Ghana

Zu Hause in zwei Welten

Der Internist Robel Hailemariam.

„An Berliner Krankenhäusern muss man sich regelmäßig beschimpfen lassen, wenn’s nicht schnell genug geht!“ Robel Hailemariam arbeitet als Internist in der deutschen Hauptstadt. Wertschätzung schlägt ihm allerdings stärker in Afrika entgegen. Bereits dreimal hat der Arzt mehrere Wochen seines Urlaubs geopfert und ist nach Ghana gereist.

Andere Probleme als Übergewicht und Alkohol

Dort hilft er  ehrenamtlich im kleinen Krankenhaus von Nkum, einem von Armut geprägten Dorf. Es liegt rund 100 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Accra. Die Situation dort: ein krasser Gegensatz zu dem, was der Internist mit Patienten in Deutschland erlebt. „Bei uns behandle ich Patienten wegen Alkoholmisbrauchs oder Übergewicht. Das ist oft frustrierend.“

Ganz anders die Situation im Krankenhaus von Nkum. Viele der dort lebenden Menschen können sich einen Arzt schlicht nicht leisten. Heilemariam und seine Kollegen, die wie er auf eigene Kosten nach Afrika reisen, sind für sie oft die letzte Hoffnung. „Es ist spannend, in einem Bereich zu arbeiten, wo nicht diese Lifestile-Krankheiten auftreten.“

Öffentliches Gebet für Patienten

Hailemariam versucht zu helfen wo er kann, behandelt Fälle von Malaria oder Wurmbefall – aber auch Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes. Und gleichzeitig leistet der Internist Aufklärungsarbeit. Denn: Manche Krankheiten gelten in Ghana immer noch als Zeichen eines Fluchs . „Da ist es wichtig, dass man sich klar positioniert und öffentlich für die Patienten betet. Einfach um zu zeigen, dass der Segen des Herrn trotzdem auf diesem Menschen liegt.“


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