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„Davon kann ich mir nicht einmal Klopapier kaufen“

Kerstin Hack hat erlebt, wie es ist, wenn plötzlich die Einnahmen einbrechen.

 

 

Die aktuelle Corona-Krise belastet viele Menschen – auch finanziell. Besonders betroffen sind zum Beispiel Ein-Personen-Unternehmen und Selbstständige. Eine von ihnen ist Kerstin Hack. Sie bietet persönliches Coaching für Menschen an, die eine positive Veränderung in ihrem Leben suchen und hält Vorträge zu diesem Thema. Außerdem gehört der Wahlberlinerin der Verlag „Down to earth“. Die Corona-Krise hat ihr Geschäft allerdings von einem auf den anderen Tag einbrechen lassen.
 

Sie berichtet: „Wenn einem plötzlich die Einnahmen für zwei oder drei Monate wegbrechen, ist das einfach hart. Als die letzte Absage kam, habe ich einfach nur noch geweint. Ein ganzes Wochenende lang hatte ich jedes Mal, wenn mich jemand gefragt hat, wie es mir geht, einen Kloß im Hals. Die Situation war sehr belastend.“
 

Die Einnahmen reichen nicht aus

Auch bei ihrem dritten finanziellen Standbein, dem eigenen Verlag, sah es Mitte März nicht besser aus: „Direkt nachdem die Ausgangssperren begonnen haben, hat einfach kein Mensch mehr Bücher gekauft. Fast zwei Wochen lang war eine Schockstarre über den Menschen. Ich hatte an einem Tag für 13 Euro Bücher verkauft. Davon sind zehn Prozent Gewinn, also ungefähr 1,30 Euro. Es war klar: Davon kann ich mir noch nicht einmal Klopapier kaufen.“

Wenn man zu dieser Zeit in Berlin das Glück hatte überhaupt welches zu bekommen.
 

Zeichen von Anteilnahme und Mitgefühl

Auch Kerstin Hack hat recht schnell wieder festen Boden unter die Füße bekommen. „Besonders hilfreich dabei waren Freunde, die mich getröstet haben. Eine Freundin hat mir Schokolade geschickt, zwei andere Freunde haben mir sogar Geld geschenkt, um mich zu ermutigen. Das hat die Verluste zwar nicht ausgeglichen, aber es hat meiner Seele einfach gut getan und mir gezeigt: Ich bin nicht allein, andere stehen mir zur Seite.“
 

Strategie in der Notlage

Dann begann Kerstin Hack Kosten zu reduzieren: „Ich hatte im März sowieso Einkaufsfasten geplant. Also beschloss ich, dass ich einen Monat lang nichts einkaufe, außer frische  Lebensmittel wie Obst. Ansonsten habe ich einfach mal das ganze alte Zeug aufgebraucht, das noch in den Schubladen war. Auch alte Kosmetik habe ich verbraucht, anstatt neue Produkte zu kaufen. Dadurch habe ich ein paar Hundert Euro im Monat eingespart.“

Ein nächster Schritt: Kerstin Hack hat alte Versicherungsverträge überprüft und mit ihrem Agenten einiges an Einsparpotenzial gefunden. Dann ging es langsam wieder bergauf. Eine Broschüre zur Krisenbewältigung zum Sonderpreis hat guten Absatz gefunden. Dennoch bleiben finanzielle Lücken.
 

Hoffnung und Ermutigung säen

In dieser Zeit ist Kerstin Hack eine alte Weisheit aus dem biblischen Buch des Predigers wichtig geworden: Säen und ernten – alles hat seine Zeit.

„Diese Krisenzeit ist keine Zeit zum Ernten. Zumindest für mich und meine Arbeit im Bereich Coaching und so weiter. Das kommt sicherlich wieder. Aber in der Anfangsphase war mir klar: Jetzt ist etwas anderes dran. Da habe ich zu mir gesagt, ich will säen. Ich will Hoffnung und Ermutigung ins Leben von Menschen säen.“

Das empfiehlt Kerstin Hack auch anderen. Egal, ob es ein hilfreicher Anruf oder ein Brief ist. Das sind Dinge, die im Moment zwar kein Geld in die Kasse bringen – auszahlen werden sie sich in Zeiten der Corona-Krise aber trotzdem. Entweder auf freundschaftlicher Ebene oder langfristig in mancher geschäftlichen Beziehung. Davon ist Kerstin Hack überzeugt.

Ich erlebe Gott als jemanden, der sagt: Ich habe dich mit Potenzial gesegnet. Ich habe dich mit Fähigkeiten gesegnet – jetzt geh hin und nutze sie, um anderen zu dienen. – Kerstin Hack

 



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