Einladung zum Abendessen

Dreizehn Leute sind auf der Flucht. Mit dem Boot fahren sie heimlich in eine einsame Gegend. Aber sie werden beobachtet. Tausende von Männern, Frauen, Kindern folgen ihnen so schnell sie können. Aber das sind keine Popstars, die inkognito ausspannen wollen.

Eine riesige Menge von Menschen rennt am Ufer des Sees Genezareth entlang. Hin zum Boots-anlege-Platz auf der anderen Seite. Sie sind so schnell, dass sie früher ankommen als die Typen im Boot. Als die endlich anlegen und aussteigen, werden sie sofort umringt. Keine Bodyguards, die der Masse entgegen treten. Und die Dreizehn sind auch nicht genervt. Sie setzen keine Designer-Sonnenbrillen auf, um Abstand herzustellen.

Stattdessen begrüßt einer von ihnen, Jesus von Nazareth, die Menschen freundlich. Er kommt gerade von anstrengenden Streitgesprächen mit den Pharisäern zurück. Seine zwölf Begleiter waren tagelang in Galiläa unterwegs, um zu predigen. Dennoch weist er die Leute nicht ab. Er sieht, dass viele von ihnen bedürftig sind. Sie erinnern ihn an eine Herde Schafe, die keinen Hirten hat. Er lädt sie an einen schönen Platz ein, wo es sich gut sitzen lässt. Dort lehrt er sie vom Reich Gottes. Und er heilt ihre Kranken.

Wie Jesus mit 5000 Menschen ohne Mikrofon und Soundtechnik kommuniziert hat, wissen wir nicht. Aber vielleicht ist er von Gruppe zu Gruppe, von Familie zu Familie und zu jedem Einzelnen hin gegangen und hat mit allen gesprochen. Das dauerte seine Zeit. 

Alle haben Hunger

Am Spätnachmittag weisen seine Jünger Jesus darauf hin, dass keiner der spontanen Besucher etwas zu essen eingepackt hat. Kaum zu glauben. Jeder, der heute mit Kindern unterwegs ist, schleppt Brote, Obst, Snacks, Minijoghurts und irgendein klebriges Zeugs zum Trinken mit. Aber die Leute hatten es so eilig, Jesus abzupassen, dass dafür keine Zeit bleib.

„Am besten, du schickst sie in die Dörfer und Gehöfte in der Nähe, Lehrer“, sagen sie zu Jesus. „Das ist nicht nötig“, antwortet Jesus freundlich, „gebt ihr ihnen zu essen“. Bitte wer? Ein be-son-ders guter Kopfrechner unter den Jüngern, Philippus, überschlägt blitzschnell die Kosten. „Lehrer“, sagt er zu Jesus, „wir bräuchten 200 Silberstücke, damit jeder von diesen Leuten auch nur eine kleine Portion Brot bekommt.“ Ein Silberstück war zu dieser Zeit der Tageslohn eines Arbeiters. 

Der kleine unbekannte Junge

Natürlich hatte keiner der Jünger so viel Geld. „Seht nach, ob wirklich keiner was zu essen dabei hat“, bittet Jesus sie. Gesagt, getan. Schließlich finden sie einen Jungen, dem seine Mutter fünf Gerstenbrote und zwei Fische mitgegeben hat. Diese Ration ist zwar reichlich für den Kleinen, aber nicht genug für viele. 

Doch Jesus denkt anders. Vielleicht hat er den Jungen freundlich gefragt hat: „Hör mal, würdest du mir deine Brote und den Fisch geben, damit wir das unter die Leute verteilen können?“ Und der Junge hat genickt und Jesus sein eigenes Essen überlassen. Ohne zu wissen, ob er nicht komplett leer ausgehen würde. Das ist ein kleines Wunder. Und Jesus macht aus dem kleinen Wunder ein großes.

Er schaut zum Himmel, dankt für die Gaben, bricht das Brot und zerteilt die Fische. Dann gibt er das Essen an seine Jünger weiter. Die haben zuvor alle Menschen in kleine Gruppen gesetzt, damit die Verteilung leichter geht. Logistik aus dem ersten Jahrhundert. 

Wenig ist genug für alle

Jeder aus der Menge bekommt genug zu essen. Schließlich sitzen alle satt und zufrieden im Gras. Die Jünger heben die Reste auf, damit nichts umkommt. Sie füllen zwölf Körbe damit. Ein denkwürdiger Tag. Mehr als 5000 Menschen laufen mit ihren Kindern einem bettelarmen Wanderprediger nach. Keiner denkt daran, Essen mitzuneh-men. Die Menschen suchen Orien-tierung. Und Heilung. Ihnen fehlt seit langem die geist-liche Leitung.

Und Jesus enttäuscht sie nicht. Er gibt ihnen alles, was sie brauchen. Die Kranken werden geheilt. Als sie seiner Rede zuhören, fließt reichlich Nahrung für ihre Seelen. Und weil Menschen auch essen müs-sen, gibt´s am Ende des Tages noch gehaltvolle Nahrung für den Körper. Jesus lädt alle Anwesenden ein. Er gibt ein Gratis-Abendessen. Hergestellt aus fünf Gerstenbroten und zwei Fischen, die ihm ein kleiner Junge überlassen hat. 

Diese Geschichte verdeutlicht, wie viele Geschichten des Neuen Testaments, wie das Reich Gottes funktioniert. Ganz einfach, ohne viel Pomp und Getöse. Es gibt Wunder, aber sie sind nicht die Hauptsache. Du folgst nach, und es wird für dich gesorgt. An Geist, Seele und Leib. Du gibst vertrauensvoll was du hast in Gottes Hand. Und er macht Nahrung für viele daraus.

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