Gebetsbrief Zentralasien

Gott ist treu!

Trotz schwieriger Umstände erleben Christen in Usbekistan immer wieder Gottes Treue. Ein aktueller Bericht von Willi Epp.

Willi Epp koordiniert die Arbeit von ERF Medien in Zentralasien - dazu zählen die Länder Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. In seinem monatlichen Gebetsbrief berichtet er von aktuellen Entwicklungen und Gebetsanliegen. Einen Auszug davon lesen Sie hier. Den ausführlichen Gebetsbrief können Sie hier herunterladen.


Liebe Gebetsfreunde,

heute möchte ich Sie und mich daran erinnern: Gott ist treu! In Hebräer10,23 lesen wir: „Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu“. Gott hält sein Wort, wenn es um die Vergebung der Schuld geht (vgl. 1. Johannes 1,9), genauso wie wenn es um den Schutz seiner Nachfolger geht (vgl. 2. Thessalonicher 3,3).

Bild: Willi Epp / ERF Medien

Vor 45 Jahren war ich Soldat in der Armee der Sowjetunion. Den größten Teil meiner zweijährigen Dienstzeit habe ich in der Stadt Fergana in Usbekistan verbracht. Damals wurden christliche Überzeugungen bei der Armee nicht geduldet und mit allen Mitteln bekämpft. So war es auch bei mir. Die Lage spitzte sich zu und ich kam in Untersuchungshaft. Es drohte ein Gerichtsverfahren. Aber Gott ist treu! Er hat die Umstände so gelenkt, dass ich nach einigen Tagen wieder aus dem Gefängnis entlassen wurde. Jetzt durfte ich nach vielen Jahren diese Stadt erneut besuchen. Es war ein bewegendes Erlebnis für mich. Gott hat mich bewahrt und nicht nur das: Seit vielen Jahren darf ich den Menschen der ehemaligen Sowjetunion die gute Nachricht von Jesus weitersagen.

Der hohe Preis der Nachfolge

Während meines Besuches lernte ich Glaubensgeschwister kennen, die für ihre Nachfolge Jesu einen hohen Preis zahlen mussten. Über einen von ihnen waren die Verwandten so verärgert, dass er vor die Wahl gestellt wurde: Dein Jesus oder die Familie. Weil er sich für Jesus entschied, räumte seine Familie seine Wohnung leer und nahm seine Frau und Kinder mit. Er blieb allein zurück. Es war eine harte Zeit, aber er betete viel. Nach einiger Zeit meldete sich seine Frau mit der Bitte, den Kontakt wiederherzustellen. Die Geschichte entwickelte sich weiter: Seine Familienmitglieder nahmen einer nach dem anderen Jesus auf und wurden zu Nachfolgern Jesu. Es war ein besonderes Erlebnis, diese Familie kennenzulernen.

Auch ein anderer Mann erzählte von der Treue Gottes in seinem Leben. Als junges Ehepaar mit einem kleinen Kind wurden er und seine Frau von den Verwandten verstoßen, weil sie Christen geworden waren. Nun hatten sie weder eine Bleibe noch einen Beruf. Nach einiger Zeit als Gastarbeiter im Ausland entschied der Mann sich für ein Studium. Doch er wusste nicht, wie er seine Familie in dieser Zeit ernähren und dazu noch die Studiengebühren zahlen sollte. In so einem Fall hilft normalerweise die Verwandtschaft, aber in ihrem Fall war das ja keine Option. Sie beteten und ihm wurde ein Job als Übersetzer für ein Projekt angeboten, das vier Jahre lang dauern sollte. Damit konnte er seine Familie versorgen und sein Studium abschließen. Heute arbeitet er als Lehrer und hat einen guten Arbeitsplatz.

Neue Projekte in Usbekistan

Wenn wir auf unsere Medienarbeit in Usbekistan zurückschauen, dann können wir nicht anders, als laut auszusprechen: Gott ist treu! Dankbar sind wir, dass die Übersetzung und Überarbeitung der langen Sendereihe „Durch die Bibel“ für Usbekisch nun abgeschlossen ist. Trotz eingeschränkter Reisemöglichkeiten konnten alle Texte von unseren Mitarbeitern aufgenommen werden. Letztes Jahr wurde die Übersetzung der Bibel ins Usbekische abgeschlossen. Mittlerweile sind auch die Sendungen mit der Bibelauslegung aufgenommen. Gott ist treu! Das haben wir erlebt.

Als nächstes möchten wir mit verschiedenen Sprechern die Bibel in gelesener Fassung aufnehmen. Mit dieser Audio-Bibel könnten wir dann kurze Sendungen produzieren, in denen der Bibeltext vorgelesen wird und dazu dann einige kurze Erklärungen folgen. Wir nennen dieses Projekt „Die Radiobibel“. Solche Sendungen wären eine großartige Hilfe in den zentralasiatischen Kulturen, die lieber zuhören als lesen.

„Es ist gut, dass es die Radiosendungen gibt“, wurde mir in der letzten Zeit oft von unterschiedlichen Geschwistern bestätigt. Einige Male wurden wir auch von Leitern der Hausgemeinden darauf angesprochen, wie wichtig es wäre, die kleinen Gruppen von Christen mit Radiogeräten zu versorgen. Nur selten können Christen sich treffen und Gottesdienste abhalten. Deshalb könnten die Radiogeräte die Gemeindearbeit in den abgelegenen Ortschaften unterstützen. Gerne würden wir die Pastoren bei diesem Anliegen unterstützen.

Eine andere großartige Möglichkeit ist, die vorhandenen Sendungen auf Micro-SD-Karten zu kopieren. Die Besonderheit dieser Steckkarten ist, dass diese sich unauffällig an Freunde und Interessierte weitergeben und in Smartphones und Tablets abspielen lassen. Es ist ein effektiver Weg junge Leute zu erreichen.

Beten Sie gemeinsam mit uns für die Christen in Usbekistan und für diese möglichen neuen Verteilwege!

Ihr

Willi Epp


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