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Religionsfreiheit verteidigen

Kongress „Christenverfolgung heute“ informiert am Gebetstag für verfolgte Christen. Ein Vorbericht


Haben Sie gestern oder heute jemanden getroffen, der an etwas anderes glaubt als Sie? Wenn ja, freuen Sie sich darüber. Denn das zeigt, dass in Ihrem Land Religionsfreiheit herrscht. Religionsfreiheit ist in den 30 Artikeln der Menschenrechte fest verankert. Trotzdem ist genau dieses Menschenrecht eines, das schleichend in vielen Ländern der Welt immer weniger beachtet wird. Dies mag verwundern, wird doch die Religionsfreiheit von den meisten Ländern offiziell anerkannt. Doch warum wird dann in vielen Ländern die Religionsfreiheit trotzdem mit Füßen getreten?
 

„Religionsfreiheit“ bedeutet nicht überall dasselbe

Religionsfreiheit ist eines der Menschenrechte, das von unterschiedlichen Staaten sehr verschieden interpretiert wird. Im islamischen Denken der arabischen Welt etwa bedeutet Religionsfreiheit etwas komplett anderes als im säkular geprägten Europa. Denn während der Koran allen Menschen die Freiheit gewährt, zum muslimischen Glauben zu konvertieren, kennt der Islam keine „negative Religionsfreiheit“, also die Freiheit, gar nicht an Gott zu glauben oder vom Islam zu einer anderen Religion zu konvertieren. Dies führt zu Verständigungsproblemen, wenn man über das Menschenrecht Religionsfreiheit spricht. Denn natürlich ist mit der Religionsfreiheit, die in den Genfer Konventionen nach dem 2. Weltkrieg als Menschenrecht verankert wurde, eine umfassende Religionsfreiheit gemeint.

Zudem wird von vielen Ländern der Welt zwar das Recht anerkannt, Christ zu sein, aber nicht das Recht, als Christ zu leben. Für das bloße Bekenntnis zu Jesus kann man oft zwar nicht belangt werden, wohl aber muss man mit einer Verhaftung rechnen, wenn man einen Gottesdienst oder einen Bibelkreis besucht. Auch Mission ist in einigen Ländern der Welt verboten oder eingeschränkt. Das kann übrigens schon bei der Empfehlung eines christlichen Buches oder der Weitergabe einer Bibel beginnen. In Ländern wie China etwa stehen Gemeinden mittlerweile unter starker Beobachtung durch den Staat. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht und auch andere Länder schränken die Religionsfreiheit zunehmend ein.
 

„Christenverfolgung“ sichtbar machen

Umso wichtiger ist es daher, die Themen Religionsfreiheit und Christenverfolgung immer wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Sehr darum bemüht ist die christliche Hilfsorganisation „OpenDoors“, die einmal im Jahr einen Weltverfolgungsindex herausgibt, in dem sie aufführt, in welchen Ländern der Erde die Christenverfolgung aktuell besonders hoch ist. Außerdem ruft sie einmal im Jahr zu einem „Weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen“ auf. Dieser findet immer an einem Sonntag im November statt. In diesem Jahr ist dies der 10. November. Mehr Infos dazu finden sich auf einer Sonderseite von OpenDoors.

Ebenfalls am 10. November startet der Kongress „Christenverfolgung heute“ auf dem Schönblick (Christliches Gästezentrum Württemberg) in Schwäbisch Gmünd. Der Kongress setzt sich dafür ein, verfolgten Christen eine Stimme zu geben und das Thema Religionsfreiheit neu in den Fokus zu rücken. Im Programm werden Christen aus Ländern, in denen Verfolgung herrscht, von der aktuellen Situation in ihrem Heimatland berichten. Dazu zählen zum Beispiel Bischof Dr. K. R. Singh aus Indien, eine Anwältin für Menschenrechte aus Pakistan und weitere Missionare und Pastoren aus Nigeria, der Türkei, China und dem Irak.

Gleichzeitig ist es aber auch ein Ziel des Kongresses, Missions- und Hilfsorganisationen untereinander und mit Politikern zu vernetzen. Dabei möchte der Kongress nicht allein auf das Schicksal verfolgter Christen weltweit hinweisen. Auch die problematischen Entwicklungen in Deutschland sollen thematisiert werden. Dazu zählt etwa die Abschiebung von Konvertiten in Herkunftsländer, die Christenverfolgung praktizieren. In einer gemeinsamen Resolution wollen der Veranstalter und seine Partner dieses wichtige Thema aufgreifen und ein klares Signal an die deutsche Politik senden.
 

Unser Anliegen – für verfolgte Christen einstehen

ERF Medien ist Medienpartner beim Kongress „Christenverfolgung heute“. Denn auch uns ist das Gebet und der Einsatz für verfolgte Christen ein großes Anliegen. Zusammen mit unserem internationalen Partner TWR setzen wir uns dafür ein, über Radio und andere Medien Christen in genau den Ländern mit dem Evangelium zu erreichen, in denen sie Einschränkung, Unterdrückung und Verfolgung aufgrund ihres Glaubens erleben. Zudem ist es uns ein Anliegen, in unserem Programm über verfolgte Christen und ihr Schicksal zu berichten. Deshalb wollen wir vor, nach und während des Kongresses in verschiedensten Sendungen und Formaten über dieses Thema berichten.

Wir laden Sie ein, dieses Thema auch zu ihrem Herzensanliegen zu machen. Möglich ist dies zum Beispiel durch die Teilnahme am Kongress „Christenverfolgung heute“. Es gibt immer noch Plätze für Tagesgäste und Kurzentschlossene. Oder Sie greifen am „Gebetstag für verfolgte Christen“ das Thema in Ihrer Gemeinde auf. Vor allem aber freuen wir uns über Ihr Gebet. Denn Gebet vermag viel. Hier einige Anregungen zum Gebet.
 

Gebetsanliegen:

  • Beten Sie für eine gute An- und Abreise aller Gäste des Kongresses „Christenverfolgung heute“ und für eine gute Zeit des gemeinsamen Austausches.
  • Beten Sie für die christliche Medienarbeit, die ERF Medien in Ländern unterstützt, in denen Christen unter Druck sind. Dazu zählen der Nahe Osten, Nord- und Westafrika, Indien, Pakistan, Afghanistan, China, Zentralasien und einige Länder Lateinamerikas.
  • Beten Sie dafür, dass deutsche Politiker vor der Verfolgung von Christen in anderen Ländern nicht die Augen verschließen, sondern sich aktiv für weltweite Religionsfreiheit einsetzen. Besonders erbitten wir dies im Hinblick auf Konvertiten, die in Deutschland Schutz suchen.
     

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