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Aktion Fotos gegen Fremdenhass

Die Mitmach-Aktion „Deutschland #vereint“.


Fotos sind schöne Erinnerungen. Fotos können aber auch wichtige Botschaften vermitteln. So ruft die Aktion „Deutschland #vereint“ dazu auf: Setz mit einem Bild ein Zeichen gegen Fremdenhass. Wie das funktioniert und wer die Aktion unterstützt: Oliver Jeske berichtet aus Berlin.
 

 

Egal ob sie heute Abend beim Italiener um die Ecke essen gehen oder im Sportverein mit ihrem türkischen Nachbarn kicken: Schießen doch einfach ein gemeinsames Foto und schicken Sie es vom 3. Oktober bis 9. November 2018 an die Aktion „Deutschland #vereint“. Auch der oberste Repräsentant der evangelischen Kirche, Bischof Heinrich-Bedford Strohm, macht dabei mit. Er wird ein Bild von einem Bayreuther Gottesdienst posten. „Da sind viele Menschen aus dem Iran, die entweder Christen geworden sind und sich haben taufen lassen oder die sogar als Muslime kommen.“
 

„Alle Menschen sind nach dem Bild Gottes geschaffen“

Die Aktion „Deutschland #vereint“ will ein Zeichen setzen gegen Fremdenfeindlichkeit. Bedford-Strohm ruft die Menschen auf: „Lasst euch gemeinsam ablichten mit eurem Arbeitskollegen oder Freund, der ausländische Wurzeln hat.“ Die Botschaft: Jeder Mensch ist gleich, egal welcher Hautfarbe und Herkunft. Bedford-Strohm: „Wir glauben daran, dass der Mensch geschaffen ist zum Bild Gottes. Wenn dies wirklich stimmt, dann müssen sich alle, die das glauben, auch klar einsetzen gegen die Abwertung von Menschen oder Menschengruppen.“
 

Mehrheit im Osten „gegen Rechtsradikalismus“

Anlass für die Aktion „Deutschland #vereint“ sind die gewaltsamen Ausschreitungen in Chemnitz sowie die fremdenfeindlichen Parolen in Köthen. Gleichzeitig warnt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland vor Verallgemeinerungen - der Tendenz, alle Menschen im Ostteil der Republik über einen Kamm zu scheren.

„Der Osten oder eine Stadt wie Chemnitz“ werde plötzlich mit Rechtsradikalismus identifiziert. „Obwohl die allermeisten Menschen das überhaupt nicht wollen, was da passiert!“ Der EKD-Ratsvorsitzende erinnert an die Bürger, die unter Beteiligung der Kirchen Friedenssymbole auf den Marktplatz von Köthen gemalt haben.

Heinrich Bedford-Strohm wendet sich damit gegen alle, die auf Kosten von Ausländern und Flüchtlingen in Deutschland Angst verbreiten wollen. Die mit Hetzparolen einfache Antworten auf komplexe Fragen geben.
 

Bischof wirbt für eine „Grundzuversicht“

Dagegen sollen die Bilder der Aktion „Deutschland vereint“ ein Signal setzen: Spontane Aufnahmen von Menschen unterschiedlichster Herkunft, die sich gut verstehen. Sie zeigen: Menschen, die zu uns kommen sind kein Problem. Bereits jetzt lebt die Mehrheit in unserem Land friedlich miteinander – ob am Arbeitsplatz oder in der Freizeit. Ja, es gebe Probleme, bekennt auch Heinrich Bedford-Strohm. Doch diese ließen sich mit einer konstruktiven Haltung bewältigen: „Gegen die Angst Probleme lösen und gleichzeitig aus einer tiefen Grundzuversicht heraus in die Zukunft gehen: Das ist, was wir als Christen im Lichte von Glaube, Liebe und Hoffnung einbringen möchten.“


Kommentare

Von Jörg S. am .

Der unvermeidliche Bedford-Strohm. Sein Parteibuch verpflichtet ihn zum Wahlkampf. Wer wissen will, was in Chemnitz passiert ist, sollte sich keinesfalls auf Kirchenfunktionäre mit Parteibuch zurückgreifen.


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