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Schüler protestieren gegen Kinderarbeit und Sklaverei

Das Projekt „100 Million“.

 

Lena Rohde ist eine junge hübsche Frau, die sich gerne modisch kleidet. Die Schülersprecherin einer evangelischen Schule hat bisher in ihren Lieblingsboutiquen einfach ins Regal gegriffen – ohne darüber nachzudenken: Musste vielleicht ein Kind dieses T-Shirt oder diese Hose nähen?

Doch Lena Rhodes Einstellung hat sich geändert, seit sie einen Film des Friedensnobelpreisträgers Kailash Satyarthi gesehen hat. Er hat bereits 86.000 Kinder aus Zwangsarbeit in Indien befreit. „Ich war extrem schockiert, dass ich in den Urlaub fahren kann und dass ich ganz selbstverständlich auf meine Schule gehen kann, auch wenn sie mich manchmal nervt. Mit welchem Recht bin ich den hier und ein anderes Kind muss arbeiten oder wird verkauft?!“

Gespräch mit Bundespolitikern

Lena Rhode will es nicht bei mitfühlenden Gedanken belassen. Sie ist jetzt Jugendbotschafterin des kirchlichen Hilfswerks „Brot für die Welt“. Als solche ruft sie in diesen Tagen zum Mitmachen auf bei der Aktion „100 Million“. 100 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit sollen mit verschiedenen Aktionen auf die Verletzung der Kinderrechte aufmerksam machen. Lena Rohde selbst und einige Mitstreiter haben das Gespräch mit dem Bundesminister für Entwicklungshilfe Gerd Müller und weiteren Mitgliedern des Bundestags gesucht. Einen ersten Erfolg gibt es schon: Das Thema Versklavung und Ausbeutung von Kindern soll im kommenden Vierteljahr im Deutschen Bundestag diskutiert werden. Immerhin gibt es weltweit schätzungsweise 73 Millionen, die so leiden müssen.

Veränderung im Kleinen

Doch Veränderung fängt auch im Kleinen an. Lena Rhode hat sich noch bis vor kurzem keine Gedanken gemacht, dass für ihren eigenen Blazer mit dem hippen Markenlabel vielleicht ein Kind leiden musste. Aus Unwissenheit. „Trotzdem möchte ich nichts rechtfertigen. Mein Ziel ist es, nur noch Firmen zu unterstützen, die nachweislich kein Geld mit Kinderarbeit verdienen.“


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