Zeitgeschichte Lesezeit: ~ 2 min

„Der Fall der Mauer vor 30 Jahren war nicht selbstverständlich“

Christen wollen an die Friedliche Revolution erinnern.

 

 

Vor 30 Jahren, am 9. November 1989, fiel die Berliner Mauer. Menschen aus beiden Teilen Deutschlands konnten sich nach drei Jahrzehnten der Trennung wieder in die Arme schließen. Doch der Beginn der deutschen Wiedervereinigung hatte auch eine globale Perspektive. Es war der Anfang vom Ende des Kalten Kriegs.

Ein Grund zum Feiern, meinen die Initiatoren der Aktion „3. Oktober – Gott sei Dank!“ und rufen dazu auf, mit Kerzen und Gebeten auf die Straßen zu gehen.

Gleichzeitig veranstalten sie eine Gebetswanderung vom 9. November bis zum 3. Oktober auf dem ehemaligen Grenzstreifen.

Eine der Mitorganisatorinnen ist Suse Chmell. „Ich war damals 15 Jahre alt und war Teil der Friedlichen Revolution. Ich bin mitmarschiert und war bei den Montags-Friedensgebeten dabei.“ Suse Chmell stammt aus dem Thüringischen Bad Blankenburg. Was sie am Abend des 9. November 1989, dem Datum des Mauerfalls, gemacht hat? Das weiß sie noch ganz genau: Radio hat sie gehört. Und zwar die „Funkbude“ von ERF Medien, damals hieß dieser Sender noch Evangeliums-Rundfunk. „Ich hatte meine ganze Klasse eingeladen und meine Eltern waren auf einer Demo in der Nachbarstadt.“
 

„Die Mauer ist weg!“

Am späteren Abend dann schrie der Vater durchs Haus: „Die Mauer ist weg!“ Sie Reaktion von Suse Chmells Mutter – aus damaliger Sicht verständlich: „Mit so etwas spaßt man nicht!“

Ein schlechter Spaß war’s natürlich nicht, sondern pure Freude. Denn über den Fernseher flimmerten bereits die Bilder von Menschen aus dem Ostteil Berlins, die über den Grenzübergang Bornholmer Straße in den freien Westen strömten. Suse Chmell ist heute noch ganz begeistert, wenn sie daran zurück denkt. Für die Christin hat an diesem Tag die Freiheit begonnen. „Jetzt, viele Jahre später ist mir bewusst, dass jeder einzelne dazu beigetragen hat, dass die Situation gekippt ist.“ Am Ende sei es aber doch Gott selbst gewesen, „der es so gewirkt und gelenkt hat, dass es auf friedliche Weise zu diesem Ergebnis kam.“

Suse Chmell arbeitet heute vor allem mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, denen sie Zivilcourage weitervermitteln, „dass sie nicht gleichgültig sind, was um sie herum gesellschaftlich und politisch passiert.“ Außerdem ruft sie zum Vertrauen an Gott auf. „Er ist es, der die Geschichte lenkt und leitet!“
 

„Das ist nicht selbstverständlich gewesen!“

Suse Chmell gehört zu einer Reihe von Christen, die gemeinsam zur Aktion „3. Oktober – Gott sei Dank!“ aufrufen. Geplant sind Wanderungen beginnend am Tag der Deutschen Einheit mit Ziel im Harz am 9. November 2019. In mehreren Etappen soll es entlang des ehemaligen innerdeutschen Todesstreifens gehen. „Wir wandern 15 bis zwanzig Kilometer pro Tag.“ Am Abend soll es Begegnungen mit Zeitzeugen geben und Dankandachten.

Einklinken kann sich jeder von Lübeck bis an die tschechische Grenze, der ein paar Turn- oder Wanderschuhe besitzt. Nähere Infos über die Etappen gib es im Internet. Und wenn es nach Suse Chmell geht, dann wird’s eine Aktion mit Nachhaltigkeitsfaktor. „Es wäre schön, wenn wir hier und da eine kleine Gebetskapelle einrichten könnten oder einen Dankesstein aufrichten.“ Die Botschaft soll sein: „Hier ist etwas geschehen, das ist nicht selbstverständlich gewesen.“


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