mahlzeiten und medizinische Versorgung. Viele Flüchtlinge, die nach Griechenland kommen, haben das lange entbehren müssen. Doch auch, wenn sie das auf der ost-griechischen Insel Chios in Sichtweite zur Türkei erhalten, so sind die Zustände dort trotzdem unhaltbar.

 

100% Überbelegung

 

Für gut 1.000 Menschen ist das Lager ausgelegt. Doch Theresa Schleimer von Refugee Law Clinics Abroad war vor Ort und sagt: „In den Lagern sind über 2.000 Menschen. Und wärhrend wir da waren, wurden neue Zelte aufgebaut, weil einfach der Platz nicht mehr reihte für die Menschen, die neu ankamen.“

Manche sind gezwungen, am Strand zu übernachten. Krankheiten als Folge der Überbelegung gehören nach der Schilderung von Theresa Schleimer zur Tagesordnung. „Schlaf ist auch Mangelware, weil Ungeziefer ind en Wohncontainern ist.“

 

Flüchtlinge sind Opfer von aufeinanderprallenden Interessen

 

Schuld daran ist nach Ansicht von Vincent Vogt von Refugee Law Clinics Abroad  auf Chios eine Gemengelage unterschiedlicher Interessen: „Die EU-Kommission macht Druck, dass die Menschen auf der Insel bleiben sollen, damit sie irgendwann abgeschoben werden. Gleichzeitig will die lokale Bevölkerung nicht, dass feste Unterkünfte gebaut werden. Das Geld versickert, man weiß nicht so genau, wo.“ 

Dazu komme: 3.000 Fälle von Familienzusammenführung in Griechenland würden systematisch verschleppt. Die wenigen Anwälte in den Hotspots wie Chios seien völlig überfordert. Sie könnten keinen ausreichenden Rechtsbeistand geben. Dabei hängt von den Verfahren vor Ort ab, ob die Flüchtlinge in der EU bleiben dürfen.

Doch nicht nur die Flüchtlinge sind die Leidtragenden. Auch die Einwohner der Insel Chios blicken sorgenvoll in die Zukunft. Denn die Urlauber bleiben aus. Dennoch helfen viele nachwievor ehrenamtlich, betont Vogt.

 

Forderung: Hotspots auflösen!

 

Was ist zu tun? Eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge auf alle EU-Staaten scheitert an der Blockadepolitik einiger. Solange dies so bleibt, muss der Zwang für die Flüchtlinge, in Hotspots wie auf Chios zu bleiben, aufgehoben werden, fordert die evangelische Diakonie.

 


Kommentare

Von Hesekiel am .

Die einzig sinnvolle Maßnahme wäre eine Grenzschließung und die Einführung einer Grenzpolitik wie Australien sie betreibt. Die aktuelle Politik der offenen Grenzen bei gleichzeitiger Einladung und Ausrufung des Schlaraffenlandes ist zerstörerisch in jeder Hinsicht.


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