Architektur Lesezeit: ~ 1 min

Berlins evangelischer Dom braucht Geld

Westfassade des über 100 Jahre alten Gebäudes ist marode.

 

 

„Rissbildung in Fugen und Steinquadern, Erosionen, defekte und fehlende Fugen, Salzausblühungen, Korrosion der Stahlbauteile!“ So klingt der Zustand des Berliner Doms aus dem Mund von Domarchitektin Sonja Tubbesing. Und was hier so vor sich hin bröckelt und verwittert, das ist ein echtes geistliches Denkmal. Kaiser Wilhelm II. hatte die imposante protestantische Kirche im Stil des Neobarocks und der Neorenaissance errichten lassen. 800.000 Touristen jährlich besuchen den Dom. Dazu kommen 140.000 Besucher der Gottesdienste, so der Vorsitzende des Domkirchenkollegiums, Dr. Volker Faigle: „Die Gottesdienste stehen im Zentrum unserer Arbeit. Wie verstehen sie als Angebot für die Menschen unserer Stadt unsd unsere Gäste. Alle 10 Uhr-Gottesdienste werden jeden Sonntag ins Englische übersetzt. Wir sind eine gegen den Trend wachsende Gemeinde. Dafür sind wir dankbar!“
 

Gebet für Großbritannien

Neben der Predigtkirche mit den Statuen der Evangelisten und Reformatoren gehört zum Berliner Dom die Hohenzollerngruft sowie ein Dommuseum. Menschen mit seelsorgerlichen Anliegen oder in Krisen finden Hilfe in der Lebensberatung im Untergeschoss. Darüber hinaus will die Domgemeinde auch immer wieder politische Signale in die Gesellschaft senden. Ein ganz aktuelles Anliegen nennt Faigle: „Dass die europäische Einheit bewahrt bleibt! Wir hatten die Bischöfin von London als Predigerin hier. Wir haben für eine gute Zukunft Großbritanniens und auch der Europäischen Union gebetet.“
 

Restaurierung für 1,6 Millionen

Gegen die Probleme des Brexits scheint die Bausubstanz des Berliner Doms fast ein Klacks zu sein. Doch die Tatsache steht im Raum: Jetzt, nach über 110 Jahren, nagt der Zahn der Zeit am Gebäude. Die Skupturen, die Jesus, die Propheten und andere wichtige Gestalten der Bibel darstellen, sind verwittert und mit dunkler Patina überzogen. Vereinzelt bröckelt der Sandstein.

Damit Moses also die Steintafeln mit den zehn Geboten nicht mangels Statik buchstäblich vor den Füßen der Berliner zerschmettert, ist Handeln angesagt.

1,6 Millionen Euro soll die Restaurierung der wetterumtosten Westfassade kosten. Spendengeld, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für den Dom einsammeln will.


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