Porträt Lesezeit: ~ 5 min

Den Hass überwinden (2)

Ein Imam aus Pakistan lernt Jesus kennen. Ein unglaubliches Leben beginnt.


Yohana* kommt aus Pakistan und wird mit 17 Jahren bereits Imam. Sein Vater schickt ihn als Missionar nach Griechenland. Dort lernt er Christen kennen, die ihn so annehmen, wie er ist. Er fängt an, an seinem Glauben zu zweifeln. Deswegen begibt er sich auf die Suche und fragt: Wo bist du, Gott?  Lesen Sie hier den ersten Teil der Geschichte.


Die Antwort auf die Gebete lässt nicht lange auf sich warten. Eines Nachts träumt Yohana, er laufe eine Straße mit vielen Geschäften entlang. Aus einem der Läden strahlt ihn ein gleißend helles Licht an. Yohana betritt neugierig das Geschäft und staunt: Dort funkeln unzählige Juwelen, Gold und Silber. Einen solchen Reichtum hat er noch nie gesehen! Im Laden sitzt ein junger Mann mit einem wunderschönen Gesicht und weißen Kleidern. Er hat die Hand nach ihm ausgestreckt und gesagt: „Yohana, komm zu mir!“ Yohana wundert sich: „Woher kennt dieser reiche Mann meinen Namen?“

Als Yohana nachfragt, lächelt der Mann milde. „Ich weiß alles über dich.“ Dann zeigt er auf den Reichtum ringsum und sagt: „Du musst das alles hier kaufen.“ Yohana schüttelt nur den Kopf. „Mein Herr, wenn Sie alles über mich wissen, wissen Sie auch, dass ich arm bin und mir das alles hier niemals leisten könnte.“ Wieder lächelt der Mann. „Aber das ist doch alles schon für dich bezahlt!“ Dann nimmt er eine große Tasche, füllt sie mit allen Kostbarkeiten, die es im Laden gibt,  und  überreicht sie Yohana. Überglücklich verlässt Yohana den Laden: Jetzt ist er der reichste Mann der Welt!

„Imam, wach auf!“ Seine beiden Zimmergenossen rütteln Yohana wach. „Hast du das nicht gesehen? Unser ganzes Zimmer war plötzlich hell erleuchtet! Und ein Mann war hier. Und es hat so wunderbar geduftet!“Yohana bittet die Männer, ihn in Ruhe zu lassen. Sein ganzer Reichtum war nun futsch! Trotzdem spürt er eine Freude. Plötzlich kommt ihm der Gedanke: „Ich muss eine Kirche besuchen.“ Vielleicht würde er Gott doch dort finden?
 

Der Start in ein neues Leben

Zwei Tage später, an einem Sonntag, betritt Yohana zum ersten Mal in seinem Leben eine Kirche. Viele Menschen haben sich zum Gottesdienst versammelt. Er läuft die Bankreihen entlang bis nach vorne. Dort sieht er sich das große Kreuz an der Wand an. Plötzlich fühlt er sich, als wäre er ganz alleine in der Kirche. Vor seinen Augen verwandelt sich das Kreuz in einen Thron, auf dem ein König sitzt. Es ist derselbe Mann wie in seinem Traum! Der Mann streckt beide Arme nach Yohana aus und ruft: „Yohana, ich bin dein Gott. Komm zu mir!“ Yohana schaut beschämt an sich herab.

Er fühlt sich schmutzig. Sein ganzes Leben liegt wie ein offenes Buch vor ihm und jede einzelne schlechte Tat, jedes schlechte Wort sticht hässlich hervor. Verzweifelt ruft Yohana: „Wie kann ich zu dir kommen? Du bist heilig, aber ich bin voll Sünde!“ Doch der König ruft wieder: „Yohana, komm zu mir! Ich wasche dich von deinen Sünden rein!“ Schließlich gibt Yohana nach. Er gibt seine Schuld dem König  und bricht dabei in Tränen aus. An diesem Tag beginnt sein neues Leben.
 

Im Visier der Mörder

Nach diesem Erlebnis kehrt Yohana nach Pakistan zurück. Er hat niemandem erzählt, dass er nun an Jesus glaubt. Heimlich nimmt er Kontakt zur Untergrundkirche auf, doch sein Geheimnis bleibt nicht lange unentdeckt. Nachdem Familienmitglieder ihn in einer Kirche aufspüren, zerren sie ihn nach Hause und überhäufen ihn mit Fragen. Was er über Mohammed und den Koran sage. Yohana bekennt:

Ich habe überhaupt nichts gegen Mohammed oder den Koran. Aber ich glaube jetzt an Jesus Christus! – Yohana

 

