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„Das größte Wunder meines Lebens“

Christen rufen zu Dank-Veranstaltungen anlässlich von 30 Jahren Mauerfall auf.

 

 

Vor 30 Jahren, am 9. November 1989, fiel die Berliner Mauer. Menschen aus beiden Teilen Deutschlands konnten sich nach drei Jahrzehnten der Trennung wieder in die Arme schließen. Doch der Beginn der deutschen Wiedervereinigung hatte auch eine globale Perspektive. Es war der Anfang vom Ende des Kalten Kriegs.

Bernd Oettinghaus leitet den Runden Tisch Gebet der Lousanner Bewegung. Er selbst, 1959 im Westen geboren, erinnert sich an bewegte Zeiten. „Wir haben damals als junge Erwachsene mitprotestiert gegen die atomare Aufrüstung. Denn die 25-fache Vernichtungskraft auf beiden Seiten war eine reale Gefahr, wenn sie durch den berühmten Druck auf den Roten Knopf ausgelöst worden wäre.“
 

„Das größte Wunder meines Lebens“

Die Wende haben dann nicht die Anti-Atomwaffen-Demos gebracht, sondern ein sowjetischer Staatschef, der 1988 vor der UNO einseitige Abrüstungsschritte in Aussicht stellte. Und natürlich die vielen Menschen in der DDR, die mit Kerzen auf die Straßen gingen, die beteten oder sich den sozialistischen Diktatoren entgegenstellten mit den Worten: „Wir sind das Volk!“ Oettinghaus staunt im Rückblick: „Dass das dann so endete, dass der Todesstreifen einfach abmontiert und die Raketen einfach nach Hause gefahren wurden, ohne dass einer der Soldaten Amok gelaufen ist, das wird das größte Wunder meines Lebens bleiben.“
 

Raus aus der „Bequemlichkeitszone“

Jetzt ruft Bernd Oettinghaus gemeinsam mit Vertretern aus Gesellschaft, Politik und Kirchen auf zur Aktion „3. Oktober – Gott sei Dank!“ Jeder kann sich an diesem Tag beteiligen, indem er in aller Öffentlichkeit ein Zeichen setzt der Dankbarkeit für den Mauerfall vor 30 Jahren. Oettinghaus lädt ein, „aus der Bequemlichkeitszone der Kirchengemeinde herauszugehen, Kerzen zu nehmen und gemeinsam draußen auf den Martplätzen zu singen.“

Denn 30 Jahre Fall der Berliner Mauer feiern sei viel mehr als nur Schwelgen in der Erinnerung, meint Bernd Oettinghaus von der Aktion „3. Oktober – Gott sei Dank!“ Er hofft und betet, „dass aus der Erfahrung der Ereignisse von 1989 auch eine Mitverantwortung ensteht für heute.“ Damals sei die politische Situation viel angsteinflößender gewesen als heute.  „Da hat Gott eingegriffen auf eine Weise, die einzigartig war.“ Das könne auch für die Zukunft ein Hoffnungsschimmer sein. „Damit Angst nicht am Ende der Ratgeber ist, der uns dann vielleicht doch in die falsche Richtung treibt.“


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