Menschenrechte

Ein Cop aus Los Angeles kämpft gegen Kinder-Sklaverei

Im Auftrag der International Justice Mission am Volta-Stausee in Ghana.

Er ist ein Mann, der für Recht und Ordnung sorgt. John – wir haben seinen Namen geändert, um ihn zu schützen – kennt die Abgründe der organisierten Kriminalität: „Ich war 16 Jahre lang Polizist in Los Angeles. Zehn Jahre habe ich im Drogendezernat gearbeitet. Dann bin ich Christ geworden. Als ich hörte, was die International Justice Mission macht, dachte ich: Das ist das Beste, was ich tun kann mit den Gaben, die Gott mir geschenkt hat.“

Vom Polizisten zum Retter am Volta-Stausee

Die International Justice Mission: Sie setzt sich ein gegen Sklaverei im 21. Jahrhundert. Zur Zeit arbeitet John am Volta-Stausee im westafrikanischen Ghana. Hier schuften Kinder als Fischereisklaven. John erzählt: „Wir haben eine Rechtsabteilung, die die Sklavenhalter vor Gericht bringt. Und natürlich befreien wir die Kinder aus ihrer Situation. Wir sorgen dafür, dass sie ein neues zu Hause finden, dass sie Menschen haben, die sich um sie kümmern und ihnen eine neue Perspektive für ihr Leben geben.“

Und das ist bitter nötig. John hat einen Jungen namens Gideon vor Augen, der ihm sein Leid geschildert hat: „Als wir ihn trafen, war er bereits 11 Jahre lang Sklave. Andere Kinder sind oft innerlich zerbrochen und schweigen. Aber Gideon sagte zu mir: ‚Sir, lassen sie mich nicht bei diesem bösen Mann. Er schlägt mich seit 11 Jahren.‘ Er und ein anderen Kind hatten schlimmste Anzeichen von Misshandlung. Wir konnten ihn nicht sofort befreien. Das war das Schlimmste, was ich in meinem Leben erfahren musste.“

Mütter verkaufen ihre Kinder für 150 Dollar

Doch wie geraten die Kinder überhaupt  in die Sklaverei? Schließlich würden keine normalen Eltern in unseren Breiten ihr Kind für Geld verkaufen. John kennt die Hintergründe: „Das Problem ist die Armut und Perspektivlosigkeit. Mütter verkaufen ihre Kinder für 150 Dollar. Sie haben meist vier oder fünf Kinder von unterschiedlichen Männern. Sie können sie nicht versorgen. Für das Geld, das sie bekommen, können sie ihren übrigen Kinder wenigstens Nahrung kaufen.“

Die International Justice Mission fordert deshalb die westlichen Regierungen auf: Nehmt das Problem moderner Sklaverei in den Blick. Jedes Entwicklungshilfeprojekt muss die Not der Kinder in Westafrika im Blick haben. John von der International Justice Mission bekennt: „Wir beten jeden Tag dafür. Es scheint aussichtslos zu sein, doch wir geben die Hoffnung nicht auf, dass die Sklaverei auf dem Volta-Stausee endet. Ich persönlich arbeite dafür und hoffe, dass in den nächsten sieben Jahren die Ausbeutung der Kinder endlich ein Ende findet.“


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