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Dem Anderen wieder in die Augen schauen

Lehrer sind ganz neu im digitalen Klassenzimmer gefordert.

 

 

Das jedenfalls beobachtet Wolfgang Endres, Pädagoge und Referent in der Erwachsenenbildung. Langsame Internetverbindungen. Ein Computer-Kabinett, das sich irgendwo in einem versteckten Kellerraum befindet: Wer an Deutschlands Schulen schaut, bekommt nicht selten den Eindruck: Hier ist nach Einführung des Tastentelefons noch nicht viel passiert. Ob’s auch an den Lehrern selbst liegt? Auf jeden Fall nicht an denen, die in Berlin das 2. Pädagogische Symposium der christlichen Stiftung Bildung, Werte, Leben besuchen, meint Dr. Uli Marienfeld. Er veranstaltet das Treffen von Lehrern aus ganz Deutschland: „Die Kollegen, die hierher kommen sind neugierig.“ Sie wollten Technik für den Unterricht nutzbar machen, „um Schüler in ihrer Begabungsbreite zu fördern.“
 

Dem Anderen wieder in die Augen schauen

Nun ist es aber kein Geheimnis: Mancher Pennäler kann sich von seinem eigenen Smartphone kaum trennen. Sollten Lehrer daher lieber auf den Einsatz von Tablets und Smartboards verzichten? Nein, meint Wolfgang Endres, Pädagoge und Referent in der Erwachsenenbildung. Es gelte Erfahrungsräume zu schaffen, in denen sich Schüler und Lehrer buchstäblich in die Augen blicken und den anderen mit seiner Mimik und in seinen Reaktionen wieder wahrnehmen.

Der Austausch über Skype und andere Communitys dürfe die persönliche Beziehung zwischen Schüler und Lehrer nicht ersetzen. Nur durch sie gebe es auch einen Lernerfolg. Endres zitiert dabei Goethe: „Wir lernen von dem, den wir lieben.“

Vielleicht muss es ja nicht ganz so weit gehen. Aber um Sympathie für ein gesundes Lernklima komme halt keiner herum. Und dazu gehört  auch, dass der Lehrer seine Rolle überdenkt in einer Zeit, in der seine Schüler ständig mit Google und Wikipedia unterwegs sind. Der Lehrer sei noch nie allwissend gewesen. Stattdessen seien Pädagogen als Begleiter und Vorbilder gefordert.  

Dr. Uli Marienfeld meint: Wo Lehrer und Schüler ihre Rollen neu finden, da gelingt auch Unterricht im digitalisierten Zeitalter.
 

Gnade und Großzügigkeit machen glücklich

Marienfeld selbst ist stellvertretender Leiter an einer Berliner Evangelischen Schule. Seine Erfahrung: Gerade Schulen in freier Trägerschaft können Lernkonzepte mit digitaler Unterstützung besonders kreativ und ohne jahrelangen Vorlauf umsetzen. Er selbst schätzt die Kombination aus innovativem Unterricht und christlichen Grundwerten. Gnädig und großzügig zu leben habe Schülern zu aller Zeit gut getan. „Das als Pädagoge tun zu können, das macht glücklich!“


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