Zehn Prozent vom Einkommen abgeben? Ich bin doch nicht blöd!

Oft höre ich von Sekten, die von ihren Mitgliedern viel Geld verlangen. Meist finanziert der „Guru“ damit seinen luxuriösen Lebensstil. Natürlich mit dem Versprechen, dass die Spender dafür im Himmel beloht würden. So war ich erstaunt, dass auch bei Christen immer wieder über „den Zehnten“ geredet wurde, Zehn Prozent des Einkommens für die Kirche?. Kam mir bekannt wie spanisch vor...

Oft höre ich von Sekten, die von ihren Mitgliedern viel Geld verlangen. Meist finanziert der „Guru“ damit seinen luxuriösen Lebensstil. Natürlich mit dem Versprechen, dass die Spender dafür im Himmel beloht würden. So war ich erstaunt, dass auch bei Christen immer wieder über „den Zehnten“ geredet wurde, Zehn Prozent des Einkommens für die Kirche?. Kam mir bekannt wie spanisch vor...

Ich forschte nach und fand im Alten Testament eine Stelle darüber. Dort stand, dass das Volk Israel der „Priesterklasse“ – die Gott selber eingerichtet hatte – den Lebensunterhalt bezahlen sollte. Gott selber bestimmte die Höhe ihrer Abgaben: Zehn Prozent ihrer Erträge. Aha. Gott sorgt also mit den Abgaben für andere Menschen.

Dann las ich im letzten Buch des Alten Testamentes, dem Prophetenbuch Maleachi folgende Sätze:
Ich, der allmächtige Gott, fordere euch nun auf: Bringt den zehnten Teil eurer Ernte in vollem Umfang zu meinem Tempel, damit in den Vorratsräumen kein Mangel herrscht! Stellt mich doch auf die Probe, und seht, ob ich meine Zusage halte! Denn ich verspreche euch, dass ich dann die Schleusen des Himmels wieder öffne und euch mit allem überreich beschenke.

Die Faszination, Gott herausfordern zu können

Das faszinierte mich. Ich sollte Gott also persönlich herausfordern!
Was tun? Ich kalkulierte für den nächsten Monat zehn Prozent vom Nettoeinkommen und wollte es für einen guten Zweck spenden. Ich holte das Geld von der Bank, aber...

Nach drei Monaten hatte sich ein beachtliches Sümmchen angesammelt. Mein mühsam erspartes Geld für Fremde einfach so wegzugeben fiel mir immer schwerer. Jetzt verstand ich die Herausforderung: Ich war an mein Geld gefesselt! Als ich das begriff, warf ich die gesamte Summe hastig in den Sammelbeutel. Und erlebte tatsächlich eine Befreiung.

Von dem Moment an habe ich nie wieder Probleme gehabt meine „Zehnten“ für Bedürftige zu spenden. Ich habe es auch seitdem nicht mehr als Verpflichtung oder Zwang betrachtet. Im Gegenteil: Ich wurde reich beschenkt – manchmal sogar finanziell.

Später las ich eine Geschichte im Neuen Testament wo eine Arme Frau im Tempel sogar ihren gesamten Lebensunterhalt gab – also 100 Prozent! (Markus 12, 42 bis 44) Ich hatte schon einmal 25 Prozent gegeben um jemandem zu helfen und war auch nicht ärmer geworden. Aber Alles? Krass!

Da ging mir plötzlich ein Licht auf. Es ist ja gar nicht mein Geld um das es geht; Alles was ich habe, habe ich von Gott bekommen. Ich verwalte es nur eine Weile!
Vgl. Matthäusevangelium, Kapitel 25, 13 bis 30.

Und noch etwas ist mir klar geworden:
Ich muss nicht zehn Prozent meines Einkommens weggeben. Nein, ich darf 90 Prozent behalten! Es ist immer eine Frage der Perspektive.

Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.