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Der Kämpfer für die Religionsfreiheit

Markus Grübel veröffentlicht seinen zweiten Bericht.

 

 

„In den letzten Jahren hat sowohl die Einschränkung der Religionsfreiheit sowohl durch Staaten als auch durch die Gesellschaft zugenommen.“  Markus Grübel ist der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit. Angang November ist sein zweiter offizieller Bericht erschienen. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Drei Viertel aller Menschen leben in einem Land, das ihre Religions- und Weltanschauungsfreiheit einschränkt.
 

Christen am stärksten betroffen

Die Tendenz ist steigend, sagt Grübel: „Christen sind die größte Glaubensgemeinschaft. Sie sind auch am stärksten von der Verletzung der Religionsfreiheit betroffen.“ Ebenso litten aber auch Muslime, Bahai und Juden unter Verfolgung. „Die Aufzählung wäre lang!“

Auch die Lade der über zehn Millionen Uiguren in China macht Markus Grübel Sorge. Er fordert die internationale Staatengemeinschaft zum Handeln auf. „Ich möchte eine unabhängige Untersuchung und Berichterstattung zur Lage der Uiguren in China durch die Vereinten Nationen.“ Auch von der EU verlangt Grübel einen „entschlossenen Dialog mit China zu Fragen der Religionsfreiheit.“

Religionsfreiheit ist immer auch die Freiheit des Andersgläubigen. Und deshalb beobachtet der Religionsfreiheitsbeauftragte der Bundesregierung die Situation aller wegen ihres Glaubens bedrängter Gruppierungen.
 

Hoffnung im Irak

Beispiel Irak: Hier ist noch längst nicht der Zustand hergestellt, der vor dem Wüten der islamistischen al-Qaida herrschte. „Noch immer leben Zehntausende Christen und Jesiden in Flüchtlingslagern im Nordirak.“ Ihre Rückkehr sei schwierig. „Es fehlt an der nötigen Sicherheit, aber teilweise auch and er Basisinfrastruktur, an Verdienstmöglichkeiten.“ Außerdem brauche es einen Versöhnungsprozess, der die Bestrafung der Haupttäter einbeziehe.

Dennoch gibt es aus Sicht Grübels Hoffnungszeichen. „Im Irak gibt es in der Ninive-Ebene Projekte, wo sich Christen, Jesiden und Muslime zusammengetan haben, um ihre Zukunft in die Hand zu nehmen.“ Hier gebe es Streitschlichterteams, die aus Vertretern aller drei Religionen zusammengesetzt sind. Grundsätzlich seien auch immer zwei Frauen vertreten. Das Ziel: „Streit soll nicht mehr entlang der Religionsgrenzen entstehen.“
 

Fair den Religionen begegnen

Die deutsche Bundesregierung unterstützt solche Versöhnungsprojekte. Doch nicht nur sie könne etwas gegen die Verfolgung religiöser Minderheiten tun. Jeder sei gefragt, Zeichen für Toleranz und Mitmenschlichkeit zu setzen, so Markus Grübel. Der Religionsfreiheitsbeauftragte ruft dazu auf, „im eigenen Leben die Goldene Regel zu beherzigen: Handle so, wie du von anderen behandelt werden willst.“

Außerdem fordert er alle Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Tourismus auf, die Länderkapitel im aktuellen Religionsfreiheitsbericht zu lesen. „Wenn Sie in ein Land reisen, tun Sie alles, damit Religions- und Weltanschauungsfreiheit nicht eingeschränkt werden und dass Sie fair den Religionen begegnen!“



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