Menschenhandel Lesezeit: ~ 2 min

Ein blaues Band gegen Sklaverei

Initiative zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel

 

„Im Schnitt beschäftigt jeder Deutsche etwa 60 Sklaven.“ Diese Aussage wäre ein Provokation, eine Anmaßung. Käme sie nicht von Dietmar Roller. Er weiß wovon er spricht. Denn Dietmar Roller kämpft als deutscher Kopf der International Justice Mission gegen Sklaverei im 21. Jahrhundert. An jedem Billig-T-Shirt, das in der Bundesrepublik über den Ladentisch geht, hat möglicherweise ein Mensch unter Zwang mitgearbeitet. In jedem Handy stecken wahrscheinlich seltene Erden, bei deren Gewinnung Sklaven beteiligt waren. Trotzdem: Sklaverei im 21. Jahrhundert – gibt’s das? Roller sagt ja! Über 40 Millionen Menschen weltweit leben in Schuldknechtschaft.
 

Versklavt wegen 15 Dollar

„Arme Menschen können ja nicht zur Bank gehen, wenn sie mal Geld brauchen. Die gehen zum Geldverleiher.“ Viele von ihnen beuten ihre Opfer aus und führen sie in immer größere Abhängigkeiten. „Wir haben Menschen aus solchen Situationen befreit, die in der dritten Generation versklavt waren wegen 15 Dollar.“

Die International Justice Mission finanziert Anwälte und Menschenrechtler. Sie nimmt Partei für die Menschen, die sich nicht selbst befreien können. Sie sind Opfer einer regelrechten Industrie. Nach UN-Schätzungen macht die Menschenhändler-Mafia weltweit einen Gewinn von 150 Milliarden Dollar im Jahr. Roller kenn die „Gewinnspannen“: „Die Ware Mensch kann man schon für 90 Dollar kriegen.“ Wer nicht mehr arbeiten könne, werde einfach ersetzt.
 

Asien, Afrika und Europa

Die International Justice Mission befreit Sklaven vor allem in Asien und Afrika. Doch Sklaverei gibt es auch bei uns mitten in Europa. Frauen aus Rumänien zum Beispiel werden mit falschen Versprechungen in die Zwangsprostitution nach Deutschland gelockt. Nach Erkenntnis Rollers sind es oft „Minderjährige, die in Bordelle gezwängt werden, die genauso wie Menschen in Südostasien oder Afrika versklavt sind.“
 

Die eigene Freiheit nutzen

Sklaverei im 21. Jahrhundert: Sie hat die verschiedensten Gesichter. Doch eins haben alle Formen gemeinsam: Sie sind himmelschreiendes Unrecht. Und deshalb ruft Dietmar Roller zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel am 18. Oktober auf zum Protest gegen Sklaverei. Hierzu bietet die International Justice Mission ein blaues Armband mit dem Hashtag „Frei“. Es kann gratis bestellt werden unter www.unfrei.info

Dietmar Roller meint: „Wir sind frei. Wir können unsere Stimme erheben.“ Gerade Christen seien hier herausgefordert, Verantwortung zu übernehmen. „Wir können unsere Freiheit nutzen, um die Situation zu verändern.“


Kommentare

Von Pfaelzer am .

Durch die Legalisierung der Prostitution unter der Schröder-Fischer-Regierung ist Deutschland zum Bordell Europas verkommen. Im Fahrwasser der Prostitution sind andere Straftaten geradezu explodiert. Leider weist der Herr lieber nicht darauf hin und auch nicht auf den Umstand, dass Sklaverei in den Arabischen Ländern existiert, die weder indirekt noch inoffiziell ist. Es ist ein Zeichen von Gratismut, "uns" anzuprangern.


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