Wie der Vater, so der Sohn

Eigentlich war es klar, dass der Alte wieder rummotzen würde. Immer hat er an allem etwas aususetzen, nimmt einen nicht für voll. Immer nur Stress mit ihm. Die ideale Vater-Kind-Beziehung – gibt es sie überhaupt?

Eigentlich war es klar, dass der Alte wieder rummotzen würde. Immer hat er an allem etwas aususetzen, nimmt einen nicht für voll. Immer nur Stress mit ihm. Die ideale Vater-Kind-Beziehung – gibt es sie überhaupt?

Die Beziehung schlechthin

Es gibt sie – zwischen Gott und seinem Sohn Jesus Christus. Die Beziehung der beiden ist gepägt von Liebe, Vertrauen und Gehorsam. Gott liebt seinen Sohn (Johannes 5,20) und steht auch in der Öffentlichkeit zu ihm: „Dies ist mein Sohn, ihm gilt meine Liebe, ihn habe ich erwählt.“ (Matthäaus 3,17). Für und durch Jesus hat Gott die Welt geschaffen (Kolosser 1,16) und mit ihm wird er seinen Plan vollenden, die Menschen mit sich zu versöhnen und ihnen ewiges Leben zu geben: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern ewiges Leben haben.“ (Johannes 3,16). Dies ist die wichtigste Aufgabe, die Gott zu vergeben hat und sein Vertrauen in Jesus ist so groß, dass er sie ihm überlässt. Er vertraut Jesus das Beste und Höchste seiner Schöpfung – die Menschen – an, damit Jesus sie durch seinen Tod am Kreuz rettet. Nicht einen Moment zweifelt Gott an seinem Sohn. Er hat vollstes Vertrauen.

Jesus hält Kontakt

Jesus redete oft mit seinem Vater. Er betete viel und blieb so mit seinem Vater in Verbindung (Lukas 3,21; 22,44). Alles, was er auf Erden den Menschen erzählte, waren nicht seine Gedanken, sondern die Worte Gottes. Er gab nicht Lehren weiter, die ihn selbst in den Mittelpunkt stellten. Er redete das, was ihm sein Vater aufgetragen hatte (Johannes 12, 49-50).

Jesus gehorcht

Jesus erfüllt die Erwartungen seines Vaters. In allem unterwirft er sich dem Willen Gottes und tut nur, was der Vater ihm aufgetragen hat (Johannes 14,10; 15,19). Gott hatte ihm die Vollmacht gegeben, die Werke zu tun, die sonst nur Gott tun kann (siehe Kasten), aber Jesus setzte diese Macht nur nach Rücksprache mit dem Vater ein. Jesus hatte die gesamte göttliche Allmacht (Matthäus 11,27), aber er gebrauchte sie nicht für seine eigenen Zwecke. Seine eigenen Wünsche sind ihm nicht so wichtig. Er hatte Angst vor der Kreuzigung und flehte seinen Vater an, ihn zu verschonen, aber „doch nicht, was ich will, sondern was du willst“ (Markus 14,36), sollte geschehen. Jesus hätte die Kreuzigung verhindern können, aber weil er seinem Vater gehorsam war, tat er es nicht. Er war gehorsam bis in den Tod (Philipper 2,8).

Ohne seinen Tod gäbe es weder Sündenvergebung noch Versöhnung mit Gott. Das Versprechen aus Johannes 6,40 („Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe, und ich werde ihn aufwecken am jüngsten Tage.“) wäre hinfällig. Der christliche Glaube wäre dann wertlos (1. Korinther15, 12-19).

Einmalige Sache

Diese Vater-Kind-Beziehung ist einzigartig. Für Menschen ist sie unerreichbar. Die Voraussetzungen sind anders und die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sind geprägt von Auseinandersetzungen, Abnabelungsprozessen und Persönlichkeitsfindung. Das ist das glatte Gegenteil von dem, was Jesus gelebt hat. Trotzdem kann die Beziehung zwischen Gott und Jesus ein Vorbild sein, besonders in Liebe, Vertrauen und Kommunikation. In so einer Atmosphäre fällt es leichter, den Aufforderungen der Bibel zum Umgang von Eltern und Kindern untereinander zu folgen: Gehorsam den Eltern gegenüber, Vater und Mutter ehren und richtige Erziehung (Epheser 6,1-4).

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