Politik

Nur 2 von 100 Menschen leben in uneingeschränkter Freiheit

„Brot für die Welt“ und „Civicus“ präsentieren „Atlas der Zivilgesellschaft“

„Eine freiheitlich engagierte Gesellschaft ist wichtigste Grundlage für Demokratie und ist auch zentral wichtig für sozialen und ökologischen Fortschritt – für Entwicklung.“ Ein Satz, wie er im Lehrbuch stehen könnte. Doch Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Chefin des evangelischen Hilfswerks ‚Brot für die Welt‘, macht sich Sorgen, was die Freiheit auf unserem Planeten angeht.

„2 % der Weltbevölkerung leben in Ländern mit einer offenen Zivilgesellschaft, das heißt, in Ländern, wo sie frei ihre Meinung äußern können, wo die Presse nicht behindert ist, wo sie sich zusammenschließen können zu Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen.“

Echte Freiheit nur in 22 Ländern

Nur 2 Prozent? Die Zahl, die Brot für die Welt hier präsentiert, erklärt sich, wenn man bedenkt: Alleine in China leben fast 1,4 Milliarden Menschen. Im Gegenzug gelten nur 22 Länder auf unserem Erdball als Musterschüler, was die uneingeschränkte Grundrechte angeht. Deutschland ist mit dabei, und deshalb komme  der Bundesrepublik auch eine besondere Verantwortung zu. Cachel Gilbert gehört zur Menschenrechtsorganisation Civicus mit Sitz in Südafrika.  Er hat die Studie im Auftrag von Brot für die Welt erstellt. Gilbert richtet einen klaren Appell an die Bundesregierung: „Wir rufen die deutsche Regierung auf: Erneuern sie ihre Verpflichtung, die Zivilgesellschaft zu unterstützen. Und seien sie weiterhin eine führende Stimme für die Rechte und Freiheit von schutzbedürftigen Menschen, einschließlich Flüchtlingen und Migranten.“

Deutschland müsse immer wieder die größten Verbrecher an den Pranger stellen, was die Verletzung der Menschenrechte betrifft. Dazu zählten Diktaturen wie Nordkorea, aber auch weite Teile der arabischen Welt. Gilbert berichtet von einem Treffen von Menschenrechtsaktivisten. „Sie arbeiten in Ländern wie Saudi-Arabien, Bahrain, Oman, dem Iran und Jemen. Diese gehören zu den schwierigsten und gefährlichsten Ländern für Menschenrechtsaktivisten auf unserem Planeten.“

Religionsfreiheit wird geschleift

Brot für die Welt macht sich aus diesem Grund gemeinsam mit Civicus  stark im Kampf für Menschenrechte. Denn hier gehe es auch um die Existenz von Christen. Cornelia-Füllkrig Weitzel hält fest, dass die Kirchen und andere religiöse Organisationen jeden Grund hätten, sich für die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Erhaltung der Menschenrechte einzusetzen. „Denn die Religionsfreiheit wird gemeinsam mit anderen Menschenrechten geschleift.“    


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