Leben mit Handicap Lesezeit: ~ 2 min

Stolz auf Bernadette

Sylvia und Alfred Sobel sind begeistert von ihrer beinderten Tochter.

 

 

Sylvia und Alfred Sobel sind begeisterte Eltern. Die Lehrerin und der Theologe haben zwei Söhne und eine Tochter – alle bereits im Erwachsenen-Alter. Bernadette lebt mit einer geistigen Behinderung. Das hat bei den Sobels erst einmal einiges durcheinandergewirbelt. Alfred Sobel zitiert seinen Lieblingsspruch: „Ich hatte große Pläne für mein Kind. Aber mein Kind hatte andere Pläne mit mir.“

Sobels betrachten ihre Tochter bis heute als eine Bereicherung für ihr Leben. Trotz aller Schwierigkeiten lebt sie ein Stück Selbstständigkeit. Bernadette ist von zu Hause ausgezogen, lebt in einer Wohngruppe und stemmt einen Acht-Stunden-Job in der Teeproduktion.
 

Mit anderen Augen sehen

Sylvia und Alfred Sobel (Foto: Oliver Jeske / ERF Medien)
Sylvia und Alfred Sobel (Foto: Oliver Jeske / ERF Medien)

Heute ist das möglich. Doch als Bernadette klein war, war Sylvia Sobel noch mit Pädagogen konfrontiert, die nur gesehen haben, was ihre Tochter nicht kann: „Das hat bei uns bewirkt, dass wir unsere Tochter aus Trotz mit ganz anderen Augen gesehen haben: Behinderte Kinder können unendlich viel!“

Das beste Beispiel ist Bernadette Sobel selbst: Sie hatte ein Praktikum in der Altenpflege gemacht. Und dort ist eine ihrer besonderen Stärken zum Tragen gekommen. Bernadette hat eine besondere Sensibilität für Menschen und Stimmungslagen. Mit dieser Fähigkeit hat sie eine im Sterben liegende Frau begleitet, erinnert sich Sylvia Sobel: „Sie hat sich die Zeit genommen, mit ihr zu reden.“ Als die alte Dame den Wunsch äußert, noch einmal ein Geigensolo zu hören, wird Bernadette aktiv. „Unsere Tochter hat unsere Nachbarin angesprochen und sie darum gebeten, mit ihrer Geige in die Pflegeeinrichtung zu kommen.“ So kommt es zu einem kleinem Privatkonsert, kurz bevor die Dame stirbt.“
 

Stolz auf das Geschenk Gottes

Sylvia Sobel und ihr Mann sind daher dankbar und stolz auf ihre Tochter. Sie sehen Bernadette als ein besonderes Geschenk Gottes. „Es ist uns nie in den Sinn gekommen, Gott anzuklagen“, bekennt das Ehepaar. „Wir haben den Segen Gottes von Anfang an bis heute immer wieder erlebt.“

Dazu gehört auch die Erfahrung: Wenn es schwere Situationen gab, dann war die Hilfe oft nur ein Gebet weit entfernt, so Alfred Sobel: „In schweren Momenten weiß man: Jesus ist bei mir an der Seite und hilft!“

Sylvia und Alfred Sobel haben ein Buch über ihre Erfahrungen mit ihrer Tochter geschrieben. Der Titel lautet „Stärke fürs Leben entwickeln“.


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