Armut

25 Jahre Tafeln - eine Erfolgsgeschichte

Im Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung und Armut.

„Der 2. Mai als Tag der Lebensmittelverschwendung markiert das Datum, ab dem statistisch für Deutschland die produzierten Lebensmittel nicht mehr auf dem Müll landen, sondern endlich verzehrt werden!“ Noch immer landen viel zu viel Obst, Gemüse, Wurst und Brot in deutschen Mülleimern. Das beklagt Dagmar Keßling von den Tafeln in Deutschland. Seit 25 Jahren sammeln Ehrenamtliche nicht verkaufte Lebensmittel in Supermärkten ein und bringen diese an den Mann und die Frau. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Tafeln sind immer mehr zu Orten geworden, an denen Armut gelindert wird. Tafel-Chef Jochen Brühl fordert Konsequenzen, will aber auch nicht Panik machen. „Entrüstungspopulismus bringt uns nicht weiter. Wir müssen aufhören, nur zu jammern und zu klagen.“ Brühl verweist auf die 60.000 Ehrenamtlichen, die sich in der Tafel engagieren. „Die diskutieren auch, aber die tun gleichzeitig was.“

Mütter müssten über 7.000 Euro verdienen

Armut ist kein unabwendbares Schicksal. Das man etwas tun kann beweisen die Tafel-Helfer. Sie bewegen jährlich rund 264.000 Tonnen Lebensmittel. 1,5 Millionen Menschen profitieren davon. Armut hat dabei unterschiedliche Gesichter. Am stärksten betroffen: Mütter, die in der Erziehung ihrer Kinder vom Partner allein gelassen wurden. Jochen Brühl verweist auf eine Rechnung, dass der Arbeitseinsatz der Mütter im Schnitt mit über 7.000 Euro im Monat entlohnt werden müsste. Stattdessen kämpfen Alleinerziehende mit steigenden Mieten und Einkommen am Existenzminimum.

Menschen helfen Menschen

So sind es die Tafeln, die hier einen kleinen Beitrag leisten, damit eben auch mal ein bisschen Geld für den Besuch im Schwimmbad übrig bleibt --- oder für das Eis mit den Freunden. Immer, wenn eine Tüte mit Brot vom Vortag oder gut erhaltenem, aber nicht ganz perfekt aussehendem Obst über den Tresen geht, dann gibt es auch einen Händedruck, ein Lächeln – kurz: eine Begegnung zwischen Menschen.

25 Jahre Tafeln ist somit eine Erfolgsgeschichte in Deutschland. Viele Kirchen und christliche Gemeinden machen mit. Heute sind es über 940 Orte, an denen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Lebensmittel landen nicht auf dem Müll und „Menschen helfen bedürftigen Menschen“, so Dagmar Keßling.


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