Politik

„Mein Lieblingsgleichnis ist das von den Talenten“

Die Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött

Studiert hat sie den Umgang mit den schönen Dingen. Mari-Luise Dött ist Gemmologin – Edelsteinexpertin. Trotzdem ist ihr die Politik in die Wiege gelegt worden. Dötts Großmutter hat an der Seite des Münsteraner Bischofs Graf von Galen gegen Adolf Hitlers Euthanasieprogramm, die planmäßige Ermordung von geistig und körperlich behinderten Menschen, gekämpft.

„Bei uns wurde dann immer diskutiert, weil die große Überschrift für alles war: ‚So etwas darf nie wieder passieren. Demokratie über alles!‘ Und wenn man katholisch ist, dann heißt das: Man muss sich engagieren und einbringen.“

Vom schützenswerten Kind her denken

 

Bis heute sind Marie-Luise Dött die Menschen wichtig, die besonders schützenswert sind. An der sogenannten „Ehe für alle“ stört die CDU-Bundestagsabgeordnete vor allem das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. „Das Kind kommt zu den Eltern und nicht umgekehrt. Dann muss ich das genau andersherum denken. Und dann denke ich, steht einem Kind auch ein Vater und eine Mutter zu, weile es da die beiden Seiten des einen Menschen erleben kann und dadurch auch eine ganz andere Stärkung bekommt.“

Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten

 

Jedem Menschen das zukommen lassen, was ihn zur Entfaltung seiner Persönlichkeit bringt. Für Marie-Luise Dött ist das eine der wichtigsten Aufgaben von Politik. Und sie beruft sich dabei auf die Bibel. „Mein Lieblingsgleichnis ist das von den Talenten.“ Ein Sohn tue nichts mit dem ihm Anvertrauten, einer nur ein bisschen und der dritter tut viel. „Ich bin der Überzeugung, dass jeder individuell und anders ist und mit anderen Talenten angetreten ist und das wir alle Talente brauchen.“

Eine Gesellschaft, in die sich jeder mit den ihm oder ihr von Gott verliehenen Gaben einbringen kann: Das ist das politische Ziel von Marie-Luise Dött.

Gegen „Ersatzreligion“

 

Und wann kann sich die Bundestagsabgeordnete und Naturwissenschaftlerin im Berliner Politikalltag so richtig aufregen? Dann, wenn Themen medial unsachlich aufgebauscht werden. Ihr Lieblingsbeispiel ist der Verpressung von CO2 in den Boden. Hier handele es sich nicht um ein gefährliches Gift, wie die Öffentlichkeit oft suggeriere, sondern um ein Gas, das ganz normal in der Natur vorkommt. „Wir haben teilweise Kirchen, die sich da einmischen und von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Das ist alles Ersatzreligion!“

Marie-Luise Dött hat – wie sie sagt – den Weg in die Bundespolitik nie aktiv gesucht. Sie hätte durchaus ein ganzes Leben mit der Forschung an Edelsteinen zubringen können. Dass sie dennoch heute im Parlament sitzt, sieht sie als eine Führung Gottes – und sie ist sich der hohen Verantwortung, die damit verbunden ist, bewusst.

 


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