Menschenrechte Lesezeit: ~ 2 min

Über 30.000 Flüchtende sterben in der Sahara

Die Zahl wird laut „Brot für die Welt“ dramatisch steigen.

 

 

„Mit Sorge erfüllt uns, dass die Zahl der Menschen auf der Flucht weltweit weiter steigt und dass wir in Europa unfähig zu humanen Antworten sind, sondern immer noch inhumaner werden.“
 

„Ein humanitäres Armutsszeugnis“

Cornela Füllkrug-Weitzel ist die Direktorin des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt. Sie kritisiert das Ende der staatlichen europäischen Seenotrettung Sophia im März dieses Jahres. Ihr Vorwurf: „Dass man Menschen auf dem Weg nach Europa absichtsvoll, nämlich zur Abschreckung, sterben lässt, ist ein humanitäres Armutszeugnis.“ Die EU verrate damit ihre fundamentalen Werte und Ziele.

Die Opfer im Mittelmeer schaffen es wenigsten noch vereinzelt in die Nachrichten und rütteln am europäischen Gewissen. Doch es gebe noch viel mehr Opfer einer aus Sicht von Brot für die Welt verfehlten Asylpolitik. Füllkrug-Weitzel weist hin auf Abkommen der EU mit den Sahelstaaten. Mit europäischem Geld würden sogenannte Aktionspläne gegen Migration durchgeführt. Auf diese Weise sollten Flüchtende gar nicht erst ans Mittelmeer gelangen. „Nun bewachen nigrische Polizei und Militär im Auftrag europäischer Mitgliedstaaten zusätzlich auch noch die altbekannten Handelswege durch die Sahara, besetzen Wasserstellen und Ortschaften.“ Flüchtende müssten deshalb auf lebensgefährliche einsame Umwege durch die Wüste ohne Wasserstellen ausweichen müssen. „Sie können sich mühelos ausmalen, was da passiert!“
 

Mehr Tote als im Mittelmeer

Wie hoch aktuell die Zahl derer ist, die verdursten und geschwächt sterben, dazu kann auch Cornelia Füllkrug-Weitzel nichts genaues sagen. Aber die Direktorin von Brot für die Welt hat – so makaber es klingt – Vergleichszahlen: „In der Sahara sind ohnehin seit 2014 auch ohne diese Verschärfung schon rund 30.000 Menschen gestorben. Die Dunkelziffer der Menschen, die ‚auf dieser Strecke‘ bleiben, ist noch viel höher als im Mittelmeer.“

Die Lösung könne aus Sicht von Brot für die Welt nur sein, legale Migrationswege nach Europa zu öffnen. Und endlich wieder die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer aufzunehmen.


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