Mit einem „Pitsch“ ist alles weg

"Träume sind Schäume", sagt der „Volksmund“, denn die geträumte Realität zerplatzt mit dem Erwachen genauso schnell wie eine Seifenblase, nach der ich greife. Bei Jesus ist das anders. Das bewahrt nicht vor schweren Situationen, ist aber der feste Grund, der nicht wegplatzt, wenn ich danach greife.

Ich gebe zu: Auch mit knapp 60 Jahren kann mich der Faszination von Seifenblasen nur schwer entziehen. Sie schillern in bunten Farben, verändern ihr Erscheinungsbild im Flug, aber so sind unendlich empfindlich: Schon der geringste Windzug verändert ihre Flugrichtung. Und treffen Seifenblasen auf ein Hindernis, platzen sie mit einem leisen „Pitsch“. Deswegen sprechen wir Menschen davon, dass Träume platzen, wie eine Seifenblase.

Ganz sachte schlichen sich solche Seifenblasen auch in mein Leben:
Ich gewann zwar einen Arbeitsprozess, doch war damit die Hoffnung auf friedliche Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber dahin.
In Verbindung damit kam auch der Auszug aus einem Gemeindezentrum,
gefolgt von einem neuen Start im Dienstleistungsbereich. Es ließ sie gut an, aber alte, erfahrene Mitarbeiter sind nicht erwünscht. So ist in diesem Jahr damit auch Schluss.
Zur Jahrtausendwende endete meine lange Ehe.
Und vor nicht all zu langer Zeit lag ich auf der Intensivstation, weil mein Herz „rumpitschte“.

Aber bei allen negativen Erfahrungen bin ich froh, dass ich mit meinen „Seifenblasen“ nicht alleine bin. In der Bibel finde ich einige ähnliche Lebensberichte, in denen Lebensträume der Personen wie Seifenblasen zerplatzen.

Wie die beiden Männer, die von Jerusalem nach Emmaus gingen. Sie hatten diesen Jesus gekannt, waren mit dem Messias persönlich unterwegs gewesen und hatten drei Jahre lang ihren Lebenstraum geträumt. Mit diesem schwarzen Freitag kam es dann: Ihre Seifenblase schillerte eben noch in den herrlichsten Farben – doch als Jesus am Kreuz hingerichtet worden war – Pitsch! Frustriert machen sich die beiden auf den Weg zurück in ihr altes Leben.

Auf dem Weg taucht plötzlich ein Unbekannter auf. Er sieht die tiefe Trauer und erklärt ihnen zusammenhänge, die ihnen nie bewusst waren. Er greift immer stärker in die Depression und Traurigkeit seiner Weggefährten ein. Sie laden ihn ein, die Nacht bei ihnen zu verbringen, weil sie mehr wissen wollen. Beim Essen, bei der Art, wie der Fremde das Brot teilt und betet, wird ihnen schlagartig deutlich: Der Unbekannte war Jesus. Der, den sie tot glaubten.

Jesus lebt! Sie hatten ihn gesehen! Nun hatten sie keinen Zweifel mehr, sie wollten sofort nach Jerusalem zurück und es allen erzählen: „Jesus ist auferstanden!“

Jeder, der sich auf diese Botschaft einlässt, spürt, dass dieser Jesus und sein Lebensangebot keine Seifenblase ist. Das haben die Jünger damals, viele Menschen seither und das habe auch ich erlebt. Wer sich auf den Auferstandenen verlässt, ist nicht verlassen. Der gibt sich keinen leicht platzenden Lebensträumen hin, sondern hat den einzig wahren Lebensgrund gefunden hat, der auch dann noch Bestand hat, wenn es um einen nur so „pitscht“.

Genau das kann ich in meinem Leben rückblickend feststellen, dass er aus jedem persönlichen „Pitsch“ ein „Halleluja“ gemacht hat und auch in Zukunft machen will. Auch wenn ich das in einigen Situationen noch nicht in aller Tiefe verstehen kann.

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