Menschenrechte Lesezeit: ~ 2 min

Auch an Weihnachten verfolgte Christen im Blick

Markus Grübel ist der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit.

 

 

Markus Grübel ist der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit. Der katholische Christ wird in diesem Jahr zu Weihnachten in seiner Heimatstadt Esslingen am Neckar sein. An Heiligabend besucht er die Christmette um Mitternacht. Wenn er daran denkt, kommen Erinnerungen in ihm hoch. „Letztes Jahr vor Weihnachten hatte ich Gespräche mit Christen in arabischen Ländern. Die sagen: ‚Wenn die Tür während des Gottesdienstes aufgeht, gucken alle sorgenvoll hin.‘“ In der Bundesrepublik sei die Situation anders. „Daher bin ich dankbar, dass ich in Deutschland leben kann, dass ich hier Religionsfreiheit habe, dass Christen hier frei leben können. Aber ich denke auch an die vielen verfolgten Christen in der Welt.“
 

Fokus Nordirak und Nigeria

Markus Grübel (Foto: privat)
Markus Grübel (Foto: privat)

Im zurückliegenden Jahr hat Markus Grübel besonders die Christen im Nordirak im Blick gehabt. Als Beauftragter der Bundesregierung hat er sich mit eingesetzt, dass von der IS vertriebene Christen zurückkehren konnten in ihre Heimat, die Ninive-Ebene. Doch das Problem verfolgter Christen weltweit ist viel größer. Und so geht – Gott sei’s geklagt – Markus Grübel auch 2020 nicht die Arbeit aus. Er will besonders die Situation in Nigeria ins Visier nehmen.

Seit 2018 ist Markus Grübel Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit. Diese Aufgabe hat seinen persönlichen Horizont geweitet, sagt er. Besonders die Begegnung mit Menschen, die von dem sogenannten „Islamischen Staat“ verfolgt wurden, haben ihn beeindruckt. „Mir haben viele geschildert, dass sie die Alternative hatten, entweder zu konvertieren zum Islam, zu sterben oder alles zurückzulassen – ihr Haus, ihr landwirtschaftliches Gerät, ihre Äcker, ihr Vieh. Und sie haben alle gesagt, es gibt nur eine Lösung: Der Glaube ist das Wichtigste!“
 

Der Glaube: wichtiger als Eigenheim und Mercedes?

Eine Haltung, die den Bundestagsabgeordneten aus Baden-Württemberg nachdenklich stimmt. „Als Schwabe stelle ich mir vor: Sie haben ein abgezahltes Einfamilienhaus, sie haben einen Mercedes vor der Tür, sie haben Altersvorsorge betrieben. Wie würden Sie entscheiden?“

Der Glaube ist das Wichtigste. Und der Kampf für Glaubensfreiheit ist unverzichtbar. Dafür steht Markus Grübel. Er schildert, was ihm Weihnachten ganz persönlich bedeutet: „Dass Gott Mensch geworden und zu uns gekommen ist, dass Frieden in die Welt kommt und dass er der Gott geworden ist für die benachteiligten und bedrängten Menschen.“  



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Kommentare

Von Jörg am .

Ein Antrag der AFD, die Entwicklungshilfe für Länder zu kürzen, in denen Cristen verfolgt werden, wurde von allen anderen Parteien einstimmig abgelehnt. Bedenklich war vor allem die geradezu hysterische Reaktion auf den Antrag. Ein Sprecher der Linksfraktion verdeutlichte die vorherrschende Meinung, als er betonte, dass zuerst die Muslime kämen, dann die Hindus, die Christen kämen an fünfter oder sechster Stelle. Selbst wenn er das auf Verfolgung bezog, dann ist eine implizite Wertung zu mehr


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