jüdisches Leben Lesezeit: ~ 2 min

Eine Warnung vor „expoldierendem Antisemitismus“

Ein Bündnis will 2021 mit Kultur und Aktionen gegen Judenhass in Deutschland vorgehen.

 

Um ganz ehrlich zu sein: Einen Antisemiten zu bekehren ist sehr, sehr schwierig.  – Abraham Lehrer

 

 

Abraham Lehrer, Vize-Chef des Zentralrats der Juden in Deutschland, spricht von einem explodierenden Antisemitismus. Gleichzeitig blickt Lehrer mit einem nüchternen Auge auf die aktuelle Entwicklung: „Es sind nicht mehr Menschen zu Antisemiten geworden. Sondern die Menschen trauen sich viel eher, eine Grenze zu überschreiten.“

Abraham Lehrer und andere Mitstreiter wollen sich im nächsten Jahr mit einem großen Jubiläums-Programm dagegen stemmen. Der Anlass: Vor 1.700 Jahren hat Kaiser Konstantin Juden in Deutschland erstmalig in einer Urkunde erwähnt. So weit zurück reicht das jüdisch-christliche Miteinander. Jüdische Mitbürger haben deutsche Wissenschaft und Kultur nachhaltig geprägt. Das soll in Ausstellungen und Diskussionen deutlich werden. Die deutsche Bundesregierung unterstützt dieses Projekt mit 6,6 Millionen Euro. Felix Klein ist ihr Antisemitismus-Beauftragter erklärt das Ziel: „Deutschland soll Jüdinnen und Juden nicht nur unter dem Blickwinkel einer bedrohten Minderheit sehen, sondern als Teil unserer Gesellschaft.“
 

100.000 Juden leben in Deutschland

Klein spricht von einer großen Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland. Rund 100.000 Menschen jüdischen Glaubens gibt hier. Sie besuchen über 100 Synagogen. Diese Gebetsstätten werden im kommenden Jahr ihre Türen öffnen für den Dialog mit Menschen anderen Glaubens oder solchen, die schlicht falsch- oder uninformiert sind.

Auch Professor Jürgen Rüttgers unterstützt das Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen sorgt sich besonders um die politische Kultur in Berlin. „Ich habe mir nicht vorstellen können, dass wir heute, 75 Jahre nach der Befreiung von Nazidiktatur, wieder Antisemiten in deutschen Parlamenten haben. Wir wollen, dass unsere jüdischen Mitbürger hier bei uns in unserer gemeinsamen Heimat in Freiheit und ohne Angst leben können.“
 

Die Mehrheit zur Solidarität bewegen

Doch lässt sich das durch Diskussionsveranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen erreichen? Immerhin rund ein Viertel aller Deutschen sollen zumindest Ressentiments gegen Juden haben. Abraham Lehrer gibt sich kämpferisch: „Wenn ich die restlichen 75 Prozent dazu bewege, sich zu outen und Solidarität zu beweisen, dann habe ich das erreicht, was wir erreichen möchten.“

 

Alle gesellschaftlichen Kräfte, auch christliche Gemeinden, sind eingeladen, sich am Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ zu beteiligen. Registrierungen sind möglich unter www.1700jahre.de


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Kommentare

Von Jörg am .

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Kleiner Hinweis: Wir haben eine antisemtische Regierung. Die Deutsche Regierung ist die einzige westliche Regierung, die sämtlichen von Pakistan und arabischen Staaten gegen Israel lancierten Petitionen in der UNO stattgegeben hat. Sie ist der maßgebliche Finanzier des palästinensischen Terrors. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verneigt sich vor den Mördern von Juden. Die Bundesregierung leistet ihnen weitgehende Unterstützung und zahlt ihnen Renten.


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