Seine Verwandten schlagen ihn zusammen und werfen ihn aus dem Haus. Yohana findet Zuflucht bei christlichen Freunden. Von da an ist sein Leben in Gefahr, denn sein Vater hat bestimmt, ihn töten zu lassen. Eines Tages – Yohana ist mit dem Auto eines Freundes unterwegs – hält  ihn ein junger Mann an und zwingt ihn mit vorgehaltenem Maschinengewehr auszusteigen. „Du bist konvertiert. Du weißt, welche Strafe dich erwartet. Allahu akbar!“ Yohana schließt die Augen und betet: „Gott, er weiß nicht, was er da tut!“ Der Mann steht nur zwei Meter von ihm entfernt und richtet die Waffe auf ihn. Yohana weiß nicht mehr, wie lange dieser Moment gedauert hat – eine Minute, fünf Minuten? Da rüttelt ihn plötzlich jemand und ruft: „Hau ab, Mann! Seine Waffe funktioniert nicht!“ Yohana reißt die Augen auf und sieht, wie der Angreifer versucht, das Gewehr nachzuladen. Eine Kugel ist im Lauf steckengeblieben.

Dem nächsten Mordanschlag entkommt Yohana nur, weil ihn ein Freund vorher telefonisch warnt.  Mit 20 Rupien in der Tasche und ohne Ausweis flieht Yohana mitten in der Nacht aus der Stadt. Er zieht von Ort zu Ort, doch er kann nirgends länger bleiben. Also entschließt er sich zur Flucht. Innerhalb von acht Monaten schlägt er sich nach Deutschland durch.
 

Von Liebe getrieben

Yohana lebt nun seit einigen Jahren in Deutschland. Jede freie Minute nutzt er, um anderen Menschen von Jesus zu erzählen – demjenigen, der ihm einen Neuanfang geschenkt hat. Yohana weiß, dass er Jesus viel zu verdanken hat. „Wann immer ich Probleme bekam, hat Jesus mich gerettet“, sagt er. Auch, als er vor seiner Asylbewerberunterkunft von vier Männern in einen Kleinbus gezerrt und mit dem Tod bedroht wurde, weil er Konvertit ist. Sie haben auf ihn eingeprügelt und ihn anschließend in den Straßengraben geworfen. Mit mehreren Schädelbrüchen und Messerstichen im Bauch ist er in der Klinik wieder aufgewacht. Yohana weiß, dass er auch in Deutschland nicht sicher ist. Doch die Liebe, die er erfahren hat, treibt ihn an, auch anderen davon zu erzählen. Er betont gerne: Das, was er erlebt hat, ist nicht seine eigene Geschichte. Es ist die Geschichte des Königs, der ihn gerettet hat.


*Name von der Redaktion geändert.


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Kommentare

Von Ulrich H. am .

Ich finde es traurig, dass die EKD den Islam immer so hochhält anstatt den eigenen Mitglieder die Freude des Glaubens zu vermitteln. Aber man hat ja die Möglichkeit zu beten - für die EKD sowie für die Mutter, die sagt, sie würde ihre Kinder lieber töten als dass sie Christen werden. GOtt kann Wunder tun - das sieht man auch an dieser Geschichte, und sie passieren im Kleinen wie im Großen Tag für Tag. Wir sollten die Hoffnung nie aufgeben und gerade für Muslime beten und ihnen freundlich begegnen und unseren Glauben bezeugen.

Von Marga A. am .

Ja ,dass würde ich so gerne meinen Nachbarn "Palestinenser Moslemen "zum hören geben. Aber leider können sie noch nicht gut Deutsch. Diese Geschichte ist sehr ergreifend,doch viele Mosleme träumen von Jesus ,Isa.

Von Gottesfreund am .

In der letzten Woche hatte eine arabisch-sprechende Christin einige irakische und syrische Muslima zum Cafe in unsere Gemeinde eingeladen. Das Gespräch kam darauf, dass es sein könnte, dass aus den
Kindern Christen werden. Die Muslima waren entsetzt und sagten einhellig : "Dann würde ich meinem Kind den Kopf abschneiden." Sie sind vor den
Bomben geflohen, aber sie selber sind jederzeit bereit, ihren Glauben mit Gewalt zu verteidigen. Ein Muslim wird als Muslim
geboten und damit basta.

Von Jaques L. am .

"Yohana weiß, dass er auch in Deutschland nicht sicher ist."
Das ist der traurige Fakt. Die Christenverfolgung wurde über Jahre von den hiesigen "Eliten" importiert.

Von Mustafa Al H. am .

Imam ist ein arabischer Begriff mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen. Im Koran hat er die Bedeutung von „Vorsteher, Vorbild, Richtschnur, Anführer“. In der klassisch-islamischen Staatstheorie bezeichnet er das religiös-politische Oberhaupt der islamischen Gemeinschaft in Nachfolge des Propheten Mohammad. Daneben wird auch der Vorbeter beim Ritualgebet Imam genannt. Schließlich wird der Begriff als Ehrentitel für herausragende muslimische Gelehrte und Persönlichkeiten verwendet. Daher ist es mehr


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