Hilfe in der Krise Lesezeit: ~ 2 min

Lehren von der Golden-Gate-Bridge

Suizid-Experte ist überzeugt: Jeder Mensch will eigentlich leben.

 

 

„Ich war in San Francisco. Es ist kein Scherz: Da will einer von der Brücke springen und ein Polizist sagt: ‚Halt, stehen bleiben oder ich schieße!‘ Dann heben die die Hände und gehen zurück.“ Professor Armin Schmidtke hat viele Jahre das deutschlandweite Suizid-Präventions-Programm geleitet. Der Psychiater ist Experte, wenn es um die Frage geht: Was verleitet Menschen dazu, ihrem Leben ein Ende setzen zu wollen? Schmidtkes Beispiel von der Golden Gate Bridge zeigt: Es gibt eigentlich niemanden, der nicht leben will. Es gibt nur den Wunsch, nicht so weiterzuleben, wie bisher. Und ein Anstoß reicht oft aus, um aus der Spirale der Selbstmordgedanken herauszukommen. Was Menschen mit vordergründigem Todeswunsch eigentlich suchen und was ihnen hilft, sei die permanente kontinuierliche Zuwendung. „Das heißt, ich habe einen, der hält meine Hand. Der hört sich an, was ich sage. Und er redet es mir nicht gleich aus.“
 

Ein Recht auf Hilfe gegen den eigenen Willen

Menschen hätten vor allem Angst, in ihrem seelischen Leid alleine zu sein oder nicht ernst genommen zu werden. Und deshalb ist Armin Schmidtke überzeugt: Jede Zuwendung an einen verzweifelten Menschen, jedes ernsthafte Zuhören  ist ein Akt der Nächstenliebe. „Zum Humanismus gehört, dass jeder Mensch das Recht hat, dass ihm gegen seinen Willen geholfen wird“, ist Schmidtke überzeugt.

Ähnlich wie einem Kind, das die Folgen seines Handelns noch nicht absehen kann, ergehe es einem selbstmordgefährdeten Menschen. Er hat einen Tunnelblick. Sieht nicht mehr, dass es Auswege aus seiner verzweifelten Situation gibt. Und deshalb sind Christen zwar auch nicht vor depressiven Gedanken bis hin zum Todeswunsch gefeit. Sie haben aber eine begründete Hoffnung. Weil Gott da ist, der für ihr Leben eine Zukunft hat. Professor Armin Schmidtke bringt das so auf den Punkt: „Religion ist einer der wesentlichen Relienz-Faktoren gegen suizidales Verhalten.“
 

Hilfe in Lebenskrisen gibt es jederzeit bei der ökumenischen Telefon-Seelsorge unter 0800 – 111 0 111.
 


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