Lebenshilfe Lesezeit: ~ 2 min

Für die Würde des Menschen bis zu seinem natürlichen Tod

"Woche für das Leben" startet in Hannover.

 

 

Seit 25 Jahren gibt es jedes Jahr die „Woche für das Leben“. Protestanten und katholische Christen werben gemeinsam für den Schutz des menschlichen Lebens an seinem Anfang und Ende. In diesem Jahr richten evangelische und katholische Kirche den Blick auf selbstmordgefährdete Menschen. Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, gibt in seinem Eröffnungsstatement beim Auftaktgottesdienst in der Marktkirche in Hannover eine klare Botschaft aus: „Wir treten ein für die Würde des Menschen vom ersten Augenblick an bis zu seinem natürlichen Tod.“ Bei aller menschlicher Verzweiflung gelte der Rote Faden „Gott ist ein Freund des Lebens und in allen Situationen sagt er ja zu uns. Christus ist das große Ja-Wort Gottes zu uns!“
 

„Wir sind da, wenn Menschen mit ihrem Leben hadern!“

Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, ist in seinem Eröffnungsstatement unmissverständlich: Gott will, dass jeder Mensch eine Zukunft hat, egal wie verzweifelt er auch sein mag. Und deshalb stehen christliche Einrichtungen als Helfer bereit, so Bischof Heinrich Bedford-Strohm. Seine Botschaft: „Wir sind da als Kirchen, wenn Menschen mit ihrem Leben hadern.“ Der Ratsvorsitzende des Evangelischen Kirche in Deutschland verweist auf die Notfall- und Telefonseelsorge Hilfe bedeute Hilfe zu Leben und nicht Hilfe zum Tod. Manche Situation möge verzweifelt erscheinen. Es müsse aber klar sein, „Das Leben ist ein Gut, das wir nicht selbst beenden sollen.“ Deshalb lehnt Bedford-Strohm jede Form von kommerzieller aktiver Sterbehilfe ab. Es dürfe kein Klima geben, in dem ältere Menschen sich den Tod wünschten, weil sie den Eindruck hätten, niemand wolle sie mehr.
 

Raus aus der Tabuzone

Die Kirchen hätten sich in ihrer eigenen Geschichte selbst nicht immer vorbildlich verhalten. Über Jahrhunderte sind Selbstmörder nicht auf kirchlichen Friedhöfen bestattet worden. Der EKD-Ratsvorsitzende spricht von einer historischen Schuld. „Denn wir glauben an einen Gott, dessen menschliche Gestalt Jesus Christus mit einem Schrei der Verzweiflung am Kreuz gestorben ist.“ Daher sei Gott Menschen ganz nah bei verzweifelten Menschen, die ihr Leben beenden wollten.

Ein wichtiges Signal der diesjährigen Woche für das Leben: Depressionen, der Wunsch aus dem Leben zu scheiden, sie müssen aus der Tabuzone heraus. Nur so trauen sich betroffene Menschen, über ihre finsteren Gedanken zu reden und kommen aus ihrer Isolation heraus. Denn 10.000 Selbstmorde im Jahr in Deutschland sind 10.000 zu viel.


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