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Mit Disziplin und Gebet gegen das Corona-Virus

Der Internist Dr. Matthias Ploner über seinen Alltag angesichts der Pandemie.

 

 

„Ich bin 60+. Die Enkelkinder sind drei Monate und drei Jahre alt, also genau diese Kontaktebene, die wir leider im Moment vermeiden müssen.“

 

Dr. Matthias Ploner aus Berlin hatte sich eigentlich schon auf den Familienbesuch aus Süddeutschland gefreut. Doch er hat ihn schweren Herzens abgesagt. Und das aus Überzeugung. Dr. Ploner ist Internist und praktiziert als Hausarzt. Er weiß: Jetzt kommt es darauf an, die Ansteckungsrate so niedrig wie möglich zu halten. Nur so ist eine generelle Ausgangssperre zu verhindern.

Dr. Matthias Ploner (Foto: privat)
Dr. Matthias Ploner (Foto: privat)

Und das wäre erstrebenswert, sagt der Fachmann: „Weil eben ein Spaziergang oder ein bisschen Spielen an der frischen Luft für alle Beteiligten gut und sinnvoll ist – aber eben ohne soziale Kontakte. Die Kinder sollten weitgehend darauf verzichten, Freunde oder Freundinnen zu treffen. Und leider sollten auch die Kinder und Enkel darauf verzichten, die Großeltern zu besuchen.“
 

Die Lebensgewohnheiten überprüfen

Risikopatienten – Menschen über 60, mit Asthma oder chronisch-obstruktiver Bronchitis – sollten darüber hinaus unbedingt aktuell ihre Lebensgewohnheiten überprüfen. „Die müssen leider möglichst abgeschlossen bleiben. Sie sollten nicht in den Supermarkt gehen und sich lieber Lebensmittel liefern lassen. Das ist wirklich sinnvoll“, sagt der Facharzt.

Dr. Matthias Ploner neigt wirklich nicht zum Alarmismus. Ganz im Gegenteil. Aus früheren ERF-Sendungen ist er bekannt als jemand, der von sich sagt: ‚Ich bin kein Gesundheitsapostel. Lieber ein paar Kilo zu viel auf den Rippen als dauerhaft unzufrieden leben.‘ Umso ernster sollte man daher jetzt seine Warnung nehmen. Er und seine Mitarbeiter jedenfalls lassen in der Praxis höchste Vorsicht walten. „Wir haben ja jahreszeitbedingt auch viele andere Erkältungen.“ Es sei nicht sicher auszuschließen, dass gerade jüngere Menschen das Corona-Virus in sich tragen, ohne es zu wissen. „Das heißt wir gehen prinzipiell derzeit auf Distanz, schütteln nicht die Hände und desinfizieren die Türklinken.“ Für Verdachtsfälle liegt Schutzkleidung bereit.
 

Gebet tut auch in der Krise gut

Dennoch: Die allerletzte Sicherheit vor dem Corona-Virus gibt es auch für Dr. Matthias Ploner und sein Praxisteam in Berlin nicht. Doch hier weiß der Internist und Hausarzt sich in Gottes Hand: „Ich glaube, es ist eine Chance, mal wieder in Ruhe zu Gott zu beten. Ich erlebe selber, dass es stärkend ist und gut tut.“ Perspektivisch meint Ploner: „Wir werden lernen müssen, mit Angst umzugehen. Es wird spannend, wie sich die Gesellschaft in den nächsten Wochen und Monaten dahingehend entwickelt.“


